Neues aus Buechnerland Peter Brunners Buechnerblog

21.12.2012

Weihnachten in der Villa Büchner

Filed under: Geschichte,Villa,Wilhelm B — peter brunner @ 13:26

Zu den unersetzlichen Quellen der Büchnerfamiliengeschichte gehören zahlreiche Dokumente und Fotografien, die Wilhelms Büchners Enkel Anton aufbewahrt und erhalten hat. Manfred Büchner, dessen Enkel und Ur-Ur-Enkel Wilhelm Büchners, hat mir großzügig Zugang zu diesen Unterlagen ermöglicht.

Die Fotografien aus dieser Sammlung, die Ernst Büchner, Wilhelm Büchners Sohn, zwischen 1890 und 1920 machte, sind von großer Bedeutung gerade für die Kenntnis der Lebensumstände in der Pfungstädter Villa, sie zeigen Bewohner, Personal, Besucher und Einrichtung als wunderbaren Bilderbogen dieses vergangenen Lebens.

Dabei findet sich auch ein handschriftlich mit “1915″ datiertes Foto einer Weihnachtsidylle im Vorraum der Beletage. Nach dem Tod von Wilhelm Büchner war sein Sohn Ernst mit seiner Familie zunächst nach Darmstadt gezogen, nach dem Tod seiner Mutter 1908 kam er wieder zurück. Bis 1918 lebte er dann mit Familie in der „großen Villa” (seit den siebziger Jahren hatte er in der „kleinen Villa”, dem „Schweizerhaus” auf dem Gelände gelebt, die für ihn gebaut worden war und um 1970 als baufällig abgerissen wurde), bis er dann endgültig Pfungstadt aufgeben musste und nach Darmstadt ging, wo er 1924 starb.

Anton Büchner, von dessen Hand wohl auch die Daten auf den Bildern stammen, beschreibt in seinen unveröffentlichten Memoiren seine Militärzeit. Er wurde zunächst für „dienstuntauglich” befunden, nach Kriegsausbruch 1914 dann am 26.11. 1914  „Infanterist im Reserveinfanterieregiment 116″ in Gießen, wo er Referendar im Schuldienst geworden war. Am 20. 12. 1915 wurde er nach Schlüchtern abkommandiert, von wo aus er in den Weihnachtsurlaub nach Pfungstadt reisen durfte. Er schreibt:

„An Weihnachten erhielten wir Heimaturlaub – so kam ich noch einmal für ein paar Tage nach Pfungstadt; ich glaubte, meine Eltern zum letztenmal sehen zu können!”

Ganz offensichtlich ist genau zu diesem Zeitpunkt das hier gezeigte Bild aufgenommen. Im Januar 1916 wurde er dann als nur „Garnison dienstfähig” entlassen und ging zurück in den Schuldienst. Nach einer kurzen Episode in Dieburg kam er dann an das Darmstädter „Realgymnasium”, wo er bis 1943, seiner Versetzung nach Ingelheim, als Lehrer blieb.

3.9.2012

Villa Büchner am Tag des offenen Denkmals geöffnet

Filed under: Harres,Villa,Wilhelm B — peter brunner @ 10:19

Ursprünglich war die Villa dieses Jahr nicht zum Denkmalstag angemeldet – im Programm für Pfungstadt steht diesmal:

Führung durch die Ortsmitte mit fachkundigen Erläuterungen der Dachkonstruktionen des Kirchturms (14 Uhr), des historischen Rathauses (15 Uhr) und der ehemaligen Synagoge (16 Uhr).

Kontakt

Stephanie Goethals, Stadtarchiv Pfungstadt E-Mail: stephanie.goethals@pfungstadt.de

Nach dem schönen Artikel in „Monumente” und der Verleihung des Denkmalpreises nutzen wir jetzt doch noch die Gelegenheit, es allen Interessierten im Anschluß an eine geschlossene Führung möglich zu machen, einen Blick in die restaurierte Beletage zu werfen.

Am Sonntag, dem 9. September, wird die Villa von 14 bis 17 Uhr zur Besichtigung geöffnet!

23.8.2012

Hessischer Denkmalschutzpreis 2012 für Villa Büchner

Filed under: Harres,Villa,Wilhelm B — peter brunner @ 17:13

Mit Anerkennung und Urkunde wurde die „hervorragende und vorbildliche Sanierung der Büchner-Villa (sic!) in Pfungstadt” ausgezeichnet.

„Angesichts der vielen und raschen Neuerungen auf dem Gebiet der digitalen Vernetzung und Kommunikation sind die Menschen heute mehr denn je bereit, sich für die bleibenden Werte `ihrer´Denkmäler einzusetzen. In einer durch Schnelligkeit und Veränderung geprägten Welt vermitteln Kulturdenkmäler Kontinuität.” 

sagte die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, bei der Übergabe der Urkunde im Rittersaal der Burg Gleiberg.

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11.8.2012

Büchnerbande-Premiere erfolgreich

Sechs Biographien – sechs Akteure – 60 Zuschauer

Am letzten hessischen Ferientag fand die lange angekündigte Premiere der Revue „Die wunderbare Büchnerbande” an einem der wenigen authentischen Büchnerorte überhaupt statt – in Wilhelm Büchners Pfungstädter Villa.

Petra Bassus, Heiner Dieckmann und Peter Brunner

Seit Wochen waren die knapp sechzig Plätze im großen Festsaal ausverkauft, und für die sechs Akteure auf der nicht vorhandenen Bühne blieb nur noch knapper Platz. So kam man sich schnell näher, und spätestens seit dem Lied über den Frankfurter Wachensturm („In dem Turme saßen, zu Frankfurt an dem Main….”)  war klar, dass Szenenapplaus und Mitsingen erlaubt, ja gewünscht war.

Jürgen Qeißner und Thomas Heldmann

Das zweimal 40 Minuten lange Programm mit Originaltexten der Büchnergeschwister bietet im ersten Teil Erinnerungen an den großen Bruder Georg, im zweiten höchst unterschiedliche Textpassagen aus ihren eigenen Werken.

Petra Bassus und Reiner Lenz

Noch am Abend konnten mehrere Anfragen für weitere Auftritte besprochen werden, und so wird das Büchnerland sicher noch einiges von der wunderbaren Büchner-Bande zu hören bekommen.

In Kürze mehr Informationen und Bilder an dieser Stelle!

Anfragen nach Auftrittsterminen und mit Veranstaltungsangeboten wie immer jederzeit gerne an Post@EntwicklungUndKultur.De

Fotos Frank Backes 

3.8.2012

Villa Büchner in „Monumente”

Filed under: Harres,Rezension,Villa,Wilhelm B — peter brunner @ 10:34

Carola Nathan, die Chefredakteurin von Monumente, der Zeitschrift der Deutschen Stiftung Denkmalsschutz, hat auf einer Recherchereise kürzlich die Pfungstädter Villa Büchner besucht. Die Stiftung hatte die Sanierungsarbeiten großzügig unterstützt.

Soeben ist die neueste Ausgabe erschienen, die hier online gelesen und auch per Post bezogen werden kann. In der Strud´l Stub´n der Villa liegt sie auch für Interessenten zur Mitnahme aus.

Frau Nathan hat anlässlich des Schwerpunktthemas zum Tag des offenen Denkmals  „Holz” geschrieben; Türen, Wandverkleidungen, insbesondere aber die wunderschöne „falsche” Holzdecke im Speisezimmer der Büchners sind ihr Thema.

„Die Architekten nahmen Bezug auf historische Strömungen – für die äußere Gestaltung genauso wie für die innere. Manchmal mischten sie die Stile, und es ist noch gar nicht so lange her, dass der Historismus aufgrund seiner Kopien und seines Stilpluralismus bei den Kunsthistorikern keine Gnade fand” schreibt sie zum „gründerzeitlichen Historismus” der Villa.

Der Festsaal der Villa mit (rekonstruiertem) Eichenparkett. Fenster und Türen sind unter Verwendung der Originale wiederhergestellt; die „Bierlasur” gaukelt die Maserung wertvollerer Holzarten vor.

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