Peter Brunners Buechnerblog

Kategorie: Büchner (Seite 6 von 45)

Es ist ganz im Sinne Georg Büchners und seines Einsatzes für Gleichheit, alles dafür zu tun, dass nicht knappes Geld den Zugang ausgerechnet zu seinem Museum einschränkt.


Satzungsgemäß tagte die Jahreshauptversammlung des Fördervereins Büchnerhaus am 21. März.

Neben den vereinsrechtlichen Formalia wie der ohne Gegenstimmen erfolgten Entlastung des weiter amtierenden Vorstandes waren es insbesondere der Ausblick und zukunftsweisende Festlegungen, die das Programm des Abends dominierten.

In den vergangenen Monaten ist es endlich gelungen, den Bau der Scheune gemäß dem eingereichten Bauantrag fertigzustellen, Rück – und linke Seitenwand wurden geschlossen. Nach einer Begehung durch die zuständige Kreisbehörde ist zu erwarten, dass nun wenigstens die vorgesehene bescheidene und gelegentliche Nutzung für Veranstaltungen im Freien möglich wird. Wir hoffen, dass das mit dem Auftritt unserer Freunde von Le Cairde aus Darmstadt im Sommer losgeht.

Die „Büchnerscheune” hat nun zwei geschlossene Aussenwände

Zahlreiche Kontakte zu Presse und Politik hatten nicht nur wirtschaftliche, sondern auch publizistische Folgen. Es ist ein großer Erfolg, dass die hessische Regierungskoalition die Unterstützung für die Riedstädter „Büchnerarbeit“ ausdrücklich in den Koalitionsvertrag aufgenommen hat, und dass der Bundespräsident das Büchnerhaus in seinem Beitrag zum Jubiläum der Märzaufstände 1848 in Berlin erwähnt, ist eine wohltuende Anerkennung für die hier seit Jahrzehnten geleistete Arbeit.

In diesem Zusammenhang wird Bürgermeister Marcus Kretschmann, der gleichzeitig Vorsitzender des Fördervereins Büchnerhaus ist, den Stadtverordneten einen Beschluss darüber vorlegen, die offizielle Benennung Riedstadts als „Büchnerstadt“ durch das hessische Innenministerium zu beantragen.

Die heute schon geführte „informelle” Benennung der Stadt

Dem Förderverein ist in den letzten Monaten neben einer großzügigen Einzelspende und verschiedenen Landesfördermitteln auch, zusammen mit der BüchnerBühne, vom Kreistag des Landkreises Gross-Gerau Unterstützung zugesagt worden. Noch im Dezember 2018 haben die Parlamentarier insgesamt 60.000 € genehmigt.

 „Die Mittel sind nach gemeinsamer Absprache für Maßnahmen der Demokratiebildung im Sinne Georg Büchners und den Zielen der beiden Institutionen für die Informations- und Bildungsarbeit mit jungen Menschen einzusetzen“


lautet der Beschluss. Nach interner Absprache und einem Treffen mit Landrat Thomas Will wird das Geld 2019 den beiden Vereinen zu gleichen Teilen zukommen. Das Büchnerhaus kann damit ab dem 1. Mai 2019 ein Jahr lang seine Öffnungszeiten um zwei weitere Tage verdoppeln und auf das Erheben von Eintritt für Einzel –und Gruppenbesuche verzichten. Der Vorstand begründet seinen Beschluss so:

„Erfahrungen anderer Museen belegen eindeutig, das selbst geringe Eintrittsgebühren prohibitiv wirken: insbesondere bildungs- oder sozial benachteiligte Personen scheuen kostenpflichtige Angebote. Die Unterstützung des Landkreises macht es möglich, auf die bisherigen Einnahmen von ca. 3 T€ im Jahr zu verzichten und die zusätzliche Arbeitszeit zu honorieren. Es ist ganz im Sinne Georg Büchners und seines Einsatzes für Gleichheit, alles dafür zu tun, dass nicht knappes Geld den Zugang ausgerechnet zu seinem Museum einschränkt. Dem war schon bisher durch Erlass des Eintritts für Minderjährige entsprochen worden, mit den zusätzlichen Mittel wird es möglich, dies auf alle Besucher*innen auszudehnen.

Die Ausdehnung der Öffnungszeiten soll es leichter machen, das Museum aufzusuchen. Insbesondere die künftige Möglichkeit, vor annähernd jeder Aufführung der BüchnerBühne das Goddelauer Museum zu besuchen, kann so angeboten werden.“

In den nächsten Monaten soll nun an der engen Kooperation von Büchnerhaus und BüchnerBühne gearbeitet werden; öffentlich werden nächste Ergebnisse wahrscheinlich am Tag der Literatur in Hessen, dem 26. Mai, wenn es heißt „Stadt, Land, Fluss – mit dem Bus durchs BüchnerLand“

Peter Brunner

von Peter Brunner

„Doch was mir dort geschehen, Wirkt mutig in mir fort!”*

Als Georg Büchner am 19. Februar 1837 in Zürich in den Armen der geliebten Minna Jaeglé stirbt, ist kein Familienmitglied anwesend.

Am Tag nach der Beerdigung am 21.2.  veröffentlichen die Eltern in Darmstadt eine knappe Anzeige:

 

Unser innigst geliebter Sohn Georg, Dr. philos. und Privatdocent an der Universität Zürich, ist uns durch den Tod entrissen worden. Er starb am 19. d. Mts. an dem Orte seiner Bestimmung, nach kaum zurückgelegtem 23. Jahre seines Alters, an einem bosartigen Fieber.

Ihren lieben Verwandten und Bekannten, sowie den Freunden des Verewigten widmen diese Anzeige, mit der Bitte um stille Theilnahme, die tiefgebeugten Eltern.

Darmstadt, den 22. Februar 1837.

Dr. Büchner, Gr. Med. Rath.

Caroline Büchner, geb. Reuß.

(Großherzoglich Hessische Zeitung, Nr. 56, 25. Februar 1837)

Es gibt keine Äusserung darüber, ob und wie es ihnen möglich gewesen wäre, rechtzeitig nach Zürich zu reisen; theoretisch war allerdings auch eine Überführung des Leichnams und eine Bestattung in Darmstadt nicht ausgeschlossen.

Das unwürdige Verhalten der Darmstädter Behörden, die wenig später verhinderten, dass auf Weidigs Grab die Inschrift

„Vaterland, Dein sei mein Leben,

Dein mein Fürchten, Hoffen, Streben,

und zum Lohne gieb dafür

Grab in freier Erde mir”

gezeigt werden durfte, mag als Hinweis dafür genügen, dass es gute Gründe gab, den gesuchten Staatsverbrecher Georg Büchner jedenfalls zunächst in tatsächlich freier, schweizerischer, Erde ruhen zu lassen. Auch der Satz „an dem Orte seiner Bestimmung“ mag ein Hinweis darauf sein, dass die Eltern  in dem Eindruck lebten, Georg habe mit der Dozentenstelle in der Schweizer Republik einen besseren Ort gefunden als es Darmstadt für ihn sein konnte.

Auf den „Rigiblick” umgebettet liegt er dort noch heute, und immer wieder erreichen mich Nachrichten von Büchnerfreund*innen, die seine letzte Ruhestätte dort besucht haben.

Im Juni 2019 wird die Luise Büchner-Gesellschaft eine Reise veranstalten, deren Teilnehmer*innen bereits einen Ortstermin dort vereinbart haben.

Die Stadt Darmstadt legt zum Todestag regelmäßig einen Kranz auf sein Grab, und unser Freund DW aus Riedstadt hat ihm bei jedem seiner regelmäßigen Besuche eine Erinnerung auf’s Grab gelegt.

 

Hier eines seiner neuesten Fotos (danke dafür!), schon unter der neu gepflanzten, jungen Linde

Büchners Grab auf dem Rigiblick in Zürich, Januar 2019 (C) DW

von Peter Brunner

Peter Brunner

* aus Luise Büchners Gedicht „Am Grab des Bruders”

Der Darmstädter Blumengruß von 2019. Das Foto von Herrn K. aus Zürich hat mir freundlicherweise Herr F. aus Darmstadt überlassen, vielen Dank dafür!

„Causa Menasse“ – Inwiefern kann, was die fiktionalen Texte betrifft, Menasse mit Büchner verglichen werden?

Zur Causa Menasse hat die Autorin Petra Morsbach in der FAZ in einem Leserbrief Stellung bezogen. „Können die Inbegriffe des historischen Wissens und des öffentlichen moralischen Bewusstseins für die literarische Fiktion verbindlich sein?“ fragt sie und bezieht das auf die „herrlich erfundenen Reden“ bei Shakespeare, Brecht und – Büchner.

Ich habe eine Reihe von Freund*innen gefragt, ob sie das hier kommentieren wollen, und neben Schweigen und spöttischer Ablehnung („net amol ignoriert“, „Vollmeise, alle beide“) die folgende Antwort von Herbert Wender erhalten.

Es hat ja immer wieder literarische Debatten gegeben, bei denen Büchner auf die eine oder andere Art als Zeuge herhalten musste, ich erinnere mich an die große Auseinandersetzung um Peter Schneiders „Vati“. Auch wenn Frau Morsbach unglücklich mit einem indirekten Zitat Büchners endet („Der geniale Büchner, auf den wir alle stolz sind, empfahl, Paläste anzuzünden“) meint Wender, es lohne sich, ihrer Überlegung nachzugehen. Er schreibt:

Lieber Herr Brunner,

ich danke Ihnen für den Hinweis auf die Büchner-Erwähnung(en) in einem Leserbrief der Schriftstellerin Petra Morsbach, der in der FAZ erschienen ist. Sie sucht den Kollegen Robert Menasse gegen die Kritik des Feuilletons in Schutz zu nehmen, indem sie Shakespeare, Büchner und Brecht als Parallelfälle nennt. In der öffentlichen Diskussion (soweit ich sie im Internet übersehe) wird dagegen die Causa Menasse eher mit den Fällen Relotius und Würger, zuweilen auch mit der älteren ‚Causa zu Guttenberg‘ verglichen. Offenkundig wollte Frau Morsbach den Leumund des Buchpreis-gekrönten Autors retten, indem sie Menasse den großen Text-Entleihern an die Seite stellt.

Die Befindlichkeiten der Leserbrief-Autorin interessieren mich nicht, ebensowenig ihr vielleicht doch etwas schlichtes Bild von Georg Büchner. (Es wäre allemal besser gewesen, die in den Quellen dokumentierten Gewalt-Vorstellungen Büchners zu zitieren als im Menasse-Stil ein Zitat zu phantasieren, das auf die Parole „Krieg den Palästen!“ anspielt.) Auch interessiert mich im folgenden nicht das eigentliche Skandalon, das insofern ein doppeltes ist, als es nicht nur Menasse, sondern auch das Feuilleton bloßstellt: Bereits 2013, also weit vor der Veröffentlichung seines Romans „Die Hauptstadt“, hat Menasse in einem nicht-fiktionalen Text (seinerzeit abgedruckt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung) in Form einer Tatsachenbehauptung aus einer angeblich historischen europapolitischen Rede des CDU-Politikers Walter Hallstein zitiert, die dieser Ende der 1950er Jahre, mitten im Kalten Krieg, in Auschwitz gehalten hätte. Wer die Geschichte der Hallstein-Doktrin kennt (man vergleiche etwa die einschlägigen außenpolitischen Meldungen der 1960er Jahre im Internet-Archiv der ehemaligen SED-Zeitung „Neues Deutschland“), müßte Menasse schon für tollkühn halten, wollte er ihm eine bewußte Fälschungsabsicht unterstellen. Ich vermute, daß es ihm ging wie einst dem Herrn zu Guttenberg: Wie dieser fest daran glaubte, daß die entlehnten Sätze seinem eigenen Hirn entsprungen wären, so erlag auch Menasse der selbstverliebten Vorstellung, die starken Sätze, die er geschrieben hatte, wären tatsächlich von Hallstein in Polen gesagt worden.

Nach diesen Klarstellungen komme ich nun endlich zum eigentlichen Thema: Inwiefern kann man, was die fiktionalen Texte betrifft, Menasse mit Büchner vergleichen?

Shakespeare, Büchner, Brecht

Im Unterschied zu Martin Mosebachs schnurgerader Überblendung „Saint-Just, Büchner, Himmler“ (FAZ-Titel der Büchnerpreis-Rede von 2007), die auf ideologische Engführung historischer und fiktiver Reden zielt, scheint Petra Morsbachs Zusammenstellung dreier großer Namen nur den poetologischen Aspekt in den Blick nehmen zu wollen. Die mittlerweile zusammengebrochene Autosuggestion Menasses, der für historisch wahr hielt, was er erfunden hatte, wird im Leserbrief gar nicht angesprochen, argumentiert wird offenkundig rein handwerklich. Daß die Grenzen zwischen dem historisch Überlieferten und dem vom Autor Hinzugedichteten bei der literarischen Gestaltung historischer Stoffe fließend sind, ist in der Tat nichts Besonderes.

Wer sich in solchem Zusammenhang auf Georg Büchner beruft, hat recht: In den drei Büchner-Texten, die einen historischen Stoff verarbeiten, also im Revolutionsdrama, in der Künstlernovelle und im Sozialdrama, fingiert Büchner Reden von Figuren, die historische Namen tragen, und verzichtet gleichzeitig nicht darauf, auch historisch bezeugten Wortlaut in seine Texte zu integrieren. Im „Woyzeck“ zum Beispiel sind die tragenden Säulen einer Argumentation, die den Täter als Opfer sehen, frei erfunden; der historische Woyzeck hatte zum Zeitpunkt der Tat weder eine militärische Beschäftigung noch den Nebenjob im medizinischen Experiment. Und der historische Täter war von der ermordeten Witwe ausgehalten worden, während die literarische Figur rührend bemüht ist, für Frau und Kind zu sorgen. Man müßte Büchner für tollkühn halten, wollte man ihm unterstellen, er hätte mit offensichtlichen Fakes zu einem realen Geschichtsverfahren kritisch Stellung nehmen wollen.

Hinzu kommt ein weiteres Problem, wenn wir die literarischen Handwerker vergleichen wollen, nämlich daß wir das Verhältnis der Dichter zu den ermittelten Quellen in der Regel nur indirekt erschließen können, aus dem Ergebnis ihrer Arbeit, aus dem Werk. Man kann sich durchaus fragen, warum Büchner die Titelfigur des Revolutionsdramas und zwei weitere Dantonisten im Bordell auftreten läßt. Glaubte er einfach entsprechenden historischen Quellen oder wollte er uns die ‚Liederlichkeit‘ dieser historischen Akteure nur glauben machen, um den dramatischen Konflikt zu steigern?

Ich verweise an dieser Stelle auf meine Dissertation (Wender 1988, insbesondere das Kapitel “ ‚Huren‘ oder ‚Hoden‘ ?“). Ohnehin würde es zu weit führen, die verschiedenen Techniken der Quellenverarbeitung in Büchner-Texten näher zu erläutern. Ich schließe also etwas abrupt, will aber nicht ausschließen, die Diskussion fortzusetzen. Anregungen dazu sind immer willkommen!

Herzliche Grüße,
Ihr Herbert Wender

Ich stelle das hier zur Diskussion und freue mich zusammen mit Herbert Wender über jeden Kommentar.

Peter Brunner

Peter Brunner

Wie so oft wird die Debatte lieber in privaten Mails als hier geführt; ich darf das aber mit „anonym” zitieren:


„Die Causa Menasse ist – für mich – aus einem anderen Grunde bemerkenswert: Was man so hört und liest, ist es ein Roman von eher mittelmäßiger Qualität. Gleichwohl hat er gegen bessere Werke den Buchpreis bekommen. Also merke: Du mußt mit dem „Narrativ“  der Mächtigen denken, um zu reüssieren. Da schaden auch Fakes nicht. Und schon  das macht M. mit Büchner unvergleichbar. Ihn  mit Shakespeare und Büchner in einem Atemzug zu nennen, heißt alle im eigentlichen Sinne literarischen Maßstäbe hintanstellen.”

2019 – es gibt viel zu tun

Auf 20 von 8518 Zeilen kommt im soeben besiegelten hessischen Koalitionsvertrag Literatur vor:

Literatur
Hessen ist ein starkes Literaturland. Wir werden die Literaturförderung weiter ausbauen, weiterhin den hessischen Verlagspreis verleihen und mit einem Gemeinschaftsstand auf der Frankfurter Buchmesse präsent sein. Die Literaturbüros, -zentren und -häuser, die in der Fläche des Landes arbeiten, sollen weiterhin unterstützt werden.
Wir werden prüfen, ob wir z.B. zu den Themen „Brüder Grimm“, „Bettine von Brentano“, „Johann Wolfgang von Goethe“ und „Georg und Luise Büchner“ die verschiedenen Einrichtungen in unserem Land vernetzen und diese hessischen Autoren damit stärker in den Fokus rücken können.
Als Reaktion auf die zunehmende Verfolgung von Menschrechtsaktivisten, Künstlern, Autoren und Journalisten wollen wir einen Fonds „sicherer Hafen“ auflegen, aus dem Stipendien für 20 Verfolgte über einen Zeitraum von 3 Jahren finanziert werden können. Wir werden sie in dieser Zeit dabei unterstützen, sich ein Netzwerk aufzubauen und ihre Arbeit fortzusetzen. Wir wollen damit als Hessen einen Beitrag im Sinne der demokratischen Werte unserer Europäischen Union leisten. Wir werden dabei prüfen, ob wir dabei mit dem europäischen Projekt ProtectDefenders.eu kooperieren können”

Im vergangenen Jahr haben die kulturpolitischen Sprecher*innen der Grünen (Martina Feldmayer), der CDU (Karin Wolff) und der SPD (Gernot Grumbach) das Büchnerhaus besucht. Auch dem Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Patrick Burghardt, konnten wir vor Ort und im Ministerium erläutern, wie der Bedeutung Georg Büchners in Zukunft besser Rechnung getragen werden könnte.

Gerd Duttenhöfer: Georg Büchner

Der Förderverein Büchnerhaus, die BüchnerBühne und die Luise Büchner-Gesellschaft haben sich in den vergangenen Jahren mit großem, häufig ehrenamtlichem, Einsatz und einigem Erfolg um dieses „in den Fokus rücken” bemüht. Es freut uns, dass diese Bemühungen jetzt ihren Niederschlag unter anderem in dieser Formulierung  gefunden haben. Uns war und bleibt wichtig, dass die Büchner-Geschwister eben gerade nicht nur bedeutende historische Persönlichkeiten waren, sondern dass sich aktuelle Lehren aus ihrem Leben und Werk  ziehen lassen. Das gilt für Luises Engagement für „Mädchenbildung” ebenso wie für Georgs radikale Opposition gegen diktatorische Regierung. Sprachgewalt und Zeitlosigkeit von Georgs literarischem Werk heben es weit über die Texte seiner Zeitgenossen hinaus; wenige Dichter deutscher Sprache haben über Jahrhunderte Einfluss auf aktuelle Literatur genommen wie er.

Barbara Dieckmann: Luise Büchner

Die künftige hessische Landesregierung formuliert einen Vorsatz, der das als bedeutendes Erbe all derer beschreibt, die

„Hess*in sind, weil sie Hess*in sein wollen”.

Das ist ein guter Anfang. Und wir haben keinen Zweifel daran, dass mit Angela Dorn eine Ministerin das Amt übernimmt, die dem gerecht werden wird.

von Peter Brunner

Peter Brunner Peter Brunner

Mahdi Ehsaei am 8. 12. 2018 im Büchnerhaus

Mahdi Ehsaei, geboren 1989 in Münster, NRW, ist ein deutsch-iranischer Fotograf, Künstler und Designer. Ehsaei ist graduierter Designer der Hochschule für Gestaltung, Darmstadt.

 

(C) M. Ehsaei (http://www.mahdi-ehsaei.com/about/)

An der „Büchner-Biennale“ 2013/14 in Darmstadt beteiligte er sich mit zwei aufsehenerregenden Beiträgen:

rund um das große Zierbeet vor dem Darmstädter Hauptbahnhof platzierte er zahlreiche Metallschilder – „quote signs“ – , die auf den ersten Blick wie botanische Erläuterungen wirkten, tatsächlich aber die Blütenpracht der Beete um die Pracht zahlreicher Büchnerzitate erweiterten.

                    

 

Im „Königreich Popo“ dem kleinen, versteckten Gärtchen am Hauptbahnhof stellte er „listening stations“ auf – Betonwürfel mit eingebauten mp3-playern, die über ein Dosentelefon wie aus Kinderspielen Büchnerzitate, gesprochen von Stefan Schuster, wiedergaben. Aus dieser Arbeit ist eine Internetinstallation geblieben, die unter http://pretaparsi.com/buechner/# bis heute auf Mausklick Büchnerzitate liefert.

 


Bluespapa Reiner Lenz an der Hörstation

 

Mit der freundlichen Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst ist es gelungen, Mahdi Ehsaei zu einem Vortrag ins Büchnerhaus einzuladen.

Am Samstag, dem 8. Dezember, wird er um 19 Uhr während des gleichzeitigen Weihnachtsmarktes im Büchnerhaus über seine Arbeit sprechen. Neben einem Rückblick auf die Darmstädter Arbeiten, die künftig am Büchnerhaus gezeigt werden, wird er im Gespräch mit dem Museumsleiter Peter Brunner schildern, was ihn an Georg Büchners Leben und Werk interessiert und was die Interaktion von Geschichte und Literatur des 19. Jahrhunderts mit der bildenden Kunst des 21. Jahrhunderts erreichen kann.

von Peter Brunner

 

Peter Brunner Peter Brunner

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