Ganz zu Recht hat die Entscheidung des Finanzministeriums, zu Georg Büchners Ehren ein Briefmarke herauszugeben, Anlass zu einiger Polemik gegeben. Die Staatsnähe eines solchen Dokumentes“ bietet natürlich viele kritische Anknüpfungspunkte an Georg Büchners Leben und Werk.
Als wäre das nicht schon genug der Ehre, wird es jetzt auch noch eine Euro-Gedenkmünze geben, und immerhin waren für eine Münze die schlimmsten Fehler ja alle schon gemacht worden und sind auch tatsächlich staatlicherseits vermieden worden. Ich habe kürzlich hier über die schreckliche private Sonderprägung berichten müssen. In der Pressemitteilung des Ministeriumsdarf immerhin revolutionäre Gesinnung gelobt werden, und die beiden Zitate auf der Münze – Friede den Hütten …“ und Ich bin so jung und die Welt ist so alt“ hätten schlechter ausgewählt werden können.
Es bleibt immerhin, dass Briefmarke und Sondermünze vielleicht wenigstens einen kleine Obulus in die Kasse des bedürftigen Büchnerhauses in Goddelau spülen, wenn diese dort verkauft werden.
Eine höchst erfreuliche Nachricht erreicht uns heute aus Groß-Gerau:
der Landkreis verleiht seinen Kultur-Föderpreis an Christian Suhr.
In der offiziellen Mitteilung heißt es:
Die Auszeichnung solle Ermutigung sein, die bisherige erfolgreiche Arbeit, zu der auch zahlreiche Kooperationsprojekte mit Schulen gehören, fortzusetzen, betonten die Juroren: Identitätsstiftende Initiativen wie die BüchnerBühne verdienten Respekt und Unterstützung.
Dem ist nicht hinzuzufügen – außer: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, Christian!
Zum Jahresanfang, zu dem ich allen Besucherinnen und Besuchern hier herzlich alles Gute wünsche, ist es zur Regel geworden, auf Nutzer- und Besucherzahlen zu schauen.
Seit Mitte Oktober 2012 gibt es einen deutlichen und bleibenden Anstieg von mittlerweile täglich über 500 Besuchern.
Ich nehme das natürlich als Ansporn und den allerdings leider fast einzigen Beweis dafür, dass die Tage der Blogs durchaus nicht gezählt sind und dass Weitermachen Sinn hat und gewünscht wird. Dennoch kann ich vielen andere Bloggerinnen und Bloggger, denen es ebenso geht, nur darin zustimmen, dass wir um wenigstens knappe Meldung in den Kommentaren bitten, um den Eindruck zu vermeiden, wir schrien in der Wüste. Allerdings weiss ich auch aus persönlichen Gesprächen, Telefonaten und E-Mails, dass hier regelmäßig gelesen und zur Kenntnis genommen wird.
Bleiben Sie mir gewogen, verfolgen Sie mit mir aufmerksam Neuigkeiten, Veranstaltungshinweise und -berichten zu den Büchners im Büchnerland und seien Sie versichert, dass es hier auch in Zukunft Neues aus Büchnerland zu lesen geben wird.
Eins will ich schon verraten: seit kurzem liegt mir ein bisher unbekannter und unveröffentlichter Brief eines eher als schreibfaul verrufenen Mitglieds der Geschwisterreihe vor. In Kürze mehr!
Zu den unersetzlichen Quellen der Büchnerfamiliengeschichte gehören zahlreiche Dokumente und Fotografien, die Wilhelms Büchners Enkel Anton aufbewahrt und erhalten hat. Manfred Büchner, dessen Enkel und Ur-Ur-Enkel Wilhelm Büchners, hat mir großzügig Zugang zu diesen Unterlagen ermöglicht.
Die Fotografien aus dieser Sammlung, die Ernst Büchner, Wilhelm Büchners Sohn, zwischen 1890 und 1920 machte, sind von großer Bedeutung gerade für die Kenntnis der Lebensumstände in der Pfungstädter Villa, sie zeigen Bewohner, Personal, Besucher und Einrichtung als wunderbaren Bilderbogen dieses vergangenen Lebens.
Dabei findet sich auch ein handschriftlich mit „1915“ datiertes Foto einer Weihnachtsidylle im Vorraum der Beletage. Nach dem Tod von Wilhelm Büchner war sein Sohn Ernst mit seiner Familie zunächst nach Darmstadt gezogen, nach dem Tod seiner Mutter 1908 kam er wieder zurück. Bis 1918 lebte er dann mit Familie in der großen Villa“ (seit den siebziger Jahren hatte er in der kleinen Villa“, dem Schweizerhaus“ auf dem Gelände gelebt, die für ihn gebaut worden war und um 1970 als baufällig abgerissen wurde), bis er dann endgültig Pfungstadt aufgeben musste und nach Darmstadt ging, wo er 1924 starb.
Anton Büchner, von dessen Hand wohl auch die Daten auf den Bildern stammen, beschreibt in seinen unveröffentlichten Memoiren seine Militärzeit. Er wurde zunächst für dienstuntauglich“ befunden, nach Kriegsausbruch 1914 dann am 26.11. 1914 Infanterist im Reserveinfanterieregiment 116″ in Gießen, wo er Referendar im Schuldienst geworden war. Am 20. 12. 1915 wurde er nach Schlüchtern abkommandiert, von wo aus er in den Weihnachtsurlaub nach Pfungstadt reisen durfte. Er schreibt:
An Weihnachten erhielten wir Heimaturlaub – so kam ich noch einmal für ein paar Tage nach Pfungstadt; ich glaubte, meine Eltern zum letztenmal sehen zu können!“
Ganz offensichtlich ist genau zu diesem Zeitpunkt das hier gezeigte Bild aufgenommen. Im Januar 1916 wurde er dann als nur Garnison dienstfähig“ entlassen und ging zurück in den Schuldienst. Nach einer kurzen Episode in Dieburg kam er dann an das Darmstädter Realgymnasium“, wo er bis 1943, seiner Versetzung nach Ingelheim, als Lehrer blieb.