Am 14. Juni 1847 wurde in Darmstadt die Gräfin von Görlitz unter höchst mysteriösen Umständen tot aufgefunden. Ohne ausführliche Untersuchung, auch ohne Obduktion, wurde die Leiche bestattet, ein Unfall unterstellt. Vom 11. März bis zum 11. April 1850, also fast drei Jahre später, kam es zu einem aufsehenderregenden Indizienprozeß. Nach über 150 Jahren hat sich die promovierte Archäologin, Wissenschaftsjournalistin, Wissenschaftliche Dokumentarin und Autobiografikerin Aide Rehbaum der Geschichte angenommen und in einem kleinen Band dokumentiert.
Mit dem Darmstädter Giftmordprozeß kam es zu einem der ersten Indizienprozesse überhaupt, nachdem die 1848er-Revolution die mittelalterlichen Inquisitionsprozesse endlich beseitigt hatten. Eine Vielzahl von prominenten Darmstädtern wie Merck, Liebig, Kekulé und Harres traten dabei auf, und die Weltpresse berichtete.
Hier habe ich das Buch besprochen.
Der Pfungstädter Heimatverein hat Frau Rehbaum eingeladen, ihr Buch und die spannende Geschichte des Prozesses vorzustellen.
Wir freuen uns sehr, wenn Sie am 20.1. um 19 Uhr in die Villa Büchner kommen (und/oder diese Einladung verbreiten), der Eintritt ist frei!
Friede den Hütten! Krieg den Palästen! ist die konsequente Fortsetzung unserer Beschäftigung mit dem Autor Georg Büchner. Woyzeck und Marie zeigte die entmenschlichten Verhältnisse, in denen Woyzeck und Marie zum Überleben verdammt sind. Aber hat Büchners politisches Pamphlet – sein Aufruf zur Revolution überhaupt noch Relevanz für Deutschland im Jahr 2012?
Unsere Darsteller aus Bulgarien, Iran, Libanon, Marokko, Türkei, Kurdistan entdecken in dem deutschen Text aus dem Jahre 1834 allerdings viele Parallelen zu den Verhältnissen in ihren Herkunftsländern. Könnte Büchners Aufruf: Erhebeteuch! dortAbhilfe schaffen? In Tunesien, Ägypten, Libyen haben sich die Menschen erhoben. Aber was geschah nach dem Sieg der Aufständischen? Sind sie heute Willens, die gesellschaftlichen Verhältnisse tatsächlich zu ändern? Oder entbrennt nicht in dem Machtvakuum der Kampf um Führungspositionen, um Macht und Einfluss? Und hat das nicht die Ausschaltung der ehemaligen revolutionären Weggefährten zur Folge? Dieser Frage geht die Inszenierung anhand der machtpolitischen Auseinandersetzung zwischen Danton und Robespierre in Büchners Drama: Dantons Tod nach. Was ist aus unserer Revolution geworden? Was bleibt, sind Fragen!
Ensemble: Alexander Brill, Hadi El–Harake, Evgeniya Genadieva, Cemil Günyasar, Stefan Illert, Adil Khadri, Mustafa Kutluay, Tanja Ronaghi
Team: Regie: Alexander Brill
Bühne/Kostüm: Jana Lünsmann–Messerschmidt, Verena Polkowski
Dramaturgie: Jan Deck
Termine von Friede den Hütten! Krieg den Palästen!:
JANUAR: 21.1., 27.1.
FEBRUAR: 1.2., 15.2.
MÄRZ: 1.3., 14.3., 22.3.
Beginn: jeweils um 19.30 Uhr
Doppelvorstellungen:
Woyzeck und Marie + Friede den Hütten! Krieg den Palästen!
Der Darmstädte Künstler Bernhard&Meyer hat auf einer Vernissage im Atelierhaus sein Modell für ein Georg-Büchner-Denkmal vorgestellt.
Ich wollte nicht nur das Moment der Flucht ausdrücken, auf deren Stationen ich mir die Präsentation des Werkes wünsche, sondern das Moment der Bewegung, das ich im Werk Büchners lese. Es ist ungewöhnlich, dass ein Denkmal aus der Initiative des gestaltenden Künstlers und nicht auf Auftragsarbeit entsteht. Jetzt kommt es darauf an, Auftraggeber zu finden sagte Bernhard&Meyer zur Eröffnung. Er wünscht sich, dass das Denkmal, das transportabel gestaltet werden soll, in den Monaten der Büchner-Jubiläen an den Lebensstationen Georg Büchners aufgestellt werden kann. Ob und wo sich dann ein dauerhafter Standort findet, kann sich im Laufe der Gespräche ergeben.
Sein Plan sieht zwei ca. 6 x 2 m große Stahlplatten, waagrecht gegeneinander gebogen, vor, aus denen die Silhouette eines Menschen in Bewegung ausgeschnitten wird.
In den nächsten Monaten will er für das Projekt und seine Finanzierung werben; etwa 50.000 wird die Realisierung kosten.
Vor genau einem Jahr habe ich hier über Nutzer und Zugriffszahlen berichtet, und heute kann ich im Rückblick auf 2011 sagen, dass nicht nur erheblich mehr Besuche, sondern noch viel mehr Seitenzugriffe zu verzeichnen sind. Vielen Dank dafür.
Insgesamt 80.000 Besucher waren auf über 160.000 Sites meines Blogs.
Bescheidene Zahlen, ich weiß, aber dennoch eine Ermutigung.
Hier wird es jedenfalls auch 2012 die Informationen und Texte zu lesen geben, die mir im Zusammenhang mit Leben und Werk der Geschwister Bücher und ihrer Zeit begegnen, und die beiden großen Jubiläen Georg Büchners (sein 175. Todestag am 19. Februar 2012 und sein 200. Geburtstag am 17. Oktober 2013) werden zahlreiche Anlässe für Informationen und Nachrichten bieten.
www.buechnerland wird in den nächste Wochen aus dem Dornröschenschlaf erwachen und Informationen und links zu den Büchnerstätten und ihren Angeboten bringen.
Bleiben Sie mir gewogen und schauen Sie regelmäßig vorbei!