Neues aus Buechnerland Peter Brunners Buechnerblog

23.2.2017

Edschmids Büchner/Weidig-Roman wieder im Buchhandel

Filed under: Büchner,Georg Büchner,Publizistik,Texte — Schlagwörter: , , — peter brunner @ 11:11

Die Edition Büchnerland wird in Zukunft gelegentlich Texte aus dem Forschungs- und Berichtsumfeld Georg Büchners, seiner Familie und deren Zeit vorlegen – stets als book on demand, gelegentlich parallel als e-book, und immer (und sehr bewusst!) als Gegenstand des Buchhandels.

Am vergangenen Sonntag, dem 19.2. 2017, Georg Büchners 180. Todestag,  wurde im Literaturhaus Darmstadt die Neuveröffentlichung von

Kasimir Edschmids Büchner-Roman
„Wenn es Rosen sind, werden sie blühen“

vorgestellt. Der Band erscheint als book on demand bei BOD und wird so weltweit recherchier- und bestellbar.

Christian Suhr, Peter Brunner und Heiner Dieckmann mit dem ersten Exemplar

Das Buch ist unter der ISBN 9783743149342 zum Ladenpreis von 29,90 ab dem 13.3.2017 lieferbar. Jede serviceorientierte Buchhandlung nimmt Bestellungen dafür gerne entgegen.

Noch 2009 hat der verdienstvolle Büchner-Beobachter Dietmar Goltschnigg im „Büchner Handbuch“ Edschmids Roman als „bedeutendstes belletristisches Werk der Nachkriegsjahre“ zum Thema Büchner bezeichnet. Die gleichnamige Inszenierung der BüchnerBühne bringt den Text auf die Bühne, Helmut Herbst hat ihn unter dem Titel „eine deutsche revolution“ 1982 verfilmt.

Edschmid ist es gelungen, einen biographischen Roman über zwei Revolutionäre des 19. Jahrhunderts, Georg Büchner und Friedrich Weidig, als Lehrstück von Widerstand und Verfolgung, Flucht und politischem Terror zu schreiben, der bis heute lesenswert geblieben ist.

Hermann Schlösser, Edschmids Biograf, schreibt: „Wer diesen kunstvoll gestalteten, politisch verantwortungsvollen Roman heute liest, begibt sich also auf eine doppelte Zeitreise: Die erste führt in die dreißiger Jahre des 19., die zweite in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Denkt man diese beiden Zeitschichten ineinander, gewinnt man eine Vorstellung von der besonderen Qualität des Romans, der lange vergriffen war und nun erfreulicherweise wieder zugänglich gemacht wird.“

von Peter Brunner

Peter Brunner

Peter Brunner

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9.2.2017

… und ein groß Publikum mit so wenig Geschmack, als möglich.

… und bitte den lieben Gott um einen einfältigen Buchhändler und ein groß Publikum mit so wenig Geschmack, als möglich. Man braucht einmal zu vielerlei Dingen unter der Sonne Muth …..

Mit diesem – zugegeben nicht besonders werbekompatiblen – Büchnerzitat stellt sich eine neue Edition vor: mit der Edition Büchnerland haben sich Peter Brunner, Heiner Dieckman und Christian Suhr vorgenommen, neue oder vergriffene Texte verfügbar zu machen.
Als erster Band erscheint zu Georg Büchers 180. Todestag am 19. Februar die Wiederauflage von Kasimir Edschmids Büchner-Roman „Wenn es Rosen sind, werden sie blühen“.
Noch 2009 hat der verdienstvolle Büchner-Beobachter Dietmar Goltschnigg im ‚Büchner Handbuch‘ Edschmids Roman als ‚bedeutendstes belletristisches Werk der Nachkriegsjahre‘ zum Thema Büchner bezeichnet. Die gleichnamige Inszenierung der BüchnerBühne bringt den Text auf die Bühne, Helmut Herbst hat ihn unter dem Titel „eine deutsche revolution“ 1982 verfilmt.
Edschmid ist es gelungen, einen biographischen Roman über zwei Revolutionäre des 19. Jahrhunderts, Georg Büchner und Friedrich Weidig, als Lehrstück von Widerstand und Verfolgung, Flucht und politischem Terror zu schreiben, der bis heute lesenswert geblieben ist.
Hermann Schlösser, Edschmids Biograf, schreibt: „Wer diesen kunstvoll gestalteten, politisch verantwortungsvollen Roman heute liest, begibt sich also auf eine doppelte Zeitreise: Die erste führt in die dreißiger Jahre des 19., die zweite in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Denkt man diese beiden Zeitschichten ineinander, gewinnt man eine Vorstellung von der besonderen Qualität des Romans, der lange vergriffen war und nun erfreulicherweise wieder zugänglich gemacht wird.“


Am Sonntag, dem 19. Februar 2017, Georg Büchners 180. Todestag, stellen die drei Verleger das neue Buch bei einer Veranstaltung der Luise Büchner-Gesellschaft vor. Neben einem Editionsbericht „über die Herausgabe von Texten als book on demand“ und Informationen über künftige Verlagspläne wird Christian Suhr Passagen aus dem Theaterstück präsentieren.

Zur Neuherausgabe von Kasimir Edschmids Büchner/Weidig-Roman

„Wenn es Rosen sind, werden sie blühen“

Literaturhaus Darmstadt, Kasinostraße 3,

Sonntag, 19. Februar, 16 Uhr

Eintritt frei

von Peter Brunner

Peter Brunner

Peter Brunner

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5.2.2017

I’ll be there!

Filed under: Büchnerhaus,Georg Büchner,in eigener Sache — Schlagwörter: , , , , — peter brunner @ 17:22

Ab dem 15. Februar werde ich für das Büchnerhaus, das kleine Museum in Georg Büchners Geburtshaus mitten im Ried, als neuer Leiter arbeiten. Die höchst verdienstvolle Rotraud Pöllmann, die diese Aufgabe jahrzehntelang ehrenamtlich versehen hat, möchte sich – ich hoffe peu a peu und während sie ihre wertvolle Erfahrung teilt – ins Private zurückziehen.

Leiter im Garten

Mit der Moderation einer Matinee zum geplanten biographischen Roman über Georgs Büchners Schwester Luise, an dem die Darmstädter Künstlerin Iris Welker-Sturm arbeitet, durfte ich heute sozusagen mit einem soft opening antreten.

Ob und welche Folgen meine neue Beschäftigung für dieses Blog, meine Überlegungen zum Büchnerland und die Präsenz Georg Büchners in der Öffentlichkeit haben wird, bitte ich ganz besonders die treuen Besucherinnen des Geschwisterblog aufmerksam, kritisch und hilfreich zu begleiten.

Bei Gelegenheit mehr.

von Peter Brunner

Peter Brunner

Peter Brunner

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30.12.2016

Ein neues Bild Luise Büchners

Was würde sich in einem Blog, das sich meist dem Vergangenen widmet, zum Jahresende als Beitrag besser eignen als die Nachricht über ein verloren geglaubtes und wieder aufgefundenes Dokument? Schließlich ist keine Nachricht mehr Ansporn zu Forschung und Dokumentation als ein neuer Fund.

Jan-Christoph Hauschild hat mich kürzlich darauf aufmerksam gemacht, dass die Österreichische Nationalbibliothek einen ganzen Batzen neuer Digitalisate online gestellt hat, und dass er da gleich drei Büchner-Bilder gefunden hat.

 

Zwei davon sind bekannt und bereits an verschiedenen Stellen veröffentlicht:

Ludwig Büchner s/w Negativ Glasplatte des Portraits von Hermann Heid. Nach 1875. ÖNB NB 519649-B

 

 

Wilhelm Friedrich Büchner (1780 – 1855), der Goudaer Onkel der Geschwister Büchner und, als Vater von Elisabeth Büchner, der Schwiegervater Wilhelm Büchners Lithographie. Re. unten gez. H. J. Backer ÖNB PORT_00025595_01

 

Ein drittes allerdings ist ein regelrechtes Weihnachtsgeschenk gewesen und verschafft uns endlich ein weiteres gesichertes Portrait:

 

„Luise Büchner. Porträt in reiferen Jahren.“ Emilie Bieber. ÖNB Pf 16670:B (1)

 

 

Luise Büchner. Bekannte und vielfach veröffentlichte Grafik. Offenbar nach der jetzt aufgefundenen Fotografie. Hess. Staatsarchiv

 

Auf der Suche nach der Provenienz des Bildes hat die ÖNB höchst freundlich und sensationell schnell – noch am gleichen Tag – geantwortet. Mathias Böhm vom Bildarchiv schrieb mir: „Informationen zur Provenienz liegt uns nur folgende vor: 01.08.1947 von Graf Danholovsky (als Teil seiner Sammlung) übernommen.” und übermittelte einen Scan der Bildrückseite:

 

 

Rückseite der o.a. Fotografie mit versch. Vermerken. „16.670″ ist leider kein Datum, sondern die ÖNB-Signatur

 

Über Herrn von Danholovsky und seine Sammlung konnte ich nichts in Erfahrung bringen. Ein paar Details zum Foto allerdings konnte ich mit Hilfe von Klaus Niermann aus Hamburg, der den Nachlass der Fotografendynastie Bieber verwaltet, inzwischen klären. Leider widersprach er meiner Vermutung, dass das Foto von einer Glasplatte gefertigt wurde, die Luise Büchner ganz abbildete – offenbar war es üblich, solche Visitenkartenfotos mit einem Filter aufzunehmen, der nur die Mitte des Portraits abbildete. Auch meine Hoffnung, das Negativ könne sich finden, konnte er nicht bestärken.  Mit Staunen lernte ich die Fotografin kennen – Emilie Bieber war eine selbständige, ledige Unternehmerin, die ihr Atelier zunächst zusammen mit einer Freundin gründete und dann jahrzehntelang erfolgreich und prämiert führte. 1877, nach 25 Jahren Tätigkeit, beschäftigte sie 30 Angestellte.

Agnes Schmidt weiß von einem längeren Hamburg-Aufenthalt. In einem ausführlichen Brief vom 26. Oktober 1873 schreibt Luise Büchner an Karl Gutzkow, dass sie „auf dem Hammerdeich .. bei Frau Wüstenfeld“ wohnte.  Der bedeutenden Hamburgerin hat wikipedia nur einen bescheidenen Eintrag gewidmet, etwas ausführlicher finden sich Informationen über sie, die zahlreiche Parallelen zum Leben und zur Arbeit Luise Büchners aufweisen, auf der website der nach ihr benannten Schule. Während dieses monatelangen Aufenthaltes traf Luise Büchner im Juli 1873 an der Ostsee auch die Schwester der Darmstädter Prinzessin Alice, die spätere Kaiserin Friedrich, Victoria von Großbrittanien und Irland, und ihren Mann, den späteren unglücklichen 99-Tage Kaiser, und im August war sie für drei Wochen auf Föhr.

Es steht außer Frage, dass  das jetzt neu gefundene Bild während dieser Zeit angefertigt wurde; das Bieber’sche Atelier war seit 1868 in den Räumlichkeiten am Neuen Jungfernstieg, die auf dem Foto als Adresse angegeben sind.

Kleiner Nachtrag: 

Agnes Schmidt schickt mir noch ein Zitat aus Luise Büchners Ratgeber für heranwachsende Mädchen („Über weibliche Berufsarten“):

„Was die Photographie anbelangt, so ist schon bekannt, dass sie sehr wohl durch Frauen ausgeführt werden kann und gibt es, namentlich in Norddeutschland sehr tüchtige Photographinnen. Sehr gesucht sind überdies Damen, welche Geschicklichkeit im Retouchieren besitzen. Wir machen auf diesen Zweig ganz besonders aufmerksam, denn es ist Tatsache, dass viele Photographen oft in Verlegenheit sind, weibliche Hilfe dafür zu finden”

 

 

von Peter Brunner

Peter Brunner

Peter Brunner

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13.12.2016

Zum Landboten bitte hier entlang

Ausnahmsweise gibt es hier statt des Beitrages nur einen link – für ihr Blogevent #MeinKlassiker habe ich Birgit Böllinger für Sätze und Schätze einen Beitrag über den Hessischen Landboten geschrieben. Zu ihrem Blog schreibt sie:

 „ … seit 2013 finden sich unter dem Titel „Sätze&Schätze“ die literarischen Sätze und Schätze, die sich in einem Leserleben ansammeln: Schwerpunkte liegen auf der Literatur der Weimarer Republik, nordamerikanischen Autoren sowie zeitgenössischer deutschsprachiger Literatur. Ab und an werden literarische Orte vorgestellt und Kunst geschaut, weil Lesen eben doch nicht alles ist…
Der Blog ist ein reines Freizeitvergnügen von Birgit Böllinger, Jahrgang 1966, im Hauptberuf Pressesprecherin einer Gebietskörperschaft in Bayern. Regelmäßig bringen auch Gastautoren frischen Wind und neue Ansätze auf die Seite, die sich mit Lust&Leidenschaft Sätzen&Schätzen der Literatur verschrieben hat.”

Die entstandene Reihe (sie schreibt ganz zu Recht, dass das ein Adventskalender hätte werden können …) ist auf charmante Art illuster und individuell – sowohl was die vorgestellten Texte wie was die Persönlichkeiten der Beitragenden angeht. Ich freue mich also sehr, wenn Sie jetzt erst meinen Beitrag

#MeinKlassiker (22): Für Peter Brunner ist das #MeinBüchner

und dann auch alle anderen lesen!

Übrigens ist es ganz einfach, diesen Blog, Birgits „Sätze und Schätze“ und auch fast alle anderen, für die sich das lohnt, nicht aus den Augen zu verlieren: Blogs lassen sich (sehr gerne) abonnieren; meist mittels Anmeldung, die hier bspw. rechts unter „Registrieren“. Dann kommt nach jedem neuen Beitrag eine Erinnerungs-Mail. Das kostet und verpflichtet zu nichts!

 

von Peter Brunner

Peter Brunner

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