Der erste Teil meines Gastbeitrags zur Datierungsgeschichte des sogenannten Fatalismusbriefs endete mit Fritz Bergemanns Abkehr von seiner früheren hypothetischen Datierung ins Frühjahr 1834. Daß die dritte. erweiterte und revidierte Bergemann-Ausgabe den Brief wieder — wie zuvor Ludwig Büchner und Karl Emil Franzos — in den Spätherbst 1833 datierte, konstatiert Burghard Dedner im Aufsatz „7.2 Der »Fatalismusbrief« vom Januar 1834“ (buechnerportal.de) irritierend schnörkellos:
„Fritz Bergemann […] datierte den Brief […] 1922 auf »Frühjahr 34?«, in einer späteren Ausgabe von 1940 auf »November 1833«. Die erste Datierung erschloss er aus dem im Brief genannten Indiz »Veilchenstrauß«, die zweite aus der Annahme, dass der Briefschreiber sich deshalb so ausführlich und abfällig über die Stadt Gießen äußere, weil er gerade dort eingetroffen sei.“
Was hier wie Willkür erscheint, halte ich für eine Reaktion auf eine bemerkenswerte Veränderung der biographischen Informationslage einige Jahre zuvor.
September 2026, Dr. Herbert Wender
An die Braut: „Geschichte der Revolution“ –
an August Stoeber: „Hanf“ und „Laternen“
1935 veröffentlichte der Büchnerforscher Jean Strohl, der selbst Naturwissenschaftler war und wissenschaftshistorisch Georg Büchners naturwissenschaftliche Arbeiten erforschte, in der vom Autographensammler Martin Bodmer mitbegründeten Literaturzeitschrift „Corona“ einen unbekannten Büchnerbrief. Am 9. Dezember 1833 schrieb Büchner aus Darmstadt an den Straßburger Studienfreund August Stoeber:
„Manchmal fühle ich ein wahres Heimweh nach Euren Bergen. Hier ist Alles so eng und klein. Natur und Menschen, die kleinlichsten Umgebungen, denen ich auch keinen Augenblick Interesse abgewinnen kann. Zu Ende Octobers ging ich von hier nach Gießen. 5 Wochen brachte ich daselbst halb im Dreck und halb im Bett zu. Ich bekam einen Anfall von Hirnhautentzündung; die Krankheit wurde im Entstehen unterdrückt, ich wurde aber gleichwohl gezwungen nach Darmstadt zurückzukehren um mich daselbst völlig zu erholen. […]
Die politischen Verhältnisse könnten mich rasend machen. […] Ich bete jeden Abend zum Hanf und zu d. Laternen.“
Daß Büchner bereits wenige Wochen nach Beginn des Wintersemesters krankheitsbedingt ins Elternhaus zurückkehrte, wurde erst durch die Veröffentlichung dieses Briefes aus dem „Fond littéraire Stoeber“ bekannt.
Neben diesen Brief stellte Strohl den seit 1850 bekannten „Brief an die Braut“, der ja hinsichtlich der beklagten hessischen „Mittelmäßigkeiten“ und der Erinnerungen an Straßburg und das Elsaß, aber auch hinsichtlich der Zuwendung zur Revolutionsgeschichte einige thematische Ähnlichkeiten, aufweist. Auf der Grundlage irriger biographischer Annahmen datierte Strohl den Brief an die Braut ins Frühjahr 1834, was Bergemanns Vermutung von 1922 entsprach:
„Da Büchner erst nach dem 10. März wieder in Gießen war, so müssen wir den Brief in die Tage nach dieser Rückkehr verlegen, was auch mit der Erwähnung der Veilchen gut übereinstimmt.“
Damit war nicht nur die Behauptung: „nach dem 10. März“ 1834 etabliert, sondern es zeichnete sich auch die mögliche ‚Verlagerung‘ des Texts in der Reihe der von Ludwig Büchner überlieferten Briefauszüge ab:
„Der Büchner-Herausgeber Werner R. Lehmann folgte 1971 ebenfalls dem Indiz »Veilchenstrauß«. Er datierte den Brief auf »nach dem 10. März 1834«. Dieser wäre damit nicht mehr der erste, sondern der vierte in der Reihe der fünf Briefe an Jaeglé. Vor allem: Er wäre fast gleichzeitig mit dem Hessischen Landboten entstanden.“
(Dedner im buechnerportal)
Fritz Bergemann dagegen zog offenbar aus den neuen Informationen zum Beginn des Studiums in Gießen und der vorübergehenden Rückkehr ins Elternhaus eine ganz andere Schlußfolgerung, nämlich daß das Bild vom Veilchenstrauß als unsterblichem Lama nicht wörtlich zu nehmen wäre und daß die beiden synonym zu verstehenden Äußerungen über das Studium der Revolutionsgeschichte dichter beieinander lagen als von Strohl angenommen.
Anlaß für Bergemanns Rückgang zu der im 19. Jahrhundert etablierten Datierung ins Jahr 1833 waren jedenfalls Strohls Veröffentlichungen, was schon daraus zu erschließen ist, daß 1940, als die revidierte Ausgabe im Insel-Verlag erschien, der Brief vom 9. Dezember 1833 auch im „Inselschiff“ vorgestellt wurde (Untertitel: „Aus dem Zuwachs zur dritten Auflage der Büchner-Ausgabe“).
Obwohl in akademischen Diskussionen zur Biographie Georg Büchners nach dem 2. Weltkrieg schon bald Strohls März-Datierung die Oberhand gewann, war die November-Datierung in den erschwinglichen Publikumsausgaben wie in biographischen Darstellungen bis weit in die 1970er Jahre präsent.
Fatalismus und Absurdismus
Ich habe für die hier vorgestellte Erinnerungsarbeit noch einmal das dtv-Taschenbuch Nr. 70 aufgeschlagen,das uns Unterprimanern im Jahr 1968 als Grundlage der obligatorischen Beschäftigung mit Büchners Revolutionsdrama diente. Natürlich finden sich zahlreiche Unterstreichungen von der Hand des auch auf S. 162:
„Ich fühlte mich wie zernichtet unter dem gräßlichen Fatalismus der Geschichte. Ich finde in der Menschennatur eine entsetzliche Gleichheit, in den menschlichen Verhältnissen eine unabwendbare Gewalt, allen und keinem verliehen. Der einzelne nur Schaum auf der Welle, die Größe ein bloßer Zufall, die Herrschaft des Genies ein Puppenspiel, ein lächerliches Ringen gegen ein ehernes Gesetz, es zu erkennen das Höchste, es zu beherrschen unmöglich.“
Der „Fatalismus“-Brief war in dieser Ausgabe noch auf den 1. November 1833 datiert, es folgte der Brief an August Stoeber vom 9. Dezember. Nicht unterstrichen sind die für meine späteren Beschäftigungen mit Büchners Werk und Haltung so wichtigen Sätze (S. 164):
„.Die politischen Verhältnisse könnten mich rasend machen. Das arme Volk schleppt geduldig den Karren, worauf die Fürsten und Liberalen ihre Affenkomödie spielen. Ich bete jeden Abend zum Hanf und zu den Latern.“
Wir lasen diese Briefe noch nicht politisch. Da wir in der Freizeit in einer Theaterbaracke, die nach dem 2. Weltkrieg als Notkirche gedient hatte, Ionesco und Tardieu, Beckett und Arrabal inszenierten, lasen wir auch Büchners Stück absurdistisch:
„Die Welt ist das Chaos. Das Nichts ist der zu gebärende Weltgott.“
Und doch ging ich 1968 zum ersten Mal zum Ostermarsch, weil am Gründonnerstag auf Rudi Dutschke geschossen worden war, und im Mai gingen dann die Schüler mit den Studenten gegen die Notstandsgeetze auf die Straße.
Ob reaktionär, ob fortschrittlich,
„1833“ war erledigt
Die akademische Beschäftigung mit Büchners Texten war schon seit Mitte der 1960er Jahre durch eine scharfe ideologische Auseinandersetzung geprägt. 1963 hatte Werner R. Lehmann, in der Festschrift für den Hamburger Verleger Christian Wegner, seine „Prolegomena zu einer historisch-kritischen Büchner-Ausgabe“ veröffentlicht. Er war überzeugt, daß in Ludwig Büchners Edition der „Briefe an die Breut, aus Gießen 1833 und 1834“ nicht nur die Jahreszahl 1833, sondern auch die Anordnung der Brieftexte auf falschen Annahmen beruhten und folglich zu korrigieren waren.
Mit der Datierung „nach dem 10. März“ rückt der „Fatalismus“-Brief in den Kontext von Mißstimmungen im Frühjahr 1834 und nahe heran an Büchners Arbeit am Entwurf für die revolutionäre Flugschrift. In Lehmanns Edition sollte der „Fatalismus“-Brief also in einem anderen biographischen Kontext erscheinen. Vorausgegangen wäre die seelische Krise, die in einem anderen Brief an Wilhelmine Jaeglé zum Ausdruck kommt:
„Der erste helle Augenblick seit acht Tagen. Unaufhörliches Kopfweh und Fieber, die Nacht kaum einige Stunden dürftiger Ruhe. Vor zwei Uhr komme ich in kein Bett, und dann ein beständiges Auffahren aus dem Schlaf und ein Meer von Gedanken, in denen mir die Sinne vergehen. Mein Schweigen quält dich wie mich, doch vermochte ich nichts über mich. Liebe, liebe Seele, vergibst du? […]
Die Ferien fangen morgen in vierzehn Tagen an; verweigert man die Erlaubniß, so gehe ich heimlich, ich bin mir selbst schuldig, einem unerträglichen Zustande ein Ende zu machen. Meine geistigen Kräfte sind gänzlich zerrüttet. Arbeiten ist mir unmöglich, ein dumpfes Brüten hat sich meiner bemeistert, in dem mir kaum ein Gedanke noch hell wird. Alles verzehrt sich in mir selbst; hätte ich einen Weg für mein Inneres, aber ich habe keinen Schrei für den Schmerz, kein Jauchzen für die Freude, keine Harmonie für die Seligkeit. Dies Stummsein ist meine Verdammniß. Ich habe dir’s schon tausendmal gesagt: Lies meine Briefe nicht, – kalte, träge Worte! Könnte ich nur über dich einen vollen Ton ausgießen; – so schleppe ich dich in meine wüsten Irrgänge. Du sitzest jetzt im dunkeln Zimmer in deinen Thränen allein, bald trete ich zu dir. Seit vierzehn Tagen steht dein Bild beständig vor mir, ich sehe dich in jedem Traum. […]“
Lehmann benutzte die angeblich zwingende philologische Operation, die Neuordnung der Briefauszüge nach Maßgabe der Stichwörter „Frühling“ und „Veilchenstrauß“, um die These zu etablieren, der etwa zeitgleich niedergeschriebene Landboten-Entwurf hätte zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr Büchners ernüchterter Beurteilung revolutionären Handelns entsprochen.
Dieser These vom ‚gebrochenen Bewußtsein‘, von einem revolutionären Experiment trotz besseren Wissens widersprach wenig später Hans Magnus Enzensberger mit großer Entschiedenheit. In seiner Ausgabe des „Hessischen Landboten“ (1965) wurde auch die hessische Verschwörung des Jahres 1834 ausführlich dokumentiert. Besonders hervorgehoben wurde dabei die Aktualität von Büchners revolutionärer Haltung im Kontext der lateinamerikanische, afrikanischen und asiatischen Befreiungsbewegungen, womit bereits die ‚linksradiakle‘ Büchner-Rezeption in den Jahren nach 1968 vorgezeichnet war.
Aber unabhängig davon, wie in der Folge Büchners Haltung in den politischen Kämpfen seiner Zeit bestimmt wurde: Übereinstimmend hielt man „Frühling“ und „Veilchenstrauß“ für die maßgeblichen „Indizien“ im Kontext historisch-kritischer Berichtigung von Ludwig Büchners Editionsfehlern.
Lehmanns März-Datierung wurde erst wieder diskutiert, als
Auch Thomas Michael Mayer, der für seine Doktorarbeit die reiche aktenmäßige Überlieferung zur Verschwörung von 1834 aufgearbeitet hatte und im übrigen durch akribische Nachforschungen den Abbruch von Lehmanns Projekt einer historisch-kritischen Ausgabe verursachte, blieb beim ‚Fatalismusbrief‘ nahe an der von Strohl etablierten März-Datierung. Mit einem Blick auf Mayers Projekt einer ‚wirklich‘ historisch-kritischen Ausgabe, seinem neuen Büchnerbild und der damit einhergehenden Lektüre des sogenannten Fatalismusbriefs als Liebesbrief will ich den nächsten Teil meines Gastbeitrags im Geschwister-Büchner-Blog beginnen.
Nachdem in der Georg Büchner-Gesellschaft textkritische Fragen nicht mehr erörtert werden, weil nach Abschluß der Marburger Büchner-Ausgabe dieses Vereinsziel erreicht ist (oder sei – pb) und man sich nun ganz dem Inhalt der Schriften widmet, fehlt ein Forum des Austauschs für diejenigen, die nicht alles für abschließend geklärt halten. Daß bislang einige wichtige Fragen, der Überlieferung wie der Textkonstitution, offen geblieben sind, ist meine These seit dem Erscheinen des ersten MBA-Bandes (vgl. Wender 2001). Das Angebot von Peter Brunner, im Blog einmal allgemeinverständlich darzulegen, was hinter dem oft beklagten Hickhack der Textkritiker in der Zeit zwischen 1980 und 2015 steckt, habe ich deshalb gerne angenommen. Als Paradebeispiel wähle ich den sogenannten Fatalismusbrief. Diesen Text, der 1850 vom jüngeren Bruder Ludwig Büchner auf der Grundlage eines Hefts mit undatierten Briefauszügen,(Abschreiberin: die Adressatin Wilhelmine Jaeglé) als Teil der „Nachgelassenen Schriften“ erstmals gedruckt wurde, muß jede/r berücksichtigen, der bzw. die sich über Georg Büchner als politisch handelnden Menschen eine Meinung bilden will.
Eine zentrale Frage: Wann wurde der Text geschrieben?
„Ich studirte die Geschichte der Revolution. Ich fühlte mich wie zernichtet unter dem gräßlichen Fatalismus der Geschichte. […] Ich gewöhnte mein Auge ans Blut. Aber ich bin kein Guillotinenmesser.“
Diese Kernpassage hat zu den heftigsten Auseinandersetzungen darüber geführt, wann genau sie geschrieben wurde:
aus Gießen 1833
Ludwig Büchner 1850
November 1833
Karl Emil Franzos 1879
Frühjahr 1834 ?
Fritz Bergeman 1922
November 1833
ders. ab 1940
1. November 1833
ders. ab 1949
nach dem 10. März 1834
Werner R. Lehmann 1967
mglw. zwischen 9. – 12. März 1834
Thomas Michael Mayer 1979
zwischen 10. und 20. Januar 1834
Jan-Christoph Hauschild 1989
gegen Ende Januar 1834
Thomas Michael Mayer/Reinhard Pabst 1994
Mitte/Ende Januar 1834
Henri Poschmann 1999
nach Mitte Jan. 1834
Burghard Dedner (im Briefwechsel-Band der MBA 10)
teils Ende Nov., teils Anf. Dez.1833
Herbert Wender
(in die Tabelle hatten sich Übermittlungsfehler eingeschlichen, korrigiert am 7.9.26 -pb)
Den Grund für die bisweilen äußerst scharf geführten Debatten hat Dedner im >buechnerportal< bündig zusammengefaßt:
„Wilhelmine Jaeglé hatte zu keinem der Briefe das Datum mitgeteilt. Deshalb ist die Antwort auf die Datierungsfrage dem Scharfsinn der Herausgeber überlassen. Immerhin ist das Datum nicht unwichtig, denn zur Debatte steht häufig das zeitliche Verhältnis dieses Briefes zur Niederschrift des Hessischen Landboten.“
Ist der fragliche „Brief“ ein editorisches Konstrukt?
Schon in den frühen 1990er Jahren hatte ich in einem unveröffentlichten Arbeitspapier die Vermutung geäußert, daß es sich bei dem vieldiskutierten „Brief“ um ein editorisches Konstrukt, eine Kontamination von Auszügen aus verschiedenen Briefen handelt und daß folglich mehr als nur ein Darum zu bestimmen ist. Unter dieser Hypothese ist der erste Absatz getrennt zu betrachten. Er beginnt mit einer Beschreibung von Gießen und Umgebung, wo sich Büchner, nach vier Auslandssemestern, zur Fortsetzung des Studiums (Wintersemester 1833/34) seit Ende Oktober 1833 aufhielt, und zwar erst einmal nur bis Ende November, weil er krankheitsbedingt vorübergehend zur Familie nach Darmstadt zurückkehren mußte. Nach meiner These gilt für diesen Absatz die Datierung, die von Ludwig Büchner für das ganze Textstück nahegelegt hattee: Gießen, zu Beginn des Wintersemesters 1833/34:
„Hier ist kein Berg, wo die Aussicht frei sei. Hügel hinter Hügel und breite Thäler, eine hohle Mittelmäßigkeit in Allem; ich kann mich nicht an diese Natur gewöhnen, und die Stadt ist abscheulich. Bei uns ist Frühling, ich kann deinen Veilchenstrauß immer ersetzen, er ist unsterblich wie der Lama. […] Je bai[s]e les petites mains, en goûtant les souvenirs doux de Strasbourg.“
Aber “ Frühling“ ? „Veilchenstrauß“ ? Zu Beginn des Wintersemesters?
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts regten sich erste Zweifel (Zobel von Zabeltitz), so daß sich der erste wissenschaftliche Heraussgeber, der junge Fritz Bergemann, zu einer Konjektur veranlaßt sah (s. oben in der Aufzählung). Es dauerte indessen keine zwei Jahrzehnte, bis er davon abrückte; das >buechnerportal< stellt lapidar fest:
„Fritz Bergemann, der erste wissenschaftliche Herausgeber des Briefes, datierte den Brief in seiner Ausgabe von 1922 auf »Frühjahr 34?«, in einer späteren Ausgabe von 1940 auf »November 1833«.“
Über Bergemans Gründe kann man wohl nur spekulieren, doch hat es für mich den Anschein, daß er scharfsinniger war als die spätere Forschung. Diese Auffassung werde ich in der nächsten Folge meines Gastbeitrags zu erläutern versuchen.
Nachbemerkung
Es wäre mir sehr lieb, wenn Nachfragen zu oder Kritik an diesem ersten Teil ‚zeitnah‘ hier als Kommentar(oben unter „Kommentar“) eingegeben würde, damit ich darauf in einer der nächsten Folgen anwenden kann. Wenn das jemand nicht-öffentlich tun will, kann sie bzw. er mich über folgende Email-Adresse erreichen: drwender@aol.com
Für diese wichtige Publikation fehlt bisher eine gemeinsame Erschließung, Recherchen sind auf die Durchsicht der einzelnen Inhaltsverzeichnisse angewiesen, was nicht nur mühselig und fehlerbehaftet ist, sondern auch den Zugriff auf alle Bände voraussetzt.
Den Fortschritt der Technik habe ich genutzt, diesem Desiderat abzuhelfen – mit Hilfe „künstlicher Intelligenz“ habe ich für die Bände 1 – 15, also den Erscheinungszeitraum 1983 – 2023, ein gemeinsames Verzeichnisse für Autorschaft, Titel und Inhalt erstellt.
Mit dem ausdrücklichen Hinweis auf keinerlei Haftung für Präzision und Vollständigkeit stelle ich es hier zum Download zur Verfügung. Aus gutem Grund trägt die Datei u.a. den Namen „Gemini“ – mit dessen (deren?) Hilfe ist sie entstanden.
Ich freue mich sehr über Reaktionen hierauf – insbesondere, wie immer, auf Hinweise zu Fehlern und Ergänzungen. Dank und Lob geht auch.
„Ihr werdet überrascht sein, wenn ihr mich besucht …“
schrieb Georg Büchner am 20. November 1836 an seine Familie. Im Februar 1837 ist er gestorben – erst 1875, 39 Jahre später, sind seine Geschwister zusammen nach Zürich gereist.
Der Krautgartenfriedhof in Zürich
Wir nutzen die Gelegenheit, erstmals vor Publikum im Darmstädter Literaturhaus, einen Blick auf drei von ihnen zu werfen, die bis dahin einflussreiche Prominente geworden waren. Bei Georgs Tod waren sie gerade mal 21, 16 und 13 Jahre alt, aber der große Bruder war ihnen ein Leben lang betrauertes und bewundertes Vorbild.
Eingeladen hatte uns die Gesellschaft Hessischer Literaturfreunde, deren Geschäftsführer, unser Freund Johannes Breckner, leider stimmlich indisponiert (Alles Gute, Johannes!), uns höchst liebenswürdig vorstellte.
Heiner Müller hat in seine Büchnerpreisrede 1985 „Die Wunde Woyzeck“ genannt, die Büchner gerissen hat: „Die Wunde Heine beginnt zu vernarben, schief; Woyzeck ist die offene Wunde. Woyzeck lebt, wo der Hund begraben liegt, der Hund heißt Woyzeck. Auf seine Auferstehung warten wir mit Furcht und/oder Hoffnung, daß der Hund als Wolf wiederkehrt.“
Wir befragen die am Grab des Bruders Versammelten, den Unternehmer und Politiker Wilhelm, die Frauenrechtlerin Luise und den „Welterklärer“ Ludwig: schmerzte die Wunde Georg? Wo findet sich das Erbe des viel zu früh verstorbenen großen Bruders in ihrem Leben? Welche Hoffnung auf Auferstehung, auf Verwirklichung seiner Ideale haben sie sich bewahrt?
Und wir lüften ein Geheimnis, das bisher ungelöst blieb: was hat es mit dem Grabstein-Rest auf sich, der heute im Museum steht, aber angeblich von der Stadt Pfungstadt sträflich mißachtet wurde?
Hedwig Richter im Büchnerhaus vor dem Relikt des GrabsteinsDes Rätsels Lösung
Die Aufzeichnung der öffentlichen Veranstaltung vom 5. Dezember 2025 sendet Radio Darmstadt am Donnerstag, dem 11.12., um 17 Uhr live auf 103,4 Mhz, auf DAB und live im Internet.
Wie immer findet sich die Sendung anschließend in den podcastportalen und hier.
Nach der Erstsendung auf RadioDarmstadt werden hier alle Folgen des Podcast zu finden sein – ganz bequem zum Anhören per Mausklick.
Selbstverständlich finden Sie die Folgen auch auf allen gängigen Portalen zum Anhören wo´s beliebt.
Zur Sendung
Im Kern der Sendereihe Büchners Welt steht Georg Büchner. Um ihn, seine Werke, seine Familie und seine Freundschaften spinnt sich ein Netz von Bezügen, Wirkungen, Ereignissen und Forschungen, die schier endlos erscheinen und in diesem Vielklang auch noch lange nicht abschließend beschrieben sind, ja wohl gar nicht abgeschlossen werden können.
Luise und Peter Brunner wollen in ihrer Sendung gemeinsam mit den Zuhörer:innen in diese Welt eintauchen. Dabei spielen nicht nur Büchners familiäre Bande eine zentrale Rolle, sondern auch die Vater-Tochter Beziehung zwischen Peter und Luise.
Peter Brunner beschäftigt sich seit Anfang der 2000er Jahre intensiv mit der Familie Büchner und begann, sich für die Sanierung der Pfungstädter Villa Büchner zu engagieren. Später hat er die Familienbiographie „Die Büchners oder der Versuch, die Welt zu verändern“ mit zwei Ko-Autoren veröffentlicht, Veranstaltungen in Darmstadt zu Georg Büchners 200. Geburtstag kuratiert, Aufsätze und Textbeiträge zum Thema veröffentlicht, zahlreiche Bilder und Texte zusammengetragen und den Stammbaum der Familie zusammengestellt und erweitert. Seit 2017 leitet er das Museum Büchnerhaus in Georg Büchners Geburtshaus in Riedstadt-Goddelau und ist Gründungsmitglied des hessischen Literaturrates, der Luise Büchner-Gesellschaft und von „BüchnerFindetStatt“.
Peters Tochter Luise ist heute Soziologin und Gewerkschaftssekretärin. Seit ihrer frühen Kindheit erlebt sie die lebendigen Geschichten, die ihr Vater von den Büchners erzählt. Zwar ist sie vertraut mit den zahlreichen Figuren und Anekdoten, die sich um die Büchners ranken, doch es gibt viele lose Enden der Erzählungen und viele ungeklärte Kontexte. In dieser Sendung will Luise versuchen, diese nie zu Ende geknüpften Netze von Zusammenhängen zu verbinden und die überraschenden aktuellen Bezüge zu hinterfragen. Peter stellt sich diesem Versuch, in jeder Folge im Gespräch mit seiner Tochter einer offenen Frage nachzugehen – von den politischen und historischen Hintergründen über die literarischen und wissenschaftlichen Aufsätze bis zu den Familienmitgliedern in der Welt der Büchners.
Das Jingle zum Podcast: die Büchnerband mit „Friede den Hütten, Krieg den Palästen“
Der „Teaser“ zum Podcast- kleine Einführung in knapp drei Minuten als Verführung zum zuhören
I: Einleitung
Für Peter hat es nicht mit Georg begonnen, sondern mit dessen Bruder Wilhelm und einer alten Villa. Er stolperte über die Geschichte der Büchners – und kann nicht mehr loslassen. Jahre später sitzt er mit seiner Tochter Luise im Studio und erzählt, wie aus Neugier eine Obsession wurde. Wer waren die Büchners und warum lohnt es sich, über sie zu sprechen? War Georg Büchner ein Genie? Und die wichtigste Frage: Wurde Luise wirklich nicht nach Luise Büchner benannt?
II: Historischer Kontext: Das lange 19. Jahrhundert
Damit wir uns in Büchners Welt stürzen können, sollten wir zunächst über den historischen und gesellschaftlichen Kontext sprechen: Der Historiker Eric Hobsbawm prägte den Begriff des Langen 19. Jahrhunderts von 1789 (Französische Revolution) bis 1914 (Erster Weltkrieg). Welche politischen Verhältnisse prägten die Büchners zu der Zeit? In welcher Welt leben sie? Und warum ist dieses Wissen oft so schwer zu verstehen und wie und wo könnte das besser gelingen?
III: Der junge Georg
Nachdem wir in Folge 2 über die Jahre vor Georgs Geburt gesprochen haben, beschäftigen wir uns hier mit den ersten Jahren seines Lebens. Georg wurde 1813 als erstes Kind des Arztes Karl Ernst Büchner und Louise Caroline Büchner, geborene Reuß, geboren. Nach mehreren Wohnungswechseln kommt die Familie in ihrem Haus in Darmstadt an. War die Familie wirklich zu 9. oder gab es noch mehr Personen, die mit ihnen zusammen gelebt haben? Was wissen wir über Georgs Schulzeit und über seine frühe Politisierung? Und warum hält er am Gymnasium eine Rede über einen alten Römer?
IV: Georg in Straßburg
Nach Georgs Abitur soll er als der Erstgeborene in seiner Familie und als Sohn eines Arztes selbst auch Medizin studieren. Er darf ins Ausland gehen und beginnt in Straßburg sein Studium. Er ist überwältigt von der Großstadt, der Offenheit der politischen Debatte, der Präsenz der „Gewitterstimmung“ seit der Revolution und wird zum überzeugten Republikaner. Georg liest, schreibt, studiert, wandert – und verliebt sich. Wir sprechen in dieser Folge aber auch darüber, woher wir die ganzen Informationen über die Büchners eigentlich haben. Und was ist eigentlich eine Botanisiertrommel?
V: Ein Bild von Georg
Georg verlässt das große Straßburg und fühlt sich nach Gießen verbannt. Aber bevor er dorthin aufbricht, wandert er durch den Odenwald, über den Frankenstein, Zwingenberg und den Melibokus. Auf dieser Wanderung entstehen zwei kleine Zeichnungen von Georg, die sein Freund Alexis Muston anfertigt. Das bringt uns zu den Fragen, welche Bilder es von den Büchners gibt – und welche nicht. Gibt es echte Portraits und woher wissen wir überhaupt, welche authentisch sind?
Wir sprechen über die Malaria im hessischen Ried, Einsamkeit in der Provinz und über das Motto, das Georgs Leben prägte. Und war Georg eigentlich ein lebenslustiger Mensch?
VI: Gießen, 1834:
Georg ist neu in der Stadt und niedergeschlagen – aber nicht tatenlos. Er schreibt wohl seinen bekanntesten Brief, der heute Fatalismusbrief genannt wird. Er trifft auf politische Netzwerke, schließt Freundschaften, eckt aber auch an – nicht zuletzt bei Burschenschaftern, die ihm eine „Katzenmusik“ bringen.
Wir klären, was das eigentlich ist und widmen uns der Frage, was Georg motivierte, politisch aktiv zu werden.
VII: 500 Jahre Demokratie?
Wir machen einen Zeitsprung ins Jahr 1525. Richtig, fast 300 Jahre vor Georg Büchners Geburt: Zu Thomas Müntzer, den Bauernkriegen und der blutigen Schlacht und Niederlage der Bauern bei Frankenhausen. Aber was hat das mit den Büchners zu tun? Gibt es eine Linie von den aufständischen Bauern zu den Adressaten des Hessischen Landboten? Luise ist skeptisch aber Peter meint: Ja. Wir diskutieren, ob 1525 demokratische Hoffnungen begraben wurden – oder ob sie gerade erst Wurzeln schlugen.
VIII: Der Hessische Landbote – Krieg den Palästen?
In der Schule haben viele von uns den Hessischen Landboten gelesen, besonders bekannt ist die Parole „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“ In dieser Folge geht es aber auch um Konspiration und die politische Verfolgung, die zur Entstehungsgeschichte des Flugblatts gehören.
Anhand des Drucksatzes lassen sich ganze Kriminalgeschichten erzählen.
Und neben all der Verschwörung sprechen Luise und Peter auch darüber, ob es heute wohl einen neuen Hessischen Landboten bräuchte.
IX: Woyzeck? Wozzeck!
Das Staatstheater Darmstadt zeigt Alban Bergs Oper Wozzeck. Die Musik: überwältigend. Die Sänger*innen, allen voran Oliver Zwarg in der Hauptrolle: eindrucksvoll.
Aber warum steht die Figur Woyzeck – ganz im Widerspruch zu ihrer sozialen Randexistenz – alleine auf einer riesigen, weißen, beweglichen Bühne?
Und ja: Woyzeck begeht einen Femizid – scheußlich und unverzeihlich. Das Programmheft verurteilt die Tat. Büchner hingegen stellt eine andere Frage: Warum?
Wir diskutieren – und empfehlen: hingehen, selbst urteilen!
X: Wer die Wahrheit spricht, wird gehenkt
Seit 1820 garantiert die hessische Verfassung Meinungs- und Pressefreiheit. Wovor hatten die Landbotenverschwörer trotzdem solche Angst? Wir begeben uns auf die Spur der Demagogenverfolgung, des Tyrannenmordes und der Karlsbader Beschlüsse. Und stellen fest: Die Bürokratisierung von politischer Verfolgung hat eine lange Geschichte.
XI.: Dantons Tod I
Die Landbotenverschwörung ist aufgeflogen, Büchner fürchtet Verfolgung und Haft. Selbstbewusst wie er ist, vertraut er auf sein Können: Um seine geplante Flucht ins Exil zu finanzieren, entscheidet der gerade 19 Jährige, ein Theaterstück zu schreiben und zu verkaufen. Bevor wir uns in der nächsten Folge mit dem Inhalt und den Figuren des Textes ausführlicher beschäftigen, sprechen wir dieses Mal darüber, wie das Stück Dantons Tod entstand.
Xll: Unter allen Umständen frei
Büchners Welt kennt keine Grenzen: Wir bekommen Besuch von der diesjährigen Trägerin des Luise-Büchner-Preises für Publizistik. Dr. Antje Schrupp ist eine profunde Kennerin feministischer politischer Ideengeschichte und wir sprechen mit ihr über ihr neuestes Buch „Unter allen Umständen frei“. Zwischen den Büchner-Geschwistern Luise und Georg will sie sich nicht entscheiden, wir finden aber, es wird deutlich, ob sie dem radikalen Georg oder der besonnenen Luise näher steht.
XIII: Exil in Straßburg | Büchners Welt
Als Repression und Verfolgung für ihn und seine Freunde immer bedrohlicher werden, entscheidet sich Georg Büchner zur Flucht über Weißenburg nach Straßburg. Eigentlich wollten wir in dieser Folge die Zeit bis zu seinem frühen Tod zusammenfassen, doch wir brauchen Zeit für die wunderbare Briefen, die er aus dem Exil schreibt. Außerdem berichtet Papa in dieser Folge, wie ihn zwei künstliche Intelligenzen vor lauter Auskunftseifer frech belogen haben: Lebte Georg Büchner zu Beginn des Exils eigentlich unter Pseudonym?
Folge XIV: Dantons Tod 2
Aus der „Lektüreliste aus der Hölle“: Ein Stück über maulende Männer? Nachdem wir in Teil I die Entstehungsgeschichte besprochen haben, blicken wir nun auf Handlung und Figuren. Sind die Vorbehalte gerechtfertigt? Litt Danton an postrevolutionärer Depression? Wir lesen nach – und glauben nicht, dass Büchner uns das Revolution-Machen ausreden will. Aber vielleicht wären manche Revolutionen mit seinen Warnungen anders verlaufen?
XV: Lenz im Staatstheater Darmstadt
Das Darmstädter Staatstheater bringt den Lenz – der ja eigentlich gar kein Drama, sondern ein kurzer Prosatext ist. Luise steht dem offen gegenüber und fürchtet, dass Peter jede Inszenierung nur als Ablenkung vom Text empfindet.
Das will der aber nicht gelten lassen: „Büchner hält das aus“.
Wir sprechen über die Inszenierung und Sensibilität gegenüber psychischen Erkrankungen. Und wie passt das Stück zu Paul Preciados Dysphoria Mundi, dem Unwohlsein einer Welt im Umbruch?
Folge XVI: „Wir sind Tod, Staub, Asche“
1836: Georgs Exil scheint erträglicher zu werden. Er bekommt eine Aufenthaltsgenehmigung, Mutter und Schwester kommen zu Besuch und mit seiner neuroanatomischen Forschung geht es voran. Er schreibt wie besessen – der Lenz, Leonce und Lena und der Woyzeck entstehen, er wird tatsächlich in Zürich zum Dr. promoviert und plant ein neues Leben in der Schweiz. Wir beantworten in dieser Folge endlich, woran Georg eigentlich gestorben ist, sind wie immer gerührt von dem Ende seiner bewegenden Biographie und überlegen: War das alles zusammen einfach zu schnell und zu viel? Und was ist von seinen letzten Worten zu halten?
Folge XVII: Mathilde Büchner und die Lage der Frauen im 19. Jahrhundert mit Agnes Schmidt
Georg Büchners älteste Schwester Mathilde umweht stets die Aura der Unbekannten. Umgeben von ihren weit über Darmstadt hinaus prominenten Geschwistern scheint unbedeutend, was wir von ihrem Leben wissen. Wir können das zurechtrücken und ein sehr wohl bemerkenswertes Frauenleben schildern: als „Fels in der Brandung“ bildet sie den ruhenden Pol im Trubel der umtriebigen Geschwister und als selbstbewusste Bürgerin engagiert sie sich öffentlich. Wir haben eine hervorragende Kennerin der Lage der Frauen zu Gast: unsere Freundin Agnes Schmidt. Sie erläutert uns, welche Rolle Frauen im Biedermeier zugeschrieben wurden und wie sich einige von Ihnen davon befreiten.
Folge XVIII: Wilhelm Büchner (1)
Georgs älterer Bruder Wilhelm fliegt erst aus der Schule, dann von der Uni, entkommt dem Typhus nur knapp – und steht doch am Ende auf eigenen Beinen. Wir fragen, wie es bei den Büchners zuhause zuging und warum der Vater den vermeintlichen „dummen Bub“ nicht fallen ließ. Als Georg ins Exil flieht, nimmt Wilhelm ausgerechnet in Butzbach eine Stelle an
– kein Zufall, wie wir glauben. Er steht den Landbotenverschwörern nahe, verschiebt das Aufstandmachen und gründet in Darmstadt einen kleinen Chemiebetrieb. Dort entdeckt er etwas, das ihn reich und berühmt macht: die blaue Farbe.
Folge XIX: Gegen den Indifferentismus!
Am Sonntag, 23.11.25, verlieh die Luise Büchner-Gesellschaft ihren Preis für Publizistik an unsere Freundin Antje Schrupp. Wir senden ausführliche Auszüge aus Grußworten und Laudatio sowie Antjes Dankesrede im Wortlaut. Erneut wurde eine Frau ausgezeichnet, die zu Recht in der Nachfolge Luise Büchners beschrieben wird: es verbindet Antje mit ihr „die Offenheit gegenüber Veränderungen, die Bereitschaft, Überkommenes in Frage zu stellen und Neues zu versuchen“. Indifferent zu sein, so warnte Luise Büchner, sei berechtigterweise schon von Dante unter die Todsünden gestellt worden.
Folge XX: Live im Literaturhaus Darmstadt: „Ihr werdet überrascht sein, wenn ihr mich besucht …“ | Büchners Welt
So schrieb Georg Büchner im November 1836 an seine Familie. Wenige Monate später war er tot, erst 39 Jahre danach reisten seine Geschwister gemeinsam nach Zürich. Weil sein Grab aufgelöst wurde, fand er eine neue prominente Ruhestätte unter einem neu gestalteten Stein. Doch was geschah mit dem ursprünglichen Grabstein?
Bei unserem ersten Auftritt im Darmstädter Literaturhaus richten wir den Blick auf Wilhelm, Luise und Ludwig, die inzwischen selbst zu prägenden Persönlichkeiten geworden waren. Was bedeutete ihnen der früh verstorbene Bruder, und wo lebt sein Erbe in ihren eigenen Lebenswegen weiter?
und, wie dort versprochen, hier die Bilder der Präsentation:
Folge XXI: Staffelfinale: Wir blicken voraus und zurück
Zwanzig Folgen lang haben wir erzählt, gestaunt, gelacht, zitiert, spekuliert, mit Gästen oder zu zweit über alles, was Büchners Welt ausmacht. Vom Werk selbst haben wir gerade einmal „Danton“ und den „Landboten“ geschafft. Über „Lenz“ und „Woyzeck“ gibt es noch viel zu sagen; „Leonce und Lena“ wird uns und euch zum Lachen bringen. Dann warten noch Naturwissenschaft, Philosophie und immer wieder Politik. Auch die Familie ist längst nicht auserzählt: Mathilde hat ihre Folge bekommen, Wilhelm gerade erst begonnen. Und dann: drei weitere Geschwister, dazu Freunde, Genoss*innen und all jene, die Büchners Gedanken weitergetragen haben. Eins ist sicher: Wir haben noch viel vor!
Die neuen Folgen:
Hier endet diese Form der Veröffentlichung unseres podcast. In Zukunft werde ich im Blog die jeweils neueste Folge ankündigen und dazu den link zu