Peter Brunners Buechnerblog

Schlagwort: Museum

Büchner findet statt!

Das Museum in Georg Büchners Geburtshaus im Riedstädter Stadtteil Goddelau muss vorläufig geschlossen bleiben – die Enge in den Ausstellungsräumen des historischen Fachwerkhauses lässt Besuche unter den vorgegebenen Sicherheitsabständen einfach nicht zu.

 

Museumsleiter Peter Brunner hat sich daher vorgenommen, in Videobeiträgen aus der Vielfalt des Museumsangebotes zu berichten. Er beginnt mit der Biographie von Georg Büchners Vater. Die Reihe soll fortgesetzt werden (und er wird dabei gerne auf Fragen und Hinweise reagieren).

Hier geht es zum ersten Beitrag – über Georg Büchners Vater Ernst Büchner.

Peter Brunner

von Peter Brunner

Sich „ … allen ungestümen Drängens schlechterdings (zu) enthalten“

„Was geschah mit Woyzecks Schädel?“

Unter diesem Titel spricht der Literaturdetektiv und Freund des Büchnerhauses, Reinhard Pabst, am Sonntag, dem 21. Januar 2018 um 11 Uhr bei einer Matinee in der Galerie am Büchnerhaus.

Dabei wird dem Förderverein ein wertvolles historisches Dokument als Dauerleihgabe überreicht.

Am 27. August 1824 wird in Leipzig mitten auf dem Marktplatz der Mörder Johann Christian Woyzeck mit dem Schwert hingerichtet. Im Straßburger Exil erinnert sich der junge Georg Büchner an Berichte über den Kriminalfall, die er in Darmstadt gelesen hatte. Kürzlich tauchte im Antiquariatsbuchhandel ein Flugblatt auf, mit dem „der Stadtmagistrat zu Leipzig“ am 23. August Woyzecks Hinrichtung ankündigt und auffordert, sich während der Hinrichtung „ … allen ungestümen Drängens schlechterdings (zu) enthalten“.

Der Förderverein Büchnerhaus konnte die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und die Sparkassen-Stiftung Groß-Gerau zur Unterstützung gewinnen. Das Flugblatt wurde als weiterer Teil der wertvollen Sammlung von „Büchneriana“ angeschafft, zu der bereits mehrere bedeutende Handschriften Georg Büchners gehören. Ab Januar 2018 kann es im Büchnerhaus als Dauerleihgabe gezeigt werden. Dort wird es künftig neben den Originalausgaben von Büchners Doktorarbeit „Über die Nerven der Barbe“, der ersten Werkausgabe von 1850 und seinen Übersetzungen Victor Hugos präsentiert. Zur Information der Besucher dient diese Transkription des heute von vielen nicht mehr lesbaren Fraktur-Textes.

Das Ausstellungsstück ist ein wertvolles Objekt, weil es hervorragend dazu geeignet ist, die Umstände der Zeit zu erläutern. Die Hinrichtung Woyzecks war die letzte, die in Leipzig öffentlich stattfand. Sie wurde europaweit wahrgenommen und diskutiert. Auch als Hinweis auf die Arbeitstechnik Büchners, sich im literarischen Werk auf reales Geschehen zu beziehen, ist das Blatt zur Information der Museumsbesucher*innen hervorragend geeignet.

Reinhard Pabst forscht und recherchiert seit vielen Jahren über Literatur und ihre Geschichte(n).Mehrere bedeutende Funde, darunter zwei bedeutende Briefe Büchners aus dem Exil, sind seiner akribischen Arbeit zu verdanken.

Das Büchnerhaus in Riedstadt Goddelau ist im Individualverkehr leicht zu erreichen. In der Nähe stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung.

Seit dem 10. Dezember fährt die Buslinie 40 als „Büchnerlinie“; sie verbindet komfortabel den Hauptbahnhof Darmstadt mit dem Büchnerhaus (Station Goddelau-Rathaus). Hier der link zum aktuellen Fahrplan.

 

von Peter Brunner

 

Peter Brunner

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