Peter Brunners Buechnerblog

Kategorie: Georg Büchner (Seite 28 von 48)

Finissage mit der Büchnerbande!

Für die Geschwister Büchner hat es auch im Rahmen der Büchner-Biennale nur zu einer bescheidenen Präsenz gereicht.

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Publikum bei der Vernissage

 

Luise und Mathilde, Wilhelm, Ludwig und Alexander Büchner sind sowohl als Zeitzeugen für Georg Büchner, als prägende Persönlichkeiten seines jungen Lebens wie als je für sich stehende Figuren bedeutend. Einen kleine Eindruck davon vermittelt die Zusammenstellung von Lebens- und Arbeitszeugnissen der fünf, „die die Welt verändern wollten“, im Foyer des Darmstädter Liebighauses. Schon am 14.12. muss diese Präsentation wieder abgebaut werden.

 

  • Für alle, die die Gelegenheit zur Besichtigung noch nicht hatten,
  • und für alle, denen eine Besichtigung alleine noch nicht genug ist,
  • und für alle, die Agnes Schmidt und die Fabelhafte Büchner-Bande sehen, hören und erleben wollen,

 

gibt es dort eine letzte Gelegenheit:

Finissage der Ausstellung am 14. Dezember um 14 Uhr
Liebighaus Darmstadt. Foyer, Bachgasse 2
Eintritt frei!

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Wahrhaft multimedial – im lebhaften Vortrag, mit Verweis auf die Ausstellungstafeln und unterstützt von Musik und Gesang – können sich die Gäste ein eindrucksvolles Bild von dieser Darmstädter Familie machen, die Karl Gutzkow „als von demselben göttliche Feuer ergriffen“ nannte.

 

 

Geht doch!

Claus Netuschil wollte es sich bei der Finissage seiner Ausstellung „Da geht Büchner“ nicht nehmen lassen, einen ärgerlichen Aspekt der Büchner-Feierei zu thematisieren: das ünglückselige Motiv der Gedenkbriefmarke, das ich hier schon bein Erscheinen kommentiert habe.

 

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Die unglückselige Würdigung der Verfolgung Büchners
auf einem Staatspapier von 2013

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Der Versuch der Würdigung Büchners durch die DDR 1963 

 

Netuschil ist es gelungen, die Künstlerin Dorothea Göbel für den Entwurf einiger Alternativen zu gewinnen. Dabei ist dieses kleine Blatt entstanden, das ich mit ihrer freundlichen Genehmigung hier zeigen kann.

 

 

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Dorothea Göbel: Fingerübungen für eine Büchner-Briefmarke
mit „Festtagsstempel“ für die Galerie Netuschil, Darmstadt
unter Verwendung des Holzschnitts „Georg Büchner“ von Helmut Lortz

 

 

Bei aller grundsätzlichen Distanz zur Würdigung Büchners auf einer so banalen Drucksache wie einer Briefmarke wird hier doch deutlich gezeigt, dass sowohl mit dem wunderbaren Büchnerkopf von Helmut Lorz wie mit ganz eigenständiger Motivfindung die Gestaltung einer Drucksache mit prägnanter Wirkung möglich ist. Schade, dass Frau Göbel nicht angefragt worden ist. 

Der Bundespost bzw. den von ihr angefragten Künstlern ist jedenfalls nichts auch nur annähernd so Gutes eingefallen, obwohl man sich der Beratung durch die Büchner-Forschungsstelle in Marburg rühmt. Von dort haben wir bisher Kenntnis und Phantasie genug erwartet, auf ein anderes Motiv als ausgerechnet den Steckbrief zu kommen – schade.

„Da geht Büchner“ vorbei!

EDIT (17.11.13): unten um Bilder ergänzt! 

 

Eine ganz besonders sehenswerte Ausstellung im Rahmen der Büchner-Biennale geht schon zu Ende – Klaus Netuschils wunderbare Künstlerpräsentation „Da geht Büchner“.

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Noch bis Samstag können die Plastiken, Drucke, Gemälde und Objekte, mit denen sich zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler mit „ihrem“ Büchner auseinandergesetzt haben, besichtigt und einige wenige auch noch gekauft werden.

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Netuschil hat eine ganze Reihe schöner Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung organisiert, Christian Wirmer trug „seinen“ Lenz vor, und auch die Büchnerbande trat vor ausverkauftem Haus auf.

 

Jetzt findet schon die Finissage statt – viele gute Freunde und selbst meine Wenigkeit dürfen beitragen.

 

Die Galerie lädt für

 

Freitag, den 15. November, ab 19:30 Uhr

Darmstadt, Schleiermacherstraße 8, zu einem

 

Fest für Georg Büchner ein.

 

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Edit:

 

Hier ein paar Bilder von der wunderschönen Finisage am 15.11.:

 

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Thomas Duttenhöfer vor seinem Büchner-Kopf

 

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Rotraud Pöllmann vom Goddelauer Büchnerhaus mit Pionteks Büchnerpreis-Rede

 

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Iris Welker-Sturm mit einem neuem Märchen

 

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Ruth Wagner mit ihren Erinnerungen an Büchner-Events der Achtziger

 

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Bruno Feger unter seinem „Stahlwort“,
das hoffentlich für einen guten Ort in Darmstadt erworben werden kann

 

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Klaus C. Netuschil mit einem ganz besonderen Kunstwerk
– leider restlos vergriffen

 

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Aart Vedeer mit Büchners letztem Brief an Mina: „Addio, piccola mia!“

 

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Agnes Schmidt mit ihrer Reisebeschreibung der Büchners an Georgs Grab in Zürich

 Und dann gab es noch eine schöne Überraschung zum Thema Büchner-Briefmarke. Dazu in Kürze mehr! 

 

Die Büchners aus Darmstadt – Ausstellung über Georg Büchners Geschwister

Wer bis zu diesem Blog gefunden hat, braucht meist keine Erläuterung mehr über die „anderen“ Büchners, Georg Büchners Geschwister, die hier die Hauptrolle spielen.

Luise Büchners, der wir uns seit zwei Jahren in einer eigenen Gesellschaft widmen, wurde schon vor einigen Jahren in einer kleinen Ausstellung gedacht, die jetzt anlässlich der „Büchner-Biennale“noch einmal gezeigt werden kann. Die Geschwister sollten ja in Darmstadt eigentlich eine zentrale Rolle beim Büchner-Gedenken spielen, Johannes Breckner hat dankenswerterweise heute im Darmstädter Echo darauf hingewiesen, dass dieser Anspruch von der Georg-Büchner-Ausstellung  im Darmstadtium nicht eingelöst wird.

Immerhin wird am 12.11. um 16 Uhr durch den Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch im Foyer des Liebighauses eine Präsentation von 16 Tafeln über Luise Büchner eröffnet.

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Stadtarchiv und Staatsarchiv haben sie um Tafeln zu Mathilde, Wilhelm, Ludwig und Alexander ergänzt. Eingeweihte wird es nicht wundern, dass diese Ergänzungen mehr Fragen aufwerfen als beantworten – denn jedes dieser außerordentlichen Leben ist für sich alleine eine selbständige Ausstellung wert. 

Die Ausstellung ist bis zum 14. Dezember bei freien Eintritt geöffnet:

Mi, Fr 10:00 – 17:00 Uhr
Di, Do 10:00 – 19:00 Uhr
Sa: 10:00 Uhr – 13:00 Uhr.
Führungen:
Stadtarchiv Darmstadt, Tel. 06151 165010
Luise-Büchner-Bibliothek, Tel. 06151 599788
LuiseBuechner@aol.com

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Ein wirkliches Highlight der Büchner-Biennale wird zu Luise Büchners Geburtstag am 28. November im Rahmen dieser Ausstellung stattfinden:

Cordelia Scharpf wird ihre endlich auf deutsch übersetzte und aktualisierte Biografie Luise Büchners vorstellen. 

Dazu hier in Kürze mehr.

Edit (13.11.): hier noch ein paar Bilder von der gut besuchten Eröffnung am 12.11. 

 

Geheimnisse des Verlagswesens oder „Vergriffen” heißt noch lange nicht „Nicht lieferbar”

Ab und zu habe ich die Gelegenheit, „Altlager“ von Verlagen besuchen zu dürfen. Diese meist respektlos „Leichenkeller“ genannten Nicht-Orte des Verlagswesens, die schon lange eine umfassende wissenschaftliche Studie verdient haben, bergen neben einer Unzahl von schon beim Erscheinen unnützen und auf ewig unverkäuflichen Schwarteken, die nur auf Lager liegen, weil ihre legale Beseitigung als Sondermüll (ja, alte Bücher sind Sondermüll!) teurer wäre als ihre Lagerung, ungehobene Schätze. Manchmal sind sie das nur im Auge des zufälligen Besuchers und wegen seiner verschrobenen Vorlieben alleine, aber ganz, ganz selten, findet sich ein tatsächlich (vielleicht erneut) marktfähiger, vergessener Titel an diesen Plätzen, die der Phantasie von Walter Moers entsprungen zu sein scheinen.

Bei einer kleinen Zusammenstellung von lesenswerten Büchner-Büchern habe ich die Lieferbarkeit der unbestreitbar umfassendsten und ausführlichsten (und nach meiner unmaßgeblichen Ansicht, besten) Biographie Georg Büchners, Jan-Christoph Hauschilds „Georg Büchner:Biographie“ erfragt.Ich wollte eigentlich den Marktpreis im Antiquariat recherchieren, weil ich ganz sicher war, dass der Band vergriffen ist. Hauschild selbst hat ja kürzlich eine „Lesevariante“ der großen Arbeit veröffentlicht.

 Jetzt kann ich die hocherfreuliche Mitteilung machen, dass eine Anzahl von Exemplaren der Ausgabe, die 1993 bei der Hessischen  Historischen Kommission erschien,  sofort und zu einem sehr attraktiven Preis lieferbar sind. Vergriffen sind die Ausgaben beim Verlag Metzler, die  Buchgemeinschaftsausgabe der Büchergilde und das Ullstein-Propyläen-Taschenbuch.

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Der Umschlag der vergriffenen Ausgabe im Metzler-Verlag

Das Buch mit der ISBN 3-88443-028-9   ist zum Preis von 28 € lieferbar, Bestellungen liefert der servicebereite Teil des Buchhandels; im Falle des Fehlens eines solchen kann gerne auch direkt per E-mail beim Wahrer dieses Schatzes, Herrn Lothar Lammer bei der Hessischen Historischen Kommission Darmstadt: hiko@haus-der-geschichte.com , bestellt werden.

 

 

 

 

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