Neues aus Buechnerland

Peter Brunners Buechnerblog

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Büchnerdenkmal auf Reisen?

Der Darmstädte Künstler Bernhard&Meyer hat auf einer Vernissage im Atelierhaus sein Modell für ein Georg-Büchner-Denkmal vorgestellt.

    

„Ich wollte nicht nur das Moment der Flucht ausdrücken, auf deren Stationen ich mir die Präsentation des Werkes wünsche, sondern das Moment der Bewegung, das ich im Werk Büchners lese.  Es ist ungewöhnlich, dass ein Denkmal aus der Initiative des gestaltenden Künstlers und nicht auf Auftragsarbeit entsteht. Jetzt kommt es darauf an, Auftraggeber zu finden” sagte Bernhard&Meyer zur Eröffnung. Er wünscht sich, dass das Denkmal, das transportabel gestaltet werden soll, in den Monaten der „Büchner-Jubiläen” an den Lebensstationen Georg Büchners aufgestellt werden kann. „Ob und wo sich dann ein dauerhafter Standort findet, kann sich im Laufe der Gespräche ergeben.”

Sein Plan sieht zwei ca. 6 x 2 m große Stahlplatten, waagrecht gegeneinander gebogen, vor, aus denen die Silhouette eines Menschen in Bewegung ausgeschnitten wird.

In den nächsten Monaten will er für das Projekt und seine Finanzierung  werben; etwa 50.000 € wird die Realisierung kosten.

Zum Neuen Jahr

Vor genau einem Jahr habe ich hier über Nutzer und Zugriffszahlen berichtet, und heute kann ich im Rückblick auf 2011 sagen, dass nicht nur erheblich mehr Besuche, sondern noch viel mehr Seitenzugriffe zu verzeichnen sind. Vielen Dank dafür.

Insgesamt 80.000 Besucher waren auf über 160.000 Sites meines Blogs.

Bescheidene Zahlen, ich weiß, aber  dennoch eine Ermutigung.

Hier wird es jedenfalls auch 2012 die Informationen und Texte zu lesen geben, die mir im Zusammenhang mit Leben und Werk der Geschwister Bücher und ihrer Zeit begegnen, und die beiden großen Jubiläen Georg Büchners (sein 175. Todestag am 19. Februar 2012 und sein 200. Geburtstag am 17. Oktober 2013) werden zahlreiche Anlässe für Informationen und Nachrichten bieten.

www.buechnerland wird in den nächste Wochen aus dem Dornröschenschlaf erwachen und Informationen und links zu den Büchnerstätten und ihren Angeboten bringen.

Bleiben Sie mir gewogen und schauen Sie regelmäßig vorbei!

Und die Einen steh´n im Dunklen …

Ich komme vom Christkindlesmarkt, überall Haufen zerlumpter, frierender Kinder, die mit aufgerissenen Augen und traurigen Gesichtern vor der Herrlichkeit aus Wasser und Mehl, Dreck und Goldpapier standen.

Speisekarte des Restaurants „Au Crocodile”, Strasbourg, Januar 2009

Der Gedanke, daß für die meisten Menschen auch die armseligsten Genüsse und Freuden unerreichbare Kostbarkeiten sind, machte mich sehr bitter.

Georg Büchner, Brief an die Familie, Straßburg, 1. Januar 1836

Der 21-jährige Georg Büchner schreibt einen Weihnachtsbrief

7. An die Familie

Straßburg, im Januar 1833.

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[…] Auf Weihnachten ging ich Morgens um vier Uhr in die Frühmette ins Münster. Das düstere Gewölbe mit seinen Säulen, die Rose und die farbigen Scheiben und die kniende Menge waren nur halb vom Lampenschein erleuchtet.

Der Gesang des unsichtbaren Chores schien über dem Chor und dem Altare zu schweben und den vollen Tönen der gewaltigen Orgel zu antworten. Ich bin kein Katholik und kümmerte mich wenig um das Schellen und Knien der buntscheckigen Pfaffen, aber der Gesang alleine machte mehr Eindruck auf mich, als die faden, ewig wiederkehrenden Phrasen unserer meisten Geistlichen,

die Jahr aus Jahr ein an jedem Weihnachtstag meist nichts Gescheiteres zu sagen wissen, als, der liebe Herrgott sei doch ein gescheiter Mann gewesen, daß er Christus grade um diese Zeit auf die Welt habe kommen lassen. –

Ill.: Straßburger Münster: Fassade, Fensterrose und Detail der „Engelssäule“ 

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