Peter Brunners Buechnerblog

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Büchnerbande-Premiere erfolgreich

Sechs Biographien – sechs Akteure – 60 Zuschauer

Am letzten hessischen Ferientag fand die lange angekündigte Premiere der Revue „Die wunderbare Büchnerbande“ an einem der wenigen authentischen Büchnerorte überhaupt statt – in Wilhelm Büchners Pfungstädter Villa.

Petra Bassus, Heiner Dieckmann und Peter Brunner

Seit Wochen waren die knapp sechzig Plätze im großen Festsaal ausverkauft, und für die sechs Akteure auf der nicht vorhandenen Bühne blieb nur noch knapper Platz. So kam man sich schnell näher, und spätestens seit dem Lied über den Frankfurter Wachensturm („In dem Turme saßen, zu Frankfurt an dem Main….“)  war klar, dass Szenenapplaus und Mitsingen erlaubt, ja gewünscht war.

Jürgen Qeißner und Thomas Heldmann

Das zweimal 40 Minuten lange Programm mit Originaltexten der Büchnergeschwister bietet im ersten Teil Erinnerungen an den großen Bruder Georg, im zweiten höchst unterschiedliche Textpassagen aus ihren eigenen Werken.

Petra Bassus und Reiner Lenz

Noch am Abend konnten mehrere Anfragen für weitere Auftritte besprochen werden, und so wird das Büchnerland sicher noch einiges von der wunderbaren Büchner-Bande zu hören bekommen.

In Kürze mehr Informationen und Bilder an dieser Stelle!

Anfragen nach Auftrittsterminen und mit Veranstaltungsangeboten wie immer jederzeit gerne an Post@EntwicklungUndKultur.De

Fotos Frank Backes 

Zum Neuen Jahr

Vor genau einem Jahr habe ich hier über Nutzer und Zugriffszahlen berichtet, und heute kann ich im Rückblick auf 2011 sagen, dass nicht nur erheblich mehr Besuche, sondern noch viel mehr Seitenzugriffe zu verzeichnen sind. Vielen Dank dafür.

Insgesamt 80.000 Besucher waren auf über 160.000 Sites meines Blogs.

Bescheidene Zahlen, ich weiß, aber  dennoch eine Ermutigung.

Hier wird es jedenfalls auch 2012 die Informationen und Texte zu lesen geben, die mir im Zusammenhang mit Leben und Werk der Geschwister Bücher und ihrer Zeit begegnen, und die beiden großen Jubiläen Georg Büchners (sein 175. Todestag am 19. Februar 2012 und sein 200. Geburtstag am 17. Oktober 2013) werden zahlreiche Anlässe für Informationen und Nachrichten bieten.

www.buechnerland wird in den nächste Wochen aus dem Dornröschenschlaf erwachen und Informationen und links zu den Büchnerstätten und ihren Angeboten bringen.

Bleiben Sie mir gewogen und schauen Sie regelmäßig vorbei!

Villa Büchner vorübergehend Berliner Kaffeehaus

Zwischenbericht:

Freitag Abend ausverkauft – Restkarten für Sonntag Nachmittag  (21.8.) gibts ab 15:30 an der Tageskasse

(Beginn 16 Uhr; Kuchen ist gebacken, Berliner Weiße kalt gestellt)

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Die Wetten standen etwa 50:50, ob es mir gelingen würde, ohne allzu große Klimmzüge beim Thema „Berliner Kaffeehaus” einen Büchnerbezug hinzukriegen. Das war gar kein Problem – Kurt Tucholsky hat 1920 Max Reinhardts Woyzeck-Inszenierung gesehen und kommentiert:  

Dantons Tod

 

Bei Reinhardt wogte der dritte Akt.

Es rasten sechshundert Statisten.

Sieh an – wie das die Berliner packt!

Es jubeln die Journalisten,

Mir aber erschien das Ganze

wie eine kleine Allegorie.

 

Es tost ein Volk: »Die Revolution!

Wir wollen die Freiheit gewinnen!«

Wir wollten es seit Jahrhunderten schon –

laßt Herzblut strömen und rinnen!

Es dröhnt die Szene, Es dröhnt das Haus.

Um neune ist alles aus.

 

Und ernüchtert seh ich den grauen Tag.

Wo ist der November geblieben?

Wo ist das Volk, das einst unten lag,

von Sehnsucht nach oben getrieben?

Stille. Vorbei. Es war nicht viel.

Ein Spiel. Ein Spiel.

 

 

Kaspar Hauser

Die Weltbühne (Nr. 10, 4.03.1920, S. 311.)


F(riedrich) C(Christian) Delius ist Büchnerpreisträger 2011

Soeben gibt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung über ihren diesjährigen Preisträger bekannt:

„Als kritischer, findiger und erfinderischer Beobachter hat er in seinen Romanen und Erzählungen die Geschichte der deutschen Bewusstseinslagen im 20. Jahrhundert erzählt – von der Vorgeschichte der NS-Zeit über die Zeit der Teilung bis in die unmittelbare Gegenwart. Seine politisch hellwachen, ideologieresistenten und menschenfreundlichen Texte loten die historischen Tiefendimensionen der Gegenwart aus. Seiner souveränen Erzählkunst gelingt es, eine manchmal satirische Beobachtungsschärfe zu verbinden mit einer humanen Sensibilität, die seine Figuren oft decouvriert, aber nie denunziert. … ”

Hier F C Delius sebst.

So erfreulich die Nachricht über diesen verdienten Preisträger auch ist, so verblüffend die gleichzeitige Nachricht, man feiere in diesem Jahr 60 Jahre Georg-Büchner-Preis.

Das ist nun ärgerlicherweise gleich doppelt falsch.

Zunächst wurde der Büchnerpreis 1923, vor nunmehr also 88 Jahren, vom Volksstaat Hessen eingerichtet und bis 1932 an Künstler vergeben, die aus Hessen stammten oder „mit Hessen geistig verbunden waren“. Die Nazis verzichteten dann auf die Verleihung, 1945 (also vor 66  Jahren) kam es zu einer Neubelebung. Preisträger waren neben den Literaten Schiebelhuth, Usinger, Seghers und Langgässer auch der Maler Carl Gunschmann und der Komponist Hermann Heiß. Seit 1951 (und das war dann in der Tat vor 60 Jahren) verleiht die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung den Büchnerpreis als Literaturpreis.

Eine knappe Geschichte und eine Liste der Preisträger bietet wikipedia hier.

Schade, dass die wichtige und außergewöhnliche Geschichte des Preises so verkürzt dargestellt wird – wollen wir hoffen, dass sich 2023 Berufene finden, das echte Hundertjährige zu begehen!

 

 

 

 

 

Aus gegebenem Anlaß ein paar Gedanken zur Monarchie

Gg. Büchner am 9. 12. 1833 an seinen Freund August Stoeber: „Ich bete jeden Abend zum Hanf und den Laternen.”

und:

PETER (den Finger an die Nase legend.) In effigie? in effigie? Präsident, wenn man einen Menschen in effigie hängen läßt, ist das nicht ebensogut, als wenn er ordentlich gehängt würde?
PRÄSIDENT. Verzeihen, Eure Majestät, es ist noch viel besser, denn es geschieht ihm kein Leid dabei, und er wird dennoch gehängt.
[Büchner: Leonce und Lena.]

und:

Robespierre: „ … Erbarmen mit den Royalisten! rufen gewisse Leute. Erbarmen mit Bösewichtern? Nein! Erbarmen für die Unschuld, Erbarmen für die Schwäche, Erbarmen für die Unglücklichen, Erbarmen für die Menschheit! Nur dem friedlichen Bürger gebührt von seiten der Gesellschaft Schutz. In einer Republik sind nur Republikaner Bürger, Royalisten und Fremde sind Feinde. Die Unterdrücker der Menschheit bestrafen, ist Gnade; ihnen verzeihen, ist Barbarei. Alle Zeichen einer falschen Empfindsamkeit scheinen mir Seufzer, welche nach England oder nach Östreich fliegen. … ”
[Büchner: Dantons Tod. ]

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