Neues aus Buechnerland

Peter Brunners Buechnerblog

Kategorie: Riedstadt (Seite 1 von 3)

Ölbilder und Aquarelle des Darmstädter Malers Fritz Büchner in der Kunstgalerie am Büchnerhaus

Fritz Büchner: Die evangelische Kirche von Eschollbrücken. Aquarell. Ca. 1925

Das Büchnerhaus präsentiert eine Sammlung von Öl- und Aquarellbildern mit Landschaften aus Odenwald, Bergstraße und Ried aus dem Besitz seiner Familie.

 

Vielleicht kann es den Besucher*innen gelingen, für einige der Motive den Ort zu erkennen, wie das vor einiger Zeit mit dem schönen Aquarell des Eschollbrücker Kirchturms gelang, das heute im Besitz der Stadt Pfungstadt ist.

 

Parallel dazu zeigt das Bücherhaus in Kopie ein kürzlich aufgefundenes Aquarell eines unbekannten Künstlers, das die Zürcher Landesbibliothek erworben und als Digitalisat veröffentlicht hat. Wir verdanken Reinhard Pabst und seiner unermüdlichen Spürnase diesen Hinweis. Es trägt die Beschreibung: „Georg Büchner im Odenwald“ und wird auf die Entstehungszeit um 1920 geschätzt. Ist Fritz Büchner der unbekannte Maler? In der Ausstellung können die Gäste im Vergleich mit den ausgestellten Originalen den Versuch unternehmen, das Rätsel zu lösen.

 

Während des Goddelauer Weihnachtsmarktes am 7. Dezember am Büchnerhaus, Weidstraße9, 14 bis 21 Uhr) und für weitere zwei Wochen bis zur Schließung des Museums zur Winterpause am 22. Dezember können die Bilder während der Öffnungszeiten des Museums Donnerstag bis Sonntag 14 bis 18 Uhr) besichtigt und erworben werden; die Übergabe der verkauften Bilder an die Erwerber wird so noch vor Weihnachten möglich. Dies ist voraussichtlich die letzte Gelegenheit, Originale günstig und direkt aus der Hand der Familie zu erwerben.

 

Fritz Büchner: Der Frankenstein von Osten. Aquarell. Ca. 1925

 

 

Der Maler Fritz Büchner (1. April 1880 – 22. Juni 1965)

 

Am 1. April 1880 wird in Pfungstadt der zweite Sohn von Ernst Büchner (1850 – 1925) und seiner Frau Mathilde (1852 – 1925) geboren. Sein Großvater ist der Pfungstädter Chemiefabrikant Wilhelm Büchner, ein Bruder des Dichters Georg Büchner. Vater Ernst Büchner ist promovierter Chemiker und Leiter der Pfungstädter „Blaufabrik“, der „technische Direktor“ der Wilhelm Büchner Actiengesellschaft. Mit seiner Frau (und Kusine) Mathilde Büchner (1852 – 1908) hat er bereits einen ersten Sohn, Carl (1877 – 1929). Die junge Familie lebt im „Schweizerhaus“, der „kleinen Villa“ auf dem Gelände des Büchnerparks, das der Vater Wilhelm Büchner für sie erbauen ließ. Die Ehe wird 1884 geschieden, Mathilde zieht mit den beiden Söhnen nach Darmstadt. Die beiden Brüder wachsen in wohlhabenden Verhältnissen auf, Carl Büchner wird Chemiker, Friedrich will als Maler leben. Am 1. April 1908 stirbt Mathilde Büchner in Darmstadt. Fritz lässt sich als Maler von dem Darmstädter Wilhelm Bader (1855 – 1920) anleiten. Bis heute befindet sich im Besitz der Nachfahren ein ausdrucksstarkes Portrait Fritz Büchners von Wilhelm Bader. Fritz ist befreundet mit Heinrich Zernin (1868 – 1951), der in Darmstadt und Umgebung der bekanntere Maler wird.

Wilhelm Bader: Der Maler Fritz Büchner

 

Der Malerfreund Friedrich Schlegel aquarelliert einen Stammbaum der Büchner-Famile, dessen Original verloren ist. Fritz Büchner heiratet 1911 in Darmstadt die Schweizerin Anna Julia Flückiger (* 1884). 1913 wird Karl Wilhelm, 1915 Anna Mathilde und 1918 Wilhelmine Henriette geboren. Er lässt sich in der Eberstädter Villenkolonie ein Haus bauen und zieht dort mit der Familie ein. Er malt Landschaften im Stil seiner Lehrer und Freunde, erreicht aber nicht deren Ansehen und Erfolg. Die Bilder werden bis heute für den „geschulten Blick für Landschaften und Motive“ (Albrecht Dexler) gelobt. Nach seinem Tod kommt es in den siebziger Jahren zu einer kleinen Ausstellung von Bildern in Pfungstadt. Seine drei Enkelinnen haben das Wohnhaus der Familie inzwischen verkauft.

Peter Brunner

von Peter Brunner

Eine Stadt für Georg Büchner

Zum „Büchnerfrühstück” am 13. August sind viele Freundinnen und Freunde von BüchnerBühne und BüchnerHaus gekommen, um mit uns zu feiern, dass das Land Hessen unsere Arbeit anerkennt und schätzt.

Die Stadt hatte eingeladen und ließ sich nicht lumpen – schon vor den feierlichen Reden gabs Essen und Trinken satt, zwar weder Melonen noch Feigen wie zum Schluß von Leonce und Lena, aber es ging ja auch nicht ums Happy End.

1997 erschien im Jonas-Verlag „Ein Haus für Georg Büchner“, herausgegeben von zwei unersetzlichen Freunden und Unterstützern des Büchnerhauses, Heiner Boehncke und Hans Sarkowicz. Das schöne Bändchen ist auch eine Art Festschrift zur Eröffnung des Museums in Georg Büchners Geburtshaus. Nicht zuletzt ihrer Freundschaft und Unterstützung ist es zu verdanken, dass Riedstadt mittlerweile auf der literarischen Landkarte unübersehbar geworden ist. Die Verleihung der Bezeichnung „Büchnerstadt“ durch den hessischen Innenminister ist ein weiterer Schritt dahin, den unsterblichen Georg Büchner dort jederzeit auffindbar zu machen, wo Museum und Bühne stets auf seine Aktualität und Bedeutung weisen.

Unter den Gästen der Büchnerstadt-Verleihungsfeier war auch die frühere hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Ruth Wagner. Wagner, geboren in einfachen Verhältnissen im heutigen Riedstadt-Ortsteil Wolfskehlen, erhielt als Mädchen die außergewöhnliche Gelegenheit, das Gymnasium im nahegelegenen Gernshein zu besuchen. Ihr Schulweg, sie erzählt das oft und gerne, führte am Goddelauer Büchnerhaus vorbei. Als Siebzehnjährige schrieb sie über Büchner – „sehr gut, was den Inhalt betrifft, aber stilistisch nicht ganz gelungen” urteilte der Lehrer. Ein Urteil, das nicht nur Politiker*innen allemal besser ansteht als Lob für blendende Pointen.

Ruth Wagner (rechts) neben Innenminister Beuth und Bürgermeister Kretschmann

Ruth Wagner hat einen wichtigen Anteil an der öffentlichen Wahrnehmung des Büchnerhauses als bedeutender Erinnerungsort, und dass sie heute „einen ,Out-standing Universal Value‘ …, also einen außergewöhnlichen universellen Wert im Sinne der Unseco-Welterbekonvention” sieht und schließt „Die Bewerbung als Weltkulturerbe muss daher der nächste Schritt sein!“ nehmen wir gerne als Ansporn, auch wenn uns der gute alte Tucholsky-Satz „Ham’ses nich ne Nummer kleiner?” in solchen Fragen Motto bleibt …

Dass sich das auch in Cent und Euro darstellt, ist immerhin im Koalitionsvertrag der hessischen Landesregierung angekündigt. Der Gross-Gerauer Landrat Will konnte in der Rolle des Onkels auftreten, der was mitgebracht hat: der Kreisaussschuss hat bereits in diesem Jahr 60.000 € überwiesen – damit kann zum Beispiel das Bücherhaus seitdem statt an zwei an vier Wochentagen regelmäßig öffnen.

Landrat Thomas Will beim Grußwort
Landrat Thomas Will, Bürgermeister und Büchnerhaus-Fördervereinsvorsitzender Marcus Kretschmann, Museumsleiter Peter Brunner, Innenminister Peter Beuth, Theaterleiter Christian Suhr, MdL Ines Claus

„Büchner hält das aus“ hat schon 2013, als die Phantasien, wie Büchners Jubiläen zu gedenken wäre, Kobolz schlugen, der kluge Echo-Journalist, unser Freund Johannes Breckner, gesagt.

Büchners Hinterlassenschaft und unsere Auseinandersetzung damit ist und bleibt Garant und Nagelprobe dafür, im Museum Büchnerhaus und auf der BüchnerBühne Inhalt stets über Stil zu stellen.

Peter Brunner

von Peter Brunner

Es war eine rauschende Busfahrt

Zum Tag der Literatur am 26. Mai hatten drei Büchnervereine ein gemeinsames Programm geplant und Gäste eingeladen,

mit dem Bus durchs Büchnerland


zu fahren.
Stadt Land Fluss

war als Motto ausgegeben worden, und so nahm sich die städtische Luise-Büchner-Gesellschaft das Leben in der Stadt um 1830 zum Thema, die „ländliche” BüchnerBühne in Riedstadt-Leeheim Büchner und das Land. Für das Büchnerhaus in Goddelau blieb dann, durchaus passend, der Fluss – hier sollte es um die ständige Präsenz des Rheins und des Wassers in Bächen, Pfützen und Sümpfen gehen.

Sonntag früh um 10 waren an die 50 Gäste in der Klause am Darmstädter Hauptbahnhof. Adrian Jost begrüßte als Gastgeber für die Initiative Essbares Darmstadt, Heiner Dieckmann als zweiter Vorsitzender der Luise Büchner-Gesellschaft.

Papa Legbas Blues Lounge vertrieben die letzte Morgenmüdigkeit, bevor sich zwei Peters einem dritten widmeten: Peter Engels vom Stadtarchiv sprach mit Peter Brunner vom Büchnerhaus über König Peter von Poponien und seine Gefolgschaft.

Peter Engels legt Wert darauf, dass die Ähnlichkeiten zwischen Büchners Königreich Popo und dem Darmstadt der 1830er Jahre nur gering sind: Hessen-Darmstadt war kein Zwergstaat, sondern das sechstgrößte Land im Deutschen Bund und in der Hauptstadt Darmstadt wehte ein durchaus kritischer Geist. Auch der Terrorstaat, den der Hessische Landbote bekämpfe, sei Hessen-Darmstadt nicht gewesen. Das Darmstadt um 1820 war jedenfalls auch das Darmstadt, das der Architekt Moller in einer Dimension vergrößerte und erweiterte, die den Vergleich mit dem neuen Frankfurt einhundert Jahre später durchaus zulässt.

Brunner machte darauf aufmerksam, dass die Lage in Oberhessen, auf die sich der Landbote bezieht, sehr wohl dramatisch und unterdrückerisch war: Hungeraufstände wurden militärisch niedergeschlagen.

Tatsächlich parodiert Büchners Komödie die Lage zur Karikatur. So treffend immerhin, dass die erste Aufführung von 1923 (!) in Darmstadt noch zu einem veritablen Theaterskandal führte, der schließlich sogar den Landtag befasste.

Pünktlich auf die Minute stand der Bus vor der Tür, und die fröhliche Gesellschaft machte sich auf den Weg zur nächsten Station, der Büchnerbühne.

Party im Bus: Die Papas spielen in jeder Lebenslage
Nur vorübergehend schläfrig: der Autor bei einer kreativen Pause

Der Weg vom Darmstädter Hauptbahnhof ins hessische Ried heißt ganz zu recht „Büchnerlinie“, der Bus fährt von Büchnerort zu Büchnerort. Wie gut sich ein Linienbus zum Musikmachen eignet, konnten die Papas auf dem Weg zur Stadtgrenze beweisen – der Bus schwebte förmlich auf einer Woge von Blues …

Brunner fasste dann kurz die vielen Darmstädter Bezüge der Familie zusammen, bevor der Bus die Pfungstädter Gemarkung bei Eschollbrücken erreichte.
Das war Anlass, Wilhelm Büchners Biografie zu rekapitulieren: der Mann, der zwischen 1845 und 1892 aus dem Bauerndorf Pfungstadt eine moderne Stadt machte, hat mit seinem Ultramarinblau das erste Industrieprodukt geschaffen, das erfolgreich aus Hessen-Darmstadt exportiert wurde. Als politisch und sozial engagierter Unternehmer hat er eine ganze Gegend geprägt (und politisch in Land- und Reichstag als Liberaler vertreten). Vom Darmstädter Architekten Balthasar Harres ließ er 1863 die Villa Büchner bauen („nach außen bescheiden wirkend, im Innern an Mitteln nicht sparend“ hieß Büchners Auftrag). Als er 1892 an Cholera stirbt, ist Pfungstadt, das eine zeitlang „das südhessische Manchester“ hieß, nicht mehr wiederzuerkennen. Aus dem Dorf ist eine Stadt, aus Bauern sind Arbeiter und aus Landidylle ist städtische Geschäftigkeit geworden.

Wilhelm Büchners „Blaufabrik“

Von Pfungstadt ging es weiter zum Hospital, dem „Irrenhaus“, dessen Verwalter Georg Büchners Großvater wurde. Ernst Büchner heiratete in der Hospitalkirche Caroline Reuß und holte sie zu sich in sein Untermietzimmer in der Goddelauer Weidstraße. Das Hospital wurde 1813 nicht ärztlich, sondern administrativ geleitet; erst 1821 wurde mit Carl C. G. Amelung ein Mediziner Hospitalleiter. Am Ort des großherzoglichen Hospitals betreibt heute das Unternehmen Vitos eine moderne psychiatrische Klinik; das Psychiatriemuseum dokumentiert seine Geschichte.
Die Buslinie würde ab hier direkt nach Goddelau weiterfahren und dort an den beiden Büchnerhäusern Hospital- und Weidstraße vorbeikommen. Wegen einer langwierigen Baustelle ist dieser Weg aktuell verbaut; die Büchnertour fuhr daher direkt über Land nach Leeheim, einen anderen der fünf Stadtteile Riedstadts.

Leeheim ist der Standort der BüchnerBühne und bildet eigentlich den Endpunkt der Büchnerlinie.

Zum Thema Land hatte sich Theaterleiter Suhr mehr ausgedacht als einfach nur platte Landschaftszitate – er führte den Gästen Büchners Gedanken zur Provinz in den Köpfen vor.

Dies bot Gelegenheit zu einer Parforcetour durch Büchners Leben und das Repertoire der kleinen Bühne. Das blendend aufgelegte Ensemble zeigte Ausschnitte aus der Edschmid-Dramatisierung „Wenn es Rosen sind …“, dem Danton, aus Lenz, Leonce und Lena und dem Woyzeck.

Alexander Valerius, Oliver Kai Müller,
Melanie Linzer, Christian Suhr

Quer durchs hessische Ried fuhr die bestens aufgelegte Reisegesellschaft schließlich nach Goddelau, in Georgs Geburtshaus, zur letzten Station der Reise – Fluss.

Das wunderbare Ehrenamtsteam des Fördervereins Büchnerhaus hatte Kaffe gekocht und Kuchen besorgt, bereits Stunden vorher erste Gäste im Museum begrüßt und eine sommerliche Bewirtung eingerichtet, und so konnte bei bestem Wetter zunächst im gastlichen Hof des Anwesens Rast gemacht werden.

Aber es stand ja noch „Fluss“ auf dem Programm, und Peter Brunner schilderte anschaulich, wie viel feuchter und „fließender” die ganze Geged vor 200 Jahren war. Mit Wolfgang Roth aus Eschollbrücken, der kurz vorher einen Vortrag über die Modau im hessischen Ried für seinen Heimatverein gehalten hatte, und Markus Zwittmeier aus Trebur, der sein Wissen zum Thema inzwischen wunderbarerweise auch noch im eigenen Blog aufgeschrieben hat, waren zwei Ko-Referenten anwesend, die Gegend und Geschichte bestens kennen und hervorragend präsentieren können.


Den Schluß machte Brunner mit einem Zitat des Büchner-Herausgebers Wilhelm Hausenstein, der in seiner Einleitung zur Werkausgabe (Leipzig, 1916) schrieb:

„An der Bahnlinie zwischen Mannheim und Frankfurt liegt nicht weit von Darmstadt – das hessische Dorf Goddelau. Der Ort ist kahl, und die umliegende Ebene ist dürftig. – Nur die Erhebungen des hessischen Odenwaldes im Osten und Südosten drüben geben diesem kümmerlichen Stück Welt einige Anziehung.

So muß es schon vor hundert Jahren gewesen sein. Es ist das seltsamste Gefühl, sich die Heimat eines Genies so vorstellen zu müssen. So viel unbestimmte Bedrücktheit, so wenig Profil, so wenig Horizont, so wenig Schwung: Das ist die Geburtsstätte des Dichters, der das Drama der Weltgeschichte umfaßte und im wonnigen Luxus des Märchens dionysisch umherging wie ein idealer Fürstensohn in einem morgenländischen Garten.“

Dem anwesenden Publikum konnte erfreulicherweise das Goddelau der Gegenwart durchaus dionysische Züge zeigen …

Versprochen musste versprochen bleiben: die BüchnerBande war angekündigt und die Büchnerbande trat auf. Das noch immer nicht erschöpfte Publikum freute sich über Wilhelm Büchners Bedenken, einen Orden anzunehmen, ebenso wie über Luise Büchners Spott über die Verehrung des „heiligen“ Rocks und schließlich über Ludwig Büchners Haschischexpertise.

Die fabelafte Büchnerbande –
Reiner Lenz, Peter Brunner, Heiner Dieckmann,
Petra Bassus, Jürgen Queißner, Thomas Heldmann

Durch den höchst komfortablen Service der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft Gross-Gerau und ihren hervorragenden Fahrer endete der Tag mit einer kurzweiligen Heimfahrt wie geplant am Darmstädter Hauptbahnhof.

Zweierlei steht fest: das Büchnerland hat viel zu bieten, und die südhessischen Büchnerstätten liegen nah beieinander und sind bestens verbunden durch die Büchnerlinie Büchnerhaus und Büchnerbühne liegen nah der Stadt im Land am Fluss, aber da sind sie leicht zu finden und schnell zu erreichen!

Peter Brunner

von Peter Brunner

Das Programm im Büchnerland zum hessischen Tag für die Literatur „Stadt, Land, Fluss“ am Sonntag, dem 26. Mai 2019

Stadt.

Darmstadt: Literarisches Darmstadt-Frühstück

Darmstadt ist die erste Station der Stadt-Land-Fluss-Reise durch das Büchnerland: Wie sah die Stadt zur Zeit der Geschwister Büchner aus? Was hat das „Königreich Popo“ aus Georg Büchners Lustspiel „Leonce und Lena“ mit dem historischen Darmstadt zu tun? Darüber sprechen der Darmstädter Stadtarchivar Peter Engels und der Leiter des Goddelauer Büchnerhauses, Peter Brunner.

Musikalisch werden die beiden von Petra Bassus und Papa Legba’s Blues Lounge begleitet.

Um 12 Uhr fährt ein Sonderbus auf der Linie 40 (Büchnerlinie) nach Riedstadt ab, zu „Land“ und „Fluss“. Unterwegs gibt es Informationen zum Büchnerland und Musik.

Die Klause am Hauptbahnhof, 2013 als „Königreich Popo”

Eine Veranstaltung der Luise Büchner-Gesellschaft e.V. in Kooperation mit dem Büchnerhaus Riedstadt-Goddelau, dem Stadtarchiv Darmstadt, der BüchnerBühne Leeheim e.V., Papa Legba’s Blues Lounge und KLAUSE – Bier- und Wein-Garten und Zentrum der Initiative Essbares Darmstadt

10 – 12 Uhr | Eintritt frei| Klause am Hauptbahnhof Darmstadt | Am Fürstenbahnhof | 64293 Darmstadt

Land.
Riedstadt-Leeheim: Büchner-Matinee im Theater

Die BüchnerBühne ist die zweite Station der Stadt-Land-Fluss-Reise durch’s Büchnerland. Christian Suhr und Ensemble-Mitglieder präsentieren Büchners Bild vom Land: In Briefen und Dramentexten, die von der Verehrung der Elsässer Berge bis zur Verachtung der Gießener Niederungen reichen.

Petra Bassus und Papa Legbas Blues Lounge machen Musik.

Der Sonder-Bus der Linie 40 (Büchnerlinie) fährt um 14 Uhr weiter zum Büchnerhaus. Unterwegs gibt es Informationen zum Büchnerland und Musik von Papa Legba’s Blues Lounge.

Die Büchnerbühne als „Marktrufer” (Christian Suhr und Alexander Valerius)

Eine Veranstaltung der BüchnerBühne Leeheim e.V. in Kooperation mit dem Büchnerhaus Riedstadt-Goddelau, der Luise Büchner-Gesellschaft e.V. und Papa Legba’s Blues Lounge

12.30 – 14 Uhr | 7 € VVK |9 € TK | BüchnerBühne | Kirchstraße 16 | 64560 Riedstadt-Leeheim

Fluss.
Riedstadt-Goddelau: Vortrag, Musik, Bewirtung

Das hessische Ried zur Zeit der Büchners. Georg Büchners Geburtshaus am Altrhein bildet den Abschluss der Stadt-Land-Fluss-Reise von Darmstadt nach Riedstadt. Peter Brunner, Leiter des Büchnerhauses, spricht über die Lebensumstände am Ufer des Flusses am Anfang des 19. Jahrhunderts und über die Gestalt der Flusslandschaft vor der Rheinbegradigung am Kühkopf.

Die Fabelhafte Büchnerbande mit Petra Bassus, Heiner Dieckmann, Peter Brunner und Papa Legbas Blues Lounge tritt auf.

Dazu gibt es Kaffee und Kuchen.

Der Sonderbus der Büchnerlinie (Linie 40) fährt danach in 30 Minuten zurück zum Darmstädter Hauptbahnhof.

Museum Büchnerhaus. Georg Büchners Geburtshaus in Riedstadt-Goddelau

Eine Veranstaltung des Büchnerhauses Riedstadt-Goddelau und des Fördervereins Büchnerhaus e.V. in Kooperation mit: BüchnerBühne Leeheim e.V., Luise Büchner-Gesellschaft e.V. und Papa Legba’s Blues Lounge

14.30 – 17 Uhr | Eintritt frei | Büchnerhaus | Weidstraße 9 | 64560 Riedstadt-Goddelau

Peter Brunner

von Peter Brunner

Es ist ganz im Sinne Georg Büchners und seines Einsatzes für Gleichheit, alles dafür zu tun, dass nicht knappes Geld den Zugang ausgerechnet zu seinem Museum einschränkt.


Satzungsgemäß tagte die Jahreshauptversammlung des Fördervereins Büchnerhaus am 21. März.

Neben den vereinsrechtlichen Formalia wie der ohne Gegenstimmen erfolgten Entlastung des weiter amtierenden Vorstandes waren es insbesondere der Ausblick und zukunftsweisende Festlegungen, die das Programm des Abends dominierten.

In den vergangenen Monaten ist es endlich gelungen, den Bau der Scheune gemäß dem eingereichten Bauantrag fertigzustellen, Rück – und linke Seitenwand wurden geschlossen. Nach einer Begehung durch die zuständige Kreisbehörde ist zu erwarten, dass nun wenigstens die vorgesehene bescheidene und gelegentliche Nutzung für Veranstaltungen im Freien möglich wird. Wir hoffen, dass das mit dem Auftritt unserer Freunde von Le Cairde aus Darmstadt im Sommer losgeht.

Die „Büchnerscheune” hat nun zwei geschlossene Aussenwände

Zahlreiche Kontakte zu Presse und Politik hatten nicht nur wirtschaftliche, sondern auch publizistische Folgen. Es ist ein großer Erfolg, dass die hessische Regierungskoalition die Unterstützung für die Riedstädter „Büchnerarbeit“ ausdrücklich in den Koalitionsvertrag aufgenommen hat, und dass der Bundespräsident das Büchnerhaus in seinem Beitrag zum Jubiläum der Märzaufstände 1848 in Berlin erwähnt, ist eine wohltuende Anerkennung für die hier seit Jahrzehnten geleistete Arbeit.

In diesem Zusammenhang wird Bürgermeister Marcus Kretschmann, der gleichzeitig Vorsitzender des Fördervereins Büchnerhaus ist, den Stadtverordneten einen Beschluss darüber vorlegen, die offizielle Benennung Riedstadts als „Büchnerstadt“ durch das hessische Innenministerium zu beantragen.

Die heute schon geführte „informelle” Benennung der Stadt

Dem Förderverein ist in den letzten Monaten neben einer großzügigen Einzelspende und verschiedenen Landesfördermitteln auch, zusammen mit der BüchnerBühne, vom Kreistag des Landkreises Gross-Gerau Unterstützung zugesagt worden. Noch im Dezember 2018 haben die Parlamentarier insgesamt 60.000 € genehmigt.

 „Die Mittel sind nach gemeinsamer Absprache für Maßnahmen der Demokratiebildung im Sinne Georg Büchners und den Zielen der beiden Institutionen für die Informations- und Bildungsarbeit mit jungen Menschen einzusetzen“


lautet der Beschluss. Nach interner Absprache und einem Treffen mit Landrat Thomas Will wird das Geld 2019 den beiden Vereinen zu gleichen Teilen zukommen. Das Büchnerhaus kann damit ab dem 1. Mai 2019 ein Jahr lang seine Öffnungszeiten um zwei weitere Tage verdoppeln und auf das Erheben von Eintritt für Einzel –und Gruppenbesuche verzichten. Der Vorstand begründet seinen Beschluss so:

„Erfahrungen anderer Museen belegen eindeutig, das selbst geringe Eintrittsgebühren prohibitiv wirken: insbesondere bildungs- oder sozial benachteiligte Personen scheuen kostenpflichtige Angebote. Die Unterstützung des Landkreises macht es möglich, auf die bisherigen Einnahmen von ca. 3 T€ im Jahr zu verzichten und die zusätzliche Arbeitszeit zu honorieren. Es ist ganz im Sinne Georg Büchners und seines Einsatzes für Gleichheit, alles dafür zu tun, dass nicht knappes Geld den Zugang ausgerechnet zu seinem Museum einschränkt. Dem war schon bisher durch Erlass des Eintritts für Minderjährige entsprochen worden, mit den zusätzlichen Mittel wird es möglich, dies auf alle Besucher*innen auszudehnen.

Die Ausdehnung der Öffnungszeiten soll es leichter machen, das Museum aufzusuchen. Insbesondere die künftige Möglichkeit, vor annähernd jeder Aufführung der BüchnerBühne das Goddelauer Museum zu besuchen, kann so angeboten werden.“

In den nächsten Monaten soll nun an der engen Kooperation von Büchnerhaus und BüchnerBühne gearbeitet werden; öffentlich werden nächste Ergebnisse wahrscheinlich am Tag der Literatur in Hessen, dem 26. Mai, wenn es heißt „Stadt, Land, Fluss – mit dem Bus durchs BüchnerLand“

Peter Brunner

von Peter Brunner

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