{"id":700,"date":"2013-05-17T11:13:05","date_gmt":"2013-05-17T09:13:05","guid":{"rendered":"http:\/\/geschwisterbuechner.de\/?p=700"},"modified":"2013-05-17T11:13:05","modified_gmt":"2013-05-17T09:13:05","slug":"pfingsten-1849-fur-jede-trane-die-da-fallt-fallt-nieder-ein-tyrannenhaupt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschwisterbuechner.de\/?p=700","title":{"rendered":"Pfingsten 1849 &#8211; F\u00fcr jede Tr\u00e4ne, die da f\u00e4llt,  f\u00e4llt nieder ein Tyrannenhaupt!"},"content":{"rendered":"<p>Bereits letztes Jahr habe ich auf <a href=\"https:\/\/geschwisterbuechner.de\/2011\/06\/13\/pfingsten-1849-an-der-bergstrase-allons-enfants-de-la-patrie\/\" target=\"_blank\">Alexander B\u00fcchners abenteuerlichen Pfingstausflug<\/a> erinnert, und diesmal soll hier sein eigener Bericht dar\u00fcber ausf\u00fchrlich zitiert werden. Die zu Beginn erw\u00e4hnte \u201eNovelle&#8220; betrifft nat\u00fcrlich den Tod von Pfarrer Fritz Weidig im Darmst\u00e4dter Gef\u00e4ngnis, und Alexander B\u00fcchner hatte sich damit in der Tat \u201esehr weit hervorgewagt&#8220;. Er tut n\u00e4mlich nichts weniger, als dem Richter Georgi kaltbl\u00fctigen Mord am Kopf der Giessen-Butzbacher Revolution\u00e4re zu unterstellen. Die ver\u00e4nderten politischen Verh\u00e4ltnisse kamen Alexander B\u00fcchner zugute: in einem der ersten \u00f6ffentlichen Geschworenenprozesse in Hessen-Darmstadt wurde er sp\u00e4ter freigesprochen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/geschwisterbuechner.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Gasthaus_zum_L\u00f6wen_in_Zwingenberg_1868.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-703\" alt=\"Gasthaus_zum_L\u00f6wen_in_Zwingenberg_1868\" src=\"https:\/\/geschwisterbuechner.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Gasthaus_zum_L\u00f6wen_in_Zwingenberg_1868-300x189.png\" width=\"300\" height=\"189\" srcset=\"https:\/\/geschwisterbuechner.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Gasthaus_zum_L\u00f6wen_in_Zwingenberg_1868-300x189.png 300w, https:\/\/geschwisterbuechner.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Gasthaus_zum_L\u00f6wen_in_Zwingenberg_1868.png 557w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gasthaus_zum_bunten_L%C3%B6wen\">Zum Bunten L\u00f6wen, Zwingenberg<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Alexander B\u00fcchner: das tolle Jahr.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Von einem, der nicht mehr toll ist.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der Pfingstausflug.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach den wilden Rose kam eine von mir verfasste Novelle h\u00e4tte betitelt: \u201eeine Kriminalgeschichte von fr\u00fcher.\u201c Dieses unschuldige Opus trug mir aber einen gef\u00e4hrlichen Pressprozess ein. Es wurde n\u00e4mlich darin erz\u00e4hlt, wie ein politischer Gefangener Biedermann von einem jeder b\u00f6sartigen Untersuchungsrichter, welche da, wo nicht herauszuuntersuchen ist, etwas hineinuntersuchen, aufs grausamste gequ\u00e4lt, mit Stockschl\u00e4gen traktiert und zuletzt mit Beih\u00fclfe des Gef\u00e4ngnisw\u00e4rters ermordet wird. Diese Schauergeschichte passte nun wieder Fingerhut auf den Finger auf eine wirkliche Begebenheit, die sich einige Jahre vorher im Aresthause zu Darmstadt zugetragen hatte. Alle Welt nannte sogleich die betreffenden Beinamen. Der Hohe Gerichtshof aber, welchem jener Richter angeh\u00f6rt, f\u00fchlte sich in seiner und Ehre gekr\u00e4nkt und verlangte Genugtuung von dem Darmst\u00e4dter Hof gerecht, da ich mich unklugerweise mit meinem Namen unterzeichnet hatte. Es wurde sofortige Inhaftnahme des Schuldigen verf\u00fcgt. Nun traf es sich aber, dass ich damals Accessist an demselben Hofgericht geworden war. Der Gerichtsrat, dem ich zugeteilt war, hatte nat\u00fcrlich meine Personalakten in seinem Referat,und da ich seine Akten vorbereitungsweise durchzusehen hatte,viel mir jene mich betreffende Verf\u00fcgung br\u00fchwarm in die H\u00e4nde. \u201emein gewohntes Schwein!\u201c dachte ich, schn\u00fcrte das B\u00fcndel wieder zu und begab mich ganz sachte hinweg, um mit Freunden Kriegsrat zu halten. Da auch Letzteren Ger\u00fcchte von meiner bevorstehenden Verhaftung zugekommen waren, verbarg ich mich zun\u00e4chst bei meinem Bruder Wilhelm, welcher in Pfungstadt, nah bei Darmstadt, eine gro\u00dfe Ultramarinfabrik aufgetan hatte.\u201cin meinen weitl\u00e4ufigen Geb\u00e4ude\u201c, sagte der selbe \u201ewird dich sobald kein Polizist finden.\u201c Dort sa\u00df ich also zun\u00e4chst in Sicherheit, verga\u00df aber zu meinem Schaden, dass die \u201eF\u00fcrsicht der Tapferkeit besseres Teil\u201c ist. Das sch\u00f6ne Pfingstfest war n\u00e4mlich mit herrlichem Wetter herbeigekommen,und da gab es zahlreiche Ausfl\u00fcge in den H\u00f6henzug, die Bergstra\u00dfe genannt, welcher sich als \u00f6stliche Begrenzung des weiten Rheintals gegen Heidelberg hin erstreckt. Da str\u00f6mte denn Jung und Alt in die reizenden T\u00e4ler und auf die mit vortrefflichen Wirtsh\u00e4usern gekr\u00f6nten H\u00fcgeln. Meines Bruders Familie tat desgleichen, und auch ich lies mich bewegen mit ihnen den ber\u00fchmten Felsberg zu besteigen. Der ganze Landstrich wimmelte bereits von hessischen Soldaten, welche den Fortschritten der badischen Bewegung Einhalt tun sollten. Als wir gegen Abend die wundervollen Parkanlagen des Jugenheimer Schl\u00f6sschens durchschritten, fielen mir mehrere von Darmstadt hier bekannte Offiziere auf, welche mich eifrig fixierten. So gelangten wir bis zur Station Bickenbach,wo eine gro\u00dfe Anzahl von Fahrg\u00e4sten versammelt war, welche sich mit der Eisenbahn nach Darmstadt oder Frankfurt zur\u00fcckzugeben beabsichtigten. Pl\u00f6tzlich durchlief die Menge das Ger\u00fccht, die ganze Bergstra\u00dfe sei im Belagerungszustand erkl\u00e4rt. Ich f\u00fchlte mich nicht sehr wohl in meiner Haut, besonders da ich mich im Besitz eines von dem Gesinnungsgenossen Dr. med. Zimmermann entworfenen Planes eines Aufstandes im Odenwald sowie eines gro\u00dfen Dolchmessers befand. Es verstrich kaum einige Minuten, als ein Gendarm in voller Uniform von einem Piquet Soldaten begleitet an mich herantrat und f\u00fcr verhaftet erkl\u00e4rte. \u201eWo haben Sie Ihren schriftlichen Verhaftungsbefehl, ohne welchen ich Ihnen nicht folgen werde?\u201c \u201eDas geht mich nichts an,\u201c erwiderte der Gendarm, \u201eich habe Befehl, sie vor den hier kommandierenden Major zu bringen.\u201c Nun trat mein gerade gegenw\u00e4rtiger Freund F. Dazwischen. \u201cBedenken Sie,\u201c sagte er zu dem Gendarm, \u201edass der Herr hier Beamter des Gro\u00dfherzoglichen Hofgerichts in Darmstadt ist und morgen fr\u00fch um 9 Uhr auf seiner Amtsstube zu erscheinen hat. Wenn sie denselben an der Erf\u00fcllung seiner Pflicht hindern, so sind sie daf\u00fcr verantwortlich!\u201c Der Gendarm zauderte, was man in jenen unsicheren Zeiten nur nat\u00fcrlich finden konnte, da er sicher war, dass sich bei einem Missgriff seinerseits die Sache wegen \u00fcbertriebenen Amtseifers wahrscheinlich gegen ihn wenden w\u00fcrde. \u201cIch werde Ordre einholen\u201c Damit ging er zu dem Major zur\u00fcck. Wir dagegen schritten weiter in dem schon dunkel werdenden Wald hinein, wo ich unbemerkt meiner Schwester Mathilde die erw\u00e4hnte Mordwaffe und die gef\u00e4hrliche Papiere zusteckte. In diesem Augenblick kam der Gendarm zur\u00fcck, und in der nun entstehenden Verwirrung schl\u00fcpften meine stets besonnene Schwester, die sich hier wie oft als mein Schutzgeist bewies, weiter ins Geb\u00fcsch hinein und schleuderte die kompromittierenden Gegenst\u00e4nde ins tiefste Gestr\u00fcpp. Vor dem Major angelangt, protestierte ich laut vor der hier versammelten, immer anwachsenden Menge gegen das ungesetzliche Verfahren, welches man sich gegen mich erlaube. Der Major erwiderte kurz, hier sei Kriegszustand und ich habe zu schweigen, worauf er mich eine kleine R\u00e4umlichkeit des Bahnhofs einsperren und bewachen lie\u00df. Dort sollte ich indes nicht lange ohne Gesellschaft bleiben. In der Darmst\u00e4dter B\u00fcrgerwehr hatte sich k\u00fcrzlich eine freiwillige Kompanie gebildet, welche wegen ihrer Bewaffnung wie Uniform kurzweg die \u201eschwarzen Sch\u00fctzen\u201c genannt wurde. Einer der selben, namens Stumpf, ein \u201eeiserner Warenh\u00e4ndler\u201c, hatte in Gesellschaft seiner B\u00fcchse einen Ausflug in die Berge gemacht und kam nun zum Bahnhofe um nach Darmstadt zur\u00fcckzukehren. Stumpf hatte in jungen Jahren in der algerischen Fremdenlegion gedient und galt somit f\u00fcr eine milit\u00e4rische Autorit\u00e4t. Als er die br\u00fchwarme Nachricht von meiner Verhaftung erfuhr, \u00e4u\u00dferte er sich mit soldatischen Freimut \u00fcber die Ungesetzlichkeit eines solchen Gewaltstreiches. Dies wurde sogleich die Major hinterbracht, und derselbe verordnete die Verhaftung des \u201eschwarzen Sch\u00fctzen\u201c wegen Aufheizung zur Rebellion. Stumpf wurde zu mir gesperrt, wir erkannten uns als Schicksalsgenossen und machten uns weidlich \u00fcber das ganze Abenteuer lustig, wobei der ehemalige Legion\u00e4r es an den in Algier erlernten franz\u00f6sischen Kraftausdr\u00fccken wie Sacre bleu!, Tonnere de Brest mille millions! und dergleichen nicht fehlen lie\u00df. Der letzte Abendzug nach Darmstadt war mittlerweile abgegangen, und wir wurden nun unter Bedeckung eines Piquet F\u00fcsiliere auf der Bahnstrecke hin nach dem noch etwa drei St\u00fcndchen entfernten Hauptquartiere Heppenheim abgef\u00fchrt. Von der Gerechtigkeit unserer Sache fest \u00fcberzeugt, zeigten wir unserer aufgedruckten Umgebung die herablassende Geringsch\u00e4tzung eines Caesars unter den Seer\u00e4ubern. Nach 1 h Marsch gelangten wir nach dem St\u00e4dtchen Zwingenberg. Daselbst erkl\u00e4rte ich dem Brigadier, welcher den Zug kommandierte, ich sei zu m\u00fcde und zu hungrig, um ohne Rast die noch fehlenden zwei Wegstunden zu machen. Derselbe lie\u00df sich erweichen und brachte uns zum \u201eZeitgeist\u201c, was der Spitzname eines der Zwingenberger Hotelbesitzer war, die jetzt mehrere Offiziere beherbergte. Wir lie\u00dfen uns ein herzhaftes Nachtessen vorsetzen, betr\u00e4ufelten dasselbe reichlich mit dem feurigen Bergstr\u00e4sser und unterhielten uns sehr laut und fidel unter Gl\u00e4serklange. Unter den dort ab-und zu gehenden Offizieren gewahrte ich einen Hauptmann L., der in Darmstadt mit unserer Familie sehr befreundet war. Derselbe kam, als wir eben aufbrechen sollten, auf mich zu, nahm mich bei Seite und sagte mir in der freundschaftlichsten Weise, ich solle die Sache nicht so leicht nehmen; es seien schon blutige Zusammenst\u00f6\u00dfe vorgekommen, und bei der Gereiztheit der Offiziere k\u00f6nnten wir uns durch unser herausforderndes Benehmen der gr\u00f6\u00dften Gefahr aussetzen. Ich dankte dem wackeren Mann f\u00fcr seine Warnung, versprach dieselbe zu beherzigen, und unser Zug ging weiter.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/geschwisterbuechner.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/HalberMond_Heppenheim1840.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-704\" alt=\"HalberMond_Heppenheim1840\" src=\"https:\/\/geschwisterbuechner.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/HalberMond_Heppenheim1840-300x180.jpg\" width=\"300\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/geschwisterbuechner.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/HalberMond_Heppenheim1840-300x180.jpg 300w, https:\/\/geschwisterbuechner.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/HalberMond_Heppenheim1840-1024x617.jpg 1024w, https:\/\/geschwisterbuechner.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/HalberMond_Heppenheim1840.jpg 1385w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zum halben Mond, Heppenheim,\u00a0<em id=\"__mceDel\">Stahlstich von Gr\u00fcnewald\/Lampert 1840\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Der &#8222;Halbe Mond&#8220; war 1847 Ort der bedeutenden<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heppenheimer_Versammlung\" target=\"_blank\"> \u201eHeppenheimer Versammlung&#8220;<\/a>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als wir todm\u00fcde in Heppenheim anlangten, war Mitternacht vor\u00fcber, und als Schlafgemach fanden wir einen leeren Gep\u00e4cksaal, in den man uns ein B\u00fcndel Stroh hinein legte. Die Algierer Stumpf erkl\u00e4rte sich mit diesem Nachtlager sehr zufrieden und behauptete,er habe schon ungleich schlechtere kennen gelernt, streckte sich auf dem Stroh aus und schnarchte alsbald wie ein N\u00fcrnberger Brummkreisel. Ich selbst war zu stolz, um mich mit diesem plebejischen Lager zu befreunden,sondern legte mich, als Turnerleutnant, der ich war, auf die nackte Diele und h\u00e4tte mich mit der Stubent\u00fcr zugedeckt, wenn dieselbe nicht verschlossen gewesen w\u00e4re. So aber bediente ich mich als Kopfkissen eines Paktes Stricke, welche in der Ecke lag, um die mutma\u00dflichen Gefangenen, welche man machen w\u00fcrde, zu fesseln. Als wir am Morgen erwachten, sahen wir, dass wir uns im vollsten Kriegszustand befanden. Der ganze Bahnhof starrte von Bajonetten und Kanonen, und vor unserer T\u00fcr wie vor den Fenstern standen Posten im einzelnen mit geladenen Gewehren, welchen, uns zum Geh\u00f6r, bedeutet wurde, uns beim geringsten Fluchtversuch niederzuschie\u00dfen. Aus der Ferne ert\u00f6nten Kanonensch\u00fcsse, Pferdegetrappel und sonstiges kriegerisches Ger\u00e4usch. Die uns bewachenden Soldaten waren \u00fcbrigens keine vertierten S\u00f6ldlinge, wie wir sie damals nannten, sondern betrugen sich sehr gebildet mit einer Art von ehrerbietigem Mitleid, besorgten uns Waschwasser, und gingen, da wir gerade viel Geld bei uns hatten, in das nahe gelegene hoch ber\u00fchmte \u201eGasthaus zum halben Mond\u201c, um uns Speise und Trank zu verschaffen, an deren Resten sie bereitwillig und erfreut teilnahmen. In dieser Not der Zeiten verfasste ich ein kleines Gedicht, welches ich hierher setze, um den naiven Enthusiasmus oder vielmehr Fanatismus zu kennzeichnen, der uns damals beseelte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Im Gef\u00e4ngnis. 1849<\/strong><\/p>\n<p>Ich wei\u00df ne Stunde, da herab<\/p>\n<p>Zum Bart manche Tr\u00e4ne floss.<\/p>\n<p>Doch Wehmut nicht noch Schande gab<\/p>\n<p>Die Tropfen, die mein Aug vergoss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und als die Z\u00e4hre blutig hei\u00df<\/p>\n<p>Die trockene Wange lief entlang,<\/p>\n<p>Da sprach ich in dem Herzen leisten<\/p>\n<p>Wohl einen Fluch, der Blutig klang:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr jede Tr\u00e4ne, die da f\u00e4llt,<\/p>\n<p>f\u00e4llt nieder ein Tyrannenhaupt;<\/p>\n<p>hinrollt es in das blutge Feld,<\/p>\n<p>dem seinen Pflanzer es geraubt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr jeden Tropfen, der dann quillt,<\/p>\n<p>zahlt eines Schergen Haupt und Hand,<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Alexander B\u00fcchner: Das tolle Jahr. Von einem, der nicht mehr toll ist. Gie\u00dfen, Roth, 1900. S. 184 ff \u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits letztes Jahr habe ich auf Alexander B\u00fcchners abenteuerlichen Pfingstausflug erinnert, und diesmal soll hier sein eigener Bericht dar\u00fcber ausf\u00fchrlich zitiert werden. Die zu Beginn erw\u00e4hnte \u201eNovelle&#8220; betrifft nat\u00fcrlich den Tod von Pfarrer Fritz Weidig im Darmst\u00e4dter Gef\u00e4ngnis, und Alexander B\u00fcchner hatte sich damit in der Tat \u201esehr weit hervorgewagt&#8220;. 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