Neues aus Buechnerland

28.9.2011

Musik und Literatur aus Wien zum Kaffee in der Villa Büchner

Abgelegt unter: Villa, Geschichte, Texte, Vortrag, Lesung — admin @ 10:08

Die Wetten stehen hoch, ob und in welchen Zusammenhang ich es schaffen werde, eine Verbindung zu den Büchners zu schildern …

Der österreichisches Außenminister soll auf die Nachricht von der russischen Revolution gesagt haben” „Woas - in Russland revoltiern´s? Am End´ der Herr Bronstein aus `m Cafe Central?” Leo Trotzki, der in Wien unter seinem bürgerlichen Namen lebte, war gerade in St. Petersburg angekommen …

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Die Herren Uljanow (Lenin) und Bronstein (Trotzki) 1917 in St. Petersburg

Auf die Spur dieser Geschichte, der  Unverschämtheiten von Karl Kraus, der Aperçus von  Peter Altenberg, der Lebensweisheit von Anton Kuh und noch ein paar anderer Wiener Kaffehausliteraten machen wir uns Ende Oktober.

Nach der höchst erfolgreichen literarisch-musikalischen Revue aus dem Berlin zwischen 1880 und 1933  bietet der Salon der Villa Büchner die wunderbare Kulisse für Musik und Texte aus Wien.

8.8.2011

Auf einen Kaffee in die Villa Büchner!

Abgelegt unter: Villa, Texte, Vortrag, Veranstaltung, Lesung — admin @ 16:52

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Lesser Ury: Mädchen im Romanischen Café (Berlin), 1911. (Alte Nationalgalerie Berlin) 

Im „Spiegelsaal“ der festlichen Beletage der Pfungstädter Villa Büchner finden im Herbst insgesamt vier musikalisch-literarische Veranstaltungen statt, zu denen die Stadt Pfungstadt in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchengemeinde herzlich einlädt. Christian Lorenz, der Kantor der Kirchengemeinde und Leiter des Pfungstädter Vokalensembles, hat dafür ein vielfältiges musikalisches Programm aus dem Umfeld der großen Kaffeehaustraditionen in Wien und Berlin zusammengestellt.

 Zu jeweils zwei Terminen an einem Wochenende, Freitags Abends und Sonntags Nachmittags, werden die kabarettistisch-erotischen Seiten am Abend, die gesellschaftlich-vergnüglichen Aspekte am Nachmittag präsentiert.

 Begleitet von Artur Geisel am Klavier trägt der Chor im ersten Teil der Konzertreihe, der dem Berliner Kaffeehaus gewidmet ist, Lieder von Benatzky, Reutter, Holländer, Mackeben und Stolz vor.

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Der Festsaal in der Villa Büchner, Pfungstadt

Peter Brunner hat aus dem riesigen Fundus der Berliner Literaten, die im Umfeld des Kaffeehaus des Westen und später des Romanische Kaffees verkehrten, den Wedekinds, Mühsams, Tucholskys und unzähligen anderen, eine Auswahl von Texten über Berlin, über das ewige Hin und Her zwischen Männern und Frauen, über Politik, Kultur und Gesellschaft zusammengestellt, die er, meist vergnüglich und ab und an auch nachdenklich, im Wechsel mit der Musik vortragen wird.

 Damit die Gäste das richtige Kaffeehausgefühl verspüren, bereitet Georg Nawrowskis Team von der Gaststube in der Villa passende Spezialitäten als Imbiss zum Kaffee, zum Glas Wein oder zur Limonade vor.

 Am 21. und 23. Oktober findet die Fortsetzung der Konzerte mit Musik und Geschichten aus Wien statt.

 Die literarischen Konzerte in der Villa Büchner, Uhlandstraße, beginnen am Freitag, dem 19. August, um 20:30 Uhr, am Sonntag, dem 21. August, um 16 Uhr. Für Getränke und Imbiss wird im Vorverkauf und an der Abendkasse ein pauschaler Beitrag von 10 € erhoben. Karten sind ab sofort beim Ticketservice in der Eberstädter Straße 58 und in der Gaststube der Villa Büchner zu erhalten.  

 Hier findet sich das Plakat mit dem schönen Motiv. 

29.7.2011

Die Büchners zum Mitschreiben …

Für die Volkshochschule Darmstadt-Dieburg biete ich in diesem Herbst einen Kurs über die berühmten südhessischen Geschwister an. Besonders schön finde ich dabei, dass das in den Räumen der Villa Büchner stattfinden kann, so dass sich die Teilnehmer/innen auch atmosphärisch am richtigen Ort fühlen können.

Ich freue mich über Ihre Anmeldung (begrenzte Teilnehmerzahl…) direkt bei der VHS;

Fragen dazu beantworte ich gerne (Post@EntwicklungUndKultur.De)

VHS Flyer S. 2

Der VHS-Flyer Aussenseite (hier als pdf)

Ankündigungsflyer Innenseite als pdf

Der geplante Ablauf

(Ankündigungstext der VHS):

Die Büchners oder Der Wunsch, die Welt zu verändern”*)
Die Familie Büchner in Südhessen

Alle Büchner-Geschwister hatten eine aufklärerische Geisteshaltung, ihr großes gemeinsames Anliegen war die Veränderung der Gesellschaft, Gleichberechtigung ohne Ansehen von Geschlecht oder Herkunft, und ihr Weg dorthin war die Volksbildung. An sechs Abenden werden sie in passendem Ambiente auf kurzweilige Art vorgestellt.

 

Der große Georg
Von den sechs Kindern von Ernst und Caroline Büchner ist uns vor allem der Dichter Georg Büchner (1812 - 1837) bekannt.  Die Überlieferung seines Werkes ist auch dem unermüdlichen Einsatz seiner Geschwister zu verdanken.

 

Arzt, Philosoph, Volksaufklärer - „der Rangar Yogeshwar des 19. Jahrhunderts”: Ludwig
Vor 100 Jahren aber war ein anderer Büchner weltberühmt: der Bruder Ludwig Büchner, „1848er”, Arzt, Philosoph, Publizist, Verfasser des ersten erfolgreichen Sachbuches in deutscher Sprache. Ludwig Büchner war der wichtigste Verbreiter der Thesen von Charles Darwin in Deutschland. In der Frühzeit der Deutschen Arbeiterbewegung war er 1866 „Ehrenkorrespondent” beim Kongress der Internationalen Arbeiterassoziation in Genf.

 

Zwei Frauen im Umbruch des 19. Jahrhunderts: Luise und Mathilde.
Luise Büchner, der der Zugang zu höherer Schulbildung verwehrt wurde und die sich mit äußerster Kraft erarbeitete, was ihre Brüder lernen durften, veröffentlicht 1855 eines der ersten Sachbücher einer weiblichen Autorin in deutscher Sprache: sie fordert ein eigenes, weibliches Berufsleben und damit wirtschaftliche Unabhängigkeit.
Mathilde Büchner schien bis vor kurzem ein vergleichsweise bescheidenes Leben gelebt zu haben, erst 2008 fand sich ein Bild von ihr. Inzwischen wissen wir, dass sie sich in Darmstadt auch aktiv an der öffentlichen Diskussion beteiligte, den „Hausfrauenverein”, eine Art Konsumgesellschaft, hat sie mitgegründet.

 

Le pont sur le rhin: Alexander, Jurist und Sprachwissenschaftler
Der jüngste Bruder Alexander wurde „Doktor beider Rechte”, erhielt Berufsverbot, machte eine zweite Karriere als Sprachwissenschaftler, wanderte nach Frankreich aus und erarbeitete wesentliche Grundlagen der vergleichenden Sprachwissenschaft. Wegen seiner Verdienste um die Kenntnis Deutscher und Franzosen voneinander nannte man ihn „die Brücke über den Rhein”.

 

Unternehmer, Politiker, Erfinder: Wilhelm Büchner, der Blaufabrikant aus Pfungstadt.
Wilhelm Büchner scheiterte an der Schule, nach der sich seine Schwester Luise so sehnte, wurde Apotheker, studierte Chemie in Heidelberg und Gießen und erfand in seiner ersten kleinen Fabrik in Darmstadt eine Methode, künstlich blaue Farbe herzustellen (Ultramarin). Er wurde mit dieser Erfindung in Pfungstadt ein reicher und einflussreicher Unternehmer. Er war Gemeindevertreter und hat wesentlich zum Werden Pfungstadts beigetragen, im hessischen Landtag und im Berliner Reichstag arbeitete er als linksliberaler Abgeordneter. Seine Pfungstädter „Villa Büchner” ist eines der ganz wenigen erhaltenen baulichen Denkmäler der Familie Büchner.

*) Heiner Boehncke, Peter Brunner, Hans Sarkowicz: „Die Büchners oder der Wunsch, die Welt zu verändern”. Societäts Verlag, Frankfurt am Main 2008. EAN 978-3-7973-1045-3. 168 Seiten, 24,90 €

 

Mi 19:00-21:00 Uhr, ab 21.09.2011

 

VILLA BÜCHNER

Pfungstadt, Uhlandstraße 

 

immer mittwochs um 19 Uhr, und zwar: 

21.9., 5.10., 2.11., 16.11., 30.11., 14.12. 2011

32 €

 

 

9.6.2011

Mehr über Balthasar Harres

Abgelegt unter: Harres, Villa, Wilhelm Büchner — admin @ 10:30

Am vergangenen Wochenende (4. / 5. Juni 2011) war ich, wie schon seit einiger Zeit angekündigt, in Coburg auf den Spuren von Balthasar Harres und konnte durch liebenswürdiges Entgegenkommen der Immobilienbesitzer gute Einblicke in das Werk von Harres bekommen. Bei Gelegenheit hier mehr dazu, voraussichtlich zeigen wir auch am Tag des offenen Denkmals am 18. September weitere Informationen zu Balthasar Harres in der Villa Büchner.

Außerdem fand ich zu Ludwig Büchners Verbindung zum „Helden der Seeschlacht zu Pferde”, dem Coburger Fürsten Ernst II., interessante Informationen. Auch dazu demnächst mehr.

Hier nur mal ein erster Eindruck von den Bauten - mir scheint, dass Harres Schloss Hohenfels als Vorbild für die deutlich kleinere Pfungstädter Villa nahm. Jedenfalls muss jeder, der die Coburger Bauten kennt, den Architekten in Pfungstadt wiedererkennen.

Harresbauten

30.5.2011

Tag der Literatur mit den Büchners

Gleich an zwei Veranstaltungen über die Büchners konnte ich gestern teilnehmen.

Zunächst hatte der Förderkreis für Kunst und Kultur in Zwingenberg zusammen mit dem Café Schoko und Wein zu einem literarischen Picknick eingeladen. Edda Fürst, Dieter Kullak, Hanns Werner und meine Wenigkeit  trugen Texte aus der tausendjährigen Zwingenberger Geschichte vor. Das neunzehnte Jahrhundert präsentierten wir mit Hinweisen auf Johann Georg Dieffenbach (1787-1848), den Wirt des bunten Löwen, der den Beinamen „Zeitgeist” ganz zu Recht trug. Er war der Motor der demokratischen Bewegung der zwanziger Jahre in Zwingenberg und wurde Abgeordneter der hessischen Volkskammer.

Auch Zwingenberger Geschichte:  Hanns Werner liest einen NS-Aufruf zur Versammlung am 29. Mai

Wie zahlreich Büchners Verbindungen nach Zwingenberg waren, konnte ich dann mit einigen Texten belegen: bekannt und bereits berichtet ist der Besuch Georg Büchners mit seinem Freund Muston beim Bruder Wilhelm in der Hofapotheke, auch Luises Erzählung vom kleinen Vagabund war schon bekannt. Dass Alexanders „Pfingstausflug” 1849 auch einen Zwischenstop bei Dieffenbach erzählt, war weniger bekannt, auch, dass Wilhem Bücher für Zwingenberg in den 1849/50er „Revolutionslandtag” einzog, war vielen neu. Friedrich Büchner, der Cosin „unserer Büchners”, war lange Jahre Lehrer und „Hilfspfarrer” in Zwingenberg, sein Drama „Coligny” konnte ich nur noch kurz erwähnen. Der Pate seines Sohnes Alexander war „unser” Alexander. Schließlich stellte ich noch die „Märchenmuhme” Martha Frohwein-Büchner vor, die mit ihren Mundartgedichten und -Erzählungen den Büchnerschen „Schreibwurmb” wie Anton Büchner, Wilhelms Enkel, ins zwanzigste Jahrhundert trug.

Die Villafassade in der gleissenden Sommersonne am 29.5. 

Nachmittags habe ich eine private Führung in der Villa betreut, bis schließlich der Bus mit den Teilnehmer/inne/n  der Fahrt auf Büchners Spuren gegen 19 Uhr in Pfungstadt eintraf. Nach einem kurzen Spaziergang übers Gelände gingen wir zum Flammekuche-Essen ins Restaurant, was ja sehr gut zu den Elsässer Beziehungen der Büchners passte. Beim Essen hörten wir Alexander Büchner über seinen Bruder Wilhelm, den „dummen Bub”. Schließlich besichtigte die interessierte Gruppe noch die Beletage und  die Wohnräume der Büchners in der Villa, als der Busfahrer vernehmlich mit den Hufen scharrte - er wollte nach Hause.

Nach Hause!

Erst nach 21 Uhr haben wir die Besuchergruppe verabschiedet - bis zum Rande gefüllt mit den unzähligen Geschichten und Ereignissen, die im Laufe das Tages auf sie einströmte. Für die mit etwa 40 Personen ausgebuchte Fahrt von Darmstadt über Goddelau nach Pfungstadt musste die Luise Büchner-Gesellschaft weitere zwanzig Interessierte abweisen, obwohl schon Wochen vorher „ausgebucht” veröffentlicht war. Damit ist eine baldige Wiederholung fast unausweichlich geworden.

Erst für 2013 ist der nächste „Tag der Literatur” geplant - so lange werden wir mit weiteren Büchner-Veranstaltungen sicher nicht warten.

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