Peter Brunners Buechnerblog

Eine Würdigung für Luise Büchner – kurz vor ihrem zweihundertsten Geburtstag

In Darmstadt wird Luise Büchners lebenslanger Einsatz für Mädchenbildung mit der Benennung einer neuen Bildungseinrichtung gewürdigt. Der künftige „Bildungscampus“ im Konversionsgebiet Lincolnsiedlung wird den Namen von Georg Büchners Schwester tragen.

Luise Büchner. Nachkolorierte Orioginalphotographie

Die Pressemeldung der Wissenschaftsstadt im Wortlaut: 

Magistrat beschließt Namen für Grundschule und Kita in der Lincoln-Siedlung:

„Bildungscampus Luise Büchner“ / OB Partsch: „Damit ehren wir das Leben und Wirken von Luise Büchner“

 


In seiner jüngsten Sitzung am Mittwoch, 1. April 2020, hat der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt den Namen „Bildungscampus Luise Büchner“ für die Grundschule und die Kindertagesstätte in der Lincoln-Siedlung beschlossen.
„Durch die Benennung des Komplexes in der Lincoln-Siedlung mit dem Namen „Bildungscampus Luise Büchner“ ehren wir das Leben und Wirken von Luise Büchner und ihren Einsatz für die gleichwertige Bildung junger Menschen. Sie war eine der ersten Frauenrechtlerinnen Deutschlands und eine große Kämpferin ihrer Zeit. Ihr Name erhält mit dieser Benennung einen festen Platz in der Bildungslandschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Der Bildungscampus in der Lincoln-Siedlung wird damit stets daran erinnern, jungen Menschen jede Chance auf Bildung zu ermöglichen – völlig unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft oder Religion“, sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch.
Luise Büchner wurde am 12. Juni 1821 in Darmstadt geboren. In ihrem 1855 erschienen Werk „Die Frauen und ihr Beruf“ setzte sie sich für eine gleichwertige Ausbildung von Mädchen und Jungen und eine qualifizierte Berufsausbildung für Frauen ein. Für Mädchenschulen forderte sie die Einstellung von Lehrerinnen anstelle von Theologen.
Luise Büchner gründete 1867 gemeinsam mit Prinzessin Alice von Hessen und bei Rhein mehrere Frauenvereine, die weit über die Grenzen von Hessen-Darmstadt bekannt wurden. 1872 gründete sie eine Berufsfachschule für Mädchen, die heutige Alice-Eleonoren-Schule. Seit 1860 bot Luise Büchner in ihrer Wohnung Geschichtsvorlesungen für Mädchen und Frauen an. 1870 war sie Mitbegründerin einer Volkshochschule für Frauen, an der namhafte Wissenschaftler geistes- und naturwissenschaftliche Vorträge hielten.
Seit 1869 vertrat Luise Büchner die Alice-Frauenvereine auf überregionalen Konferenzen und berichtete in der Presse regelmäßig über ihre Arbeit. Auf die Initiative von Prinzessin Alice von Hessen und bei Rhein und Luise Büchner fand in Darmstadt 1872 die erste Generalversammlung der Frauenbildungs- und -erwerbsvereine statt. 1873 wurde Luise Büchner als erste Frau vom Preußischen Kultusministerium gebeten, ein Gutachten zu Unterrichts- und Erziehungsfragen in der Mädchenschulbildung vorzulegen.
Die Darmstädter Frauenrechtlerin starb am 28. November 1877 in ihrer Geburtsstadt. Sie hat ein Ehrengrab auf dem Alten Friedhof.
3. April 2020 / lea

Peter Brunner

von Peter Brunner

3 Kommentare

  1. Iris Welker-Sturm

    Das ist ja wunderbar. Da kommt mein MATHILDE-Beitrag in Heft 165 gerade zur rechten Zeit und mein Roman über Luise wird zu ihrem Geburtstag auch erscheinen. LG Iris Welker Sturm

  2. Friedgard Wyporek

    Das ist eine sehr erfreuliche Nachricht. Ich freue mich sehr, das Luise Büchner so gewürdigt wird. Herr Brunner und seine Mitstreiter haben sicher dazu beigetragen. Dank dafür. So wird Luise Büchner auch immer mehr in den Focus rücken. Tolle Sache!

  3. Friedgard Wyporek

    Das ist eine sehr erfreuliche Nachricht. Das Luise Büchner so gewürdigt wird, ist eine große Sache. Herr Brunner und seine Mitstreiter haben sicher auch dazu beigetragen. Danke dafür. So wird Luise Büchner auch immer mehr in den Focus rücken.

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