Neues aus Buechnerland Peter Brunners Buechnerblog

1.8.2018

Veranstaltungen im Büchnerhaus II/2018

Zum Ende der hessischen Sommerferien legt der Förderverein Büchnerhaus sein zweites Halbjahresprogramm 2018 vor und beginnt im August gleich mit vier Veranstaltungen.

Bitte nutzen Sie die Gelegenheit und tragen sich jetzt gleich unsere Termine ein; gerne dürfen Sie dieses Informationsmaterial weitergeben, gerne auch per Mail oder in sozialen Medien auf diesen Eintrag hinweisen! 

 

 

Hier findet sich das Programm als pdf zum Download – es eignet sich in dieser zweiseitigen Form auch als kleines Plakat zum Aushang, worum alle mit dieser Möglichkeit herzlich gebeten sind. Gedruckte Exemplare versenden wir gerne.

Für das Benefizkonzert unserer Freunde von Le Cairde aus Darmstadt am 12. August gibt es auch ein eigenes kleines Plakat, auch das hier to whom it may concvern als pdf. 

Spätestens seit der Umbenennung der Bus-Verbindungslinie vom Darmstädter Hauptbahnhof nach Riedstadt in „Büchnerlinie“ (hier der direkte link zum Fahrplan: günstige Verbindung ins Ried) lässt sich der Busanschluss übrigens nicht nur gut nutzen, sondern auch leichter finden!

Natürlich sind Fahrräder herzlich willkommen, und ein paar Autoparkplätze gibt es sogar im Hof des Büchnerhauses.

Die Ausstellung im Büchnerhaus ist regelmäßig Donnerstags und Sonntags geöffnet, außerdem öffnen wir das Museum eine Stunde vor den Veranstaltungen in der Galerie.

Also auf bald!

 

 

Peter Brunner Peter Brunner

12.6.2018

Stadtspaziergang zu Luise Büchners 197. Geburtstag

Filed under: Darmstadt,Luise Büchner,Veranstaltung,Volksbildung,Vortrag — Schlagwörter: , , — peter brunner @ 09:32

Zu Luise Büchners 197. Geburtstag treffen sich Mitglieder und Freundinnen der Luise-Büchner-Gesellschaft am 12. Juni um 15 Uhr am neuen Denkmal vor dem „Pädagog” in der Döngesborngasse.

 

Agnes Schmidt, Jutta Schütz und meine Wenigkeit werden mit Berichten, Zitaten und einigen Bildern an die Kinder- und Jugendzeit der Büchners erinnern.

 

Meldebogen der Familie Büchner StadtA Darmstadt, St 12 A Nr. 142/6

 

Anschließend besuchen wir die Gräber von Luise Büchner und anderen Mitgliedern der Familie Büchner auf dem Alten Friedhof.

von Peter Brunner

 

Peter Brunner

Peter Brunner

18.4.2018

Büchner am Tag für die Musik – 6. Mai 2018 – auf der BüchnerBühne

Im jährlichen Wechsel unterstützt hr2 in Hessen Veranstaltungen zu einem Tag der Literatur und einem Tag der Musik.

 

2018 beteiligen sich auch die Riedstädter Büchner-Aktivisten mit einem gemeinsamen Musikprogramm: BücherHaus und BüchnerBühne haben einen hochkompetenten Referenten gewonnen, der wie kaum ein anderer literarische und musikalische Kompetenz verbindet:

 

Georg Büchner und die Musik

Chefdramaturg der Oper Frankfurt zu Gast bei der BüchnerBühne Riedstadt – Vortrag mit Hörbeispielen am 6. Mai 2018

In einer gemeinsamen Veranstaltung der BüchnerBühne Riedstadt und des Fördervereins Büchnerhaus zeigt Prof. Dr. Norbert Abels, dass Büchner nicht nur in der Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts, sondern eben auch in der Musik zahlreiche Spuren hinterlassen hat.

Vortrag und Gespräch mit Christian Suhr und Peter Brunner sowie mit zahlreichen Hörbeispielen findet am Sonntag, 6. Mai 2018 um 16:00 Uhr im Theatersaal der BüchnerBühne in Riedstadt-Leeheim (Kirchstraße 16) statt.

Das Theatercafé öffnet für die Gäste bereits um 15:00 Uhr. An diesem Tag bleibt das Museum BücherHaus geschlossen.

 

Alban Berg komponierte seinen Wozzek schon, als die korrekte Lesung „Woyzeck“ noch gar nicht erkannt worden war. Auch die 1926 erstaufgeführte Oper von Manfred Gurlitt ist, nicht zuletzt durch die Doppelinszenierung der Darmstädter Bühne, als Büchner-Musikstück bekannt. Norbert Abels, der Chefdramaturg der Oper Frankfurt, hat sich als Germanist und als Musikwissenschaftler mit Büchner in der Musik beschäftigt; für die Wozzek-Aufführung der Oper Frankfurt führte er die Dramaturgie.

In seinem Vortrag wird er mit zahlreichen Hörbeispielen erläutern, wie sich „ … die singuläre Position Büchners … Gegensätze unversöhnt gelassen zu haben“ (Abels) in zeitgenössischer Musik wiederfindet.

Tatsächlich kennt Abels sehr viel mehr musikalische Annäherungen an Büchners Werk als „nur“ die Woyzeck-Adaptionen; in Wien und Magdeburg ist beispielsweise gerade Gottfried von Einems „Danton“ auf der Bühne (bei youtube findet sich hier eine Aufzeichnung der Inszenierung unter Lothar Zagrosek 1983 in Salzburg), unter anderem wird Abels auch erstmals von einer neu komponierten, noch unaufgeführten Oper zu Leonce und Lena berichten.

Norbert Abels studierte Literatur- und Musikwissenschaft, Philosophie und Judaistik. Er ist Autor zahlreicher kulturkritischer Studien und Bücher. Seit 1980 Literaturdozent am Media-Campus Frankfurt. Seit 1985 an der Oper Frankfurt tätig, ab 1997 als Chefdramaturg. Seit 2005 Professor für Theaterdramaturgie an der Folkwang-Universität der Künste, seit 2006 Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Zahlreiche Gastdramaturgien, u. a. von 2003 bis 2010 bei den Bayreuther Festspielen sowie auf internationalen Bühnen.

Die Vortragsveranstaltung ist Bestandteil des hessenweiten Aktionstages „Musikland Hessen – Ein Tag für die Musik“ unter der Federführung von hr2-kultur, dem Kulturprogramm des Hessischen Rundfunks. Gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK), dem Landesmusikrat Hessen, musikfördernden Institutionen, Archiven, Initiativen und Vereinen in zahlreichen hessischen Städten und Gemeinden soll Musik aus, über und in Hessen erlebbar gemacht werden.

Das Projekt wird von all diesen Partnern mitgetragen und soll kontinuierlich wachsen. Ein wichtiges Ziel ist die Erschließung des musikalischen Erbes unseres Bundeslandes. Dieses soll einer breiteren Öffentlichkeit ebenso näher gebracht werden, wie die gegenwärtige lebendige musikalische Vielfalt Hessens.

Eintrittskarten für die Veranstaltung zum Preis von 15 Euro sind online über den Ticketshop unter www.buechnerbühne.de und bei allen bekannten Vorverkaufsstellen über Reservix erhältlich. Zusätzlich fungieren die Buchhandlungen Bornhofen in Gernsheim und Faktotum in Wolfskehlen, die Infothek des Landratsames in Groß-Gerau sowie „Florales & Handgemachtes“ in Goddelau, Weidstraße 5 F als örtliche Vorverkaufsstellen des Veranstalters. Karten an der Abendkasse kosten generell zwei Euro mehr.

von Peter Brunner

 

Peter Brunner

Peter Brunner

25.12.2017

Zum Jahreswechsel: kleiner Rück- und kurzer Ausblick

Wie in jeden Jahr zum Jahresende heute ein kurzer Blick auf die Nutzerstatistik des Blogs:

2017 ist die Gesamtzahl der Besucher leicht zurückgegangen. Nach (2016) 158.902 waren es 2017 insgesamt 145.041 Besucher*innen.

Gleichzeitig stieg aber die Zahl der aufgerufenen Seiten leicht von 677.951 auf 683.936 und die durchschnittliche Verweildauer nahm deutlich zu – von 38 auf 53 Sekunden, in denen gleichzeitig statt 2,8 (2016) durchschnittlich jetzt 3,4 Seiten aufgerufen wurden. Für ein Blog scheint mir das ganz gut zu sein; offenbar fühlen sich viele Besucher*innen animiert, mehr als nur den aktuellen Beitrag zu lesen.

 

Durch die Restriktion der Mailsoftware mailpoet, die nach jedem neuen Beitrag eine Nachricht an eingetragene Abonnenten sendet, ist deren Zahl bei mir stets auf unter 1.000 beschränkt, wobei mir ohnehin nicht klar ist, warum und woher der größere Teil dieser „Abonnent*innen” kommt. Tatsächlich aktiv eingetragen und später wiederholt auf der Site sind davon heute ca. 150, die als Reaktion auf die Mail mehr oder weniger regelmäßig nach jedem neuen Beitrag vorbeikommen – vielen Dank dafür! Wer diesen Service bisher noch nicht nutzt, ist herzlich dazu eingeladen – mit einem Klick auf „Anmelden“ hier rechts unten (oder einfach hier) öffnet sich das entsprechende Eintragsfenster. Das verpflichtet zu nichts und ist und bleibt durchaus nicht umsonst, wohl aber kostenlos!

  • Für die nächsten Tage bereite ich einen Bericht über einen äußerst attraktiven neuen Tagebuch-Fund vor, der insbesondere auf Georg Büchners Mutter Caroline ein interessantes neues Licht wirft und in dessen Zusammenhang eine bisher gänzlich unbekannte verwandtschaftliche Beziehung zu einem „Gerechten unter den Völkern”  aufgetaucht ist.
  • Auch die Veranstaltungsreihe zu „2018 – das Jahr der republikanischen Jubiläen“, u.a. mit Peter Brandt, Frank Deppe und Gerd Koenen sowie den beiden Vorsitzenden der Enquete-Komission zur Hessischen Verfassung, Jürgen Banzer und Heike Hofmann,  im Büchnerhaus wird hier in Kürze ausführlich angekündigt.
  • Schließlich sind insbesondere die in der Nähe angesiedelten Leser*innen herzlich zu einer kleinen Vortragsreihe im Büchnerhaus eingeladen, die ich ab dem 5. Februar monatlich für die Kreisvolkshochschule Groß-Gerau veranstalte: „Hier bietet sich die Gelegenheit, … in kommunikativer Runde mit der außergewöhnlichen Biographie der sechs Büchners – dem Dichter , Revolutionär und Naturforscher Georg, dem Chemiker und Unternehmer Wilhelm, der Bürgerin Mathilde, der Frauenrechtlerin, Publizistin und Historikerin Luise, dem Arzt, Philosophen und Publizisten Ludwig und dem Anwalt, Sprachforscher, Autor und Feuilletonisten Alexander bekannt gemacht zu werden.”
  • Schon am 21. Januar, um 11 Uhr vormittags, stellen wir im Büchnerhaus eine Neuerwerbung vor, die uns die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und die Sparkassenstiftung Gross-Gerau ermöglichten: wir konnten ein historisches Flugblatt erwerben, auf dem in Leipzig die Hinrichtung von Johann Christian Woyzeck angekündigt wird: “ sich während der Hinrichtung „ … allen ungestümen Drängens schlechterdings (zu) enthalten“. Reinhard Pabst trägt dazu neue Erkenntnisse vor: „Was geschah mit Woyzecks Schädel?“

 

Also: tragen Sie sich ein, kommen Sie gerne und oft virtuell auf dem Blog und ganz besonders gerne materiell im Büchnerhaus vorbei, beenden Sie das Jahr in Frieden und hoffnungsfroh und haben Sie Ihre guten Wünsche im nächsten Jahr erfüllt!

 

von Peter Brunner

 

Peter Brunner

Peter Brunner

14.9.2017

ist friede in den hütten ist friede in den palästen amen

1982 hat das Franz Hodjak als „Variation auf ein Thema von Büchner” gedichtet, und dieser vielleicht knappstmögliche Kommentar zu Büchners Landbote, den ich zu Beginn des Gesprächs mit den Nachfahren der Landboten-Protagonisten zitierte, war, scheint mir, in der munteren und aufschlussreichen Runde konsensfähig.

 

Das „Panel” – vlnr: Ludwig Steinmetz, Manfred Büchner, Thomas Will, Magda Pillawa, Peter Brunner, Brita Flinner, Rainer von Hessen, Peter Soeder

 

Alle hatten nachgedacht und vorbereitet, ob und wie sie biographisch, politisch, gesellschaftlich auf besondere Weise mit den frühen hessischen Republikanern und/oder ihren Widersachern verbunden sind. Sei es, das Magda Pillawa kein Spur des Jähzorns bei sich findet, für den Ludwig Büchner bekannt war (es gibt da eine Geschichte von einem voller Wut aus dem Fenster geworfenen Schweinebraten …), sei es, dass Manfred Büchner über Wilhelm Büchners Neugier auf die Naturwissenschaften reflektierte. Beeindruckend, wie Rainer von Hessen schilderte, dass für ihn in der Auseinandersetzung mit den unsäglichen Verstrickungen seiner Vorfahren in die Verbrechen des Nationalsozialismus klar wurde, dass Herkunft und Geburt kein Privileg verschaffen darf und schon gar keine Garantie für überlegenes Verhalten verschaffen kann. Und berührend, wie Peter Soeder, Oberkirchenrat a.D.,  auf die Frage, wie er es mit der Religionskritik seines Urgroßvater Ludwig Büchner halte, diesen ganz direkt ansprach: „Hallo Urgroßvater …“.  Ganz zu Recht habe er sich von der Amtskirche und ihren Verstrickungen mit der Macht, den Palästen, abgewandt. Und sein Engagement für gerechtere Erbschaftsbesteuerung, Reform der Grundbesitzverhältnisse und Versicherungsschutz sei bis heute gerade für Christen vorbildlich.  Landrat Will, der als Repräsentant der  aktuellen Macht eingeladen war, fand deutliche Worte zur Ungleichheit. Es dürfe nicht sein, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich weiter aufspreize. Glücklicherweise seien die Verhältnisse, gegen die sich die Landboten-Verschwörer empörten, überwunden, aber es bedürfe aktiven politischen Einflusses für Chancengleichheit, insbesondere in Bildungsfragen. Auch zur Meinungsfreiheit gab er ein klares Bekenntnis ab: nicht ihre Einschränkung, sondern ihr Schutz sei  gegen „Fake-News“ und Desinformation erforderlich, und auch hier spiele Bildung die zentrale Rolle. Brita Flinner hat mit ihren Erfahrungen aus Namibia, wo sie einen Teil ihres Lebens verbrachte, den wichtigen Hinweis darauf gemacht, dass die Hütten des 21. Jahrhunderts für uns im Ausland stehen und wie eng das Leben in unseren „Palästen” mit ihnen verbunden ist.

Schön, dass ich zum Schluss in das Exemplar von Edschmids Büchner-Roman „Wenn es Rosen sind … ” für Rainer von Hessen aufrichtig schreiben konnte: „Von Citoyen zu Citoyen“.

Und gut, dass sich das Büchnerhaus mit diesem „Familientreffen” wieder als „Ort der Freiheit” positionieren konnte.

Der Hessische Rundfunk hat das Gespräch aufgezeichnet
und wird es in  „Kulturszene Hessen”
am Samstag, dem 25. November, von 18:04 bis 19 Uhr auf HR 2 senden.

 

Mehr Fotos von der Veranstaltung hat Werner Höfler vom Vorstand des Vereins Büchnerhaus hier eingestellt. 

von Peter Brunner

 

 

 

 

 

 

Peter Brunner

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