Neues aus Buechnerland Peter Brunners Buechnerblog

1.8.2018

Veranstaltungen im Büchnerhaus II/2018

Zum Ende der hessischen Sommerferien legt der Förderverein Büchnerhaus sein zweites Halbjahresprogramm 2018 vor und beginnt im August gleich mit vier Veranstaltungen.

Bitte nutzen Sie die Gelegenheit und tragen sich jetzt gleich unsere Termine ein; gerne dürfen Sie dieses Informationsmaterial weitergeben, gerne auch per Mail oder in sozialen Medien auf diesen Eintrag hinweisen! 

 

 

Hier findet sich das Programm als pdf zum Download – es eignet sich in dieser zweiseitigen Form auch als kleines Plakat zum Aushang, worum alle mit dieser Möglichkeit herzlich gebeten sind. Gedruckte Exemplare versenden wir gerne.

Für das Benefizkonzert unserer Freunde von Le Cairde aus Darmstadt am 12. August gibt es auch ein eigenes kleines Plakat, auch das hier to whom it may concvern als pdf. 

Spätestens seit der Umbenennung der Bus-Verbindungslinie vom Darmstädter Hauptbahnhof nach Riedstadt in „Büchnerlinie“ (hier der direkte link zum Fahrplan: günstige Verbindung ins Ried) lässt sich der Busanschluss übrigens nicht nur gut nutzen, sondern auch leichter finden!

Natürlich sind Fahrräder herzlich willkommen, und ein paar Autoparkplätze gibt es sogar im Hof des Büchnerhauses.

Die Ausstellung im Büchnerhaus ist regelmäßig Donnerstags und Sonntags geöffnet, außerdem öffnen wir das Museum eine Stunde vor den Veranstaltungen in der Galerie.

Also auf bald!

 

 

Peter Brunner Peter Brunner

28.7.2018

Ultramarin-Broschüre jetzt auch als e-book

Filed under: Blau,Büchner,Geschichte,Regionales,Villa,Wilhelm Büchner — Schlagwörter: , , , — peter brunner @ 14:50
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Die kürzlich erschienene Broschüre zur Pfungstädter Ultramaringeschichte ist jetzt auch als e-book lieferbar und über den obigen link ebenso verfügbar wie über den webshop Ihrer Buchhandlung.

 

Peter Brunner Peter Brunner

26.1.2018

„ …ich mit dir über dein ferneres Gedeihen der Zukunft beruhigt entgegen sehen darf”*

Für die Kreisvolkshochschule Gross-Gerau biete ich in den nächsten Monaten, beginnend am 5. Februar,  eine Reihe von Abendveranstatungen an, bei denen sich Interessierte in kommunikativer Runde mit Leben und Werk von Georg Büchner und seinen Geschwistern – der „fabelhaften Büchnerbande” … – vertraut machen können.

 

Im Büchnerhaus

„Gemeinsam an einem Tisch” heißt die Installation im ersten Raum des Goddelauer Büchnerhauses, wo sinnbildlich auf den ungewöhnlich engen Zusammenhalt der Büchner-Geschwister hingewiesen wird. Der oft als streng beschriebene Vater Ernst Büchner war in Wahrheit ein ungewöhnlich interessierter und seinen Kindern zugewandter Vater, von dem überliefert ist, dass er den täglichen Austausch mit ihnen suchte und forderte.

Mit jedem einzelen der Kinder hatte er Sorgen und Mühen, die andere schon bei einem Kind weit überfordert hätten: nach Georgs dramatischer Verwicklung in die Landbotenverschwörung, Flucht, Exil und frühem Tod scheiterte der nächste Sohn, Wilhelm, am Gymnasium und wurde später auch noch der Gießener Universität verwiesen. Die beiden Töchter Mathilde und Luise blieben, eine Katastrophe für einen bürgerlichen Vater des 19. Jahrhunderts, unverheiratet. Ob Luises Einsatz für Frauenrechte und Mädchenbildung, ihre Pubikationen und Vorträge ihn später dafür entschädigt haben, wissen wir nicht. Die jüngeren Söhne trieben 1848 Revolution in Gießen (der Vater erklärt öffentlich, entsprechende Gerüchte seien falsch und er werde Verleumder zum Duell fordern!), in die Auseinandersetzungen um das Ende der Paulskirchendemokratie an der Bergstraße machte Alexander 1849 mit der Schwester Mathilde einen „Pfingstausflug”, bei dem er verhaftet wird, Ludwig wurde für sein erstes Buch in Tübingen die Lehrerlaubnis entzogen, Alexander verlor als Verschwörer den „Access” als Jurist, er erhielt Berufsverbot. Ob und wie der Vater die spätere Prominenz seiner anstrengenden Kinder geschätzt hat, ob er stolz auf sie war – wir wissen es nicht. Häufig gedeutet und meist als Zeichen von kühler Distanz (miß)verstanden ist der einzige * Brief an eines seiner Kinder, den wir kennen: der vom 18.12.1836 an Georg in Zürich. 

Ein neues Licht auf Leben und Persönlichkeit der Mutter Caroline (geb. Reuss) wirft ein Fund, über den hier bei Gelegenheit (und natürlich bei den angekündigten Treffen) ausführlicher zu berichten sein wird: der Sohn ihres Cousins Johann Bechtold, Carl, hat ein bisher völlig unbekanntes, ausführliches Tagebuch hinterlassen, das eine Nachfahrin sorgfältig transkribiert und ediert hat. Carl war offenbar heilfroh, dass er, was wohl überlegt worden war, die von ihm als hypochondrisch beschriebene Verwandte an Ernst Büchner los wurde …

 

Die Galerie am Büchnerhaus, der frühere Kuhstall des Anwesens. Heute Veranstaltungsraum. Im ersten Stock Museums- und städtisches Kulturbüro.

 

Ohne Frage sind die Büchners im 19. Jahrhundert ebenso außergewöhnlich wie exemplarisch gewesen: außergewöhnlich als berühmte Geschwister, exemplarisch für die Themen, mit denen sie sich beschäftigten. Kommunismus, Sozialismus und Materialismus, Frauenrechte und Industrie, soziales Engagement und liberale Politik, Literatur und Geschichte, Kommunal-, Landes- und Staatspolitik haben sie betrieben und beeinflusst. Karl Gutzkow nennt sie „ … von demselben göttlichen Feuer ergriffen”. Bei den Treffen bietet sich daher neben der Bekanntschaft mit außergewöhnlichen Hessen und ihrer persönlichen Geschichte auch ein besonderer Blick auf die Geschichte von Land und Leuten im 19. Jahrhundert.

Die Treffen finden in der Galerie am Büchnerhaus statt und bieten neben Information und Austausch auf Wunsch stets auch den Besuch des Museums als Ergänzung. Die Volkshochschule bittet um Anmeldung, am einfachsten hier via Internet.

Im „Flyer” finden sich alle erforderlichen Informationen:

 

 

 

 

 

 

von Peter Brunner

 

Peter Brunner

Peter Brunner

25.9.2017

„Ich bekomme halb das Heimweh, wenn ich mir eine Melodie summe…. ”*

Filed under: Büchner,Büchnerhaus,Georg Büchner,in eigener Sache,Regionales,Uncategorized — Schlagwörter: , , — peter brunner @ 08:59

„Der Büchnerschorsch, der Büchnerschorsch,

war nie in Golle Kerweborsch”

1607 wurde die Goddelauer Kirche geweiht, und das wird seit 410 Jahren als Kerb – Kirchweih – im Dorf gefeiert. Am 28. Oktober 1813 wurde hier Georg Büchner über dem bis heute erhaltenen Taufstein in der ebenfalls erhaltenen Taufschale getauft. Fremde, die sich auf den Weg machen, Büchners Geburtshaus zu besuchen, sind oft irritiert, weil sie entweder „Goddelau” auf der Landkarte nicht finden oder weil sie „Riedstadt“ angezeigt bekommen, wenn sie „Büchnerhaus” suchen. Das hat durchaus seine Ordnung und ist der hessischen Gebietsreform geschuldet, die aus fünf kleinen Riedgemeinden einen neuen Ort gemacht hat, der es seit einigen Jahren zum Attribut „Stadt” gebracht hat. Crumstadt, Erfelden, Leeheim, Goddelau, Wolfskehlen bilden seit 1977 die Gemeinde Riedstadt.

Regionalkundige wird es nicht wundern, dass das die traditionelle Eifersüchtelei zwischen nah beisamen gelegenen Ortschaften, insbesondere unter der jugendlich-männlichen Bevölkerung, durchaus nicht befriedet hat – die Stadtteile sind eifrig um die Wahrung ihrer je ganz eigenen Traditionen bemüht, während sich jahrhundertalte Uznamen, Kabbeleien und Eifersüchteleien erhalten.

Der oben zitierte Satz fiel während der Kerb in Erfelden, und wenn ich das richtig recherchiert habe, ist es eine Parodie auf einen Satz von Walter Renneisen, der in seinem Programm „Deutschland, Deine Hessen“ eben gerade behauptet hatte: „Der Büchnerschorsch, der Büchnerschorsch, der war in Golle Kerweborsch” (s.u.!) . Die Erfelder haben Recht: der Heranwachsende Georg Büchner, Gymnasiast des Pädagog zu Darmstadt, ist ganz bestimmt nicht mit den Goddelauer Bauernbuben zur Kerb um die Häuser gezogen. Allerdings sollten wir auch nicht ganz ausschließen, dass die Kirchweih für die Büchners Grund war, den Onkel, der als Arzt in Goddelau lebte, zu besuchen. Immerhin ist das das Datum, zu dem auch damals schon der traditionelle Quetschekuche  gegessen wurde, und der ist allemal ein guter Grund, zur Kerb ins hessische Ried zu kommen.

 

Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:77.Geburtstag_2016_(4).jpg#

 

Schön und bemerkenswert an dem witzigen Spruch scheint mir, dass es Georg Büchner in seiner Heimat ins Volkstümliche geschafft hat: auch wenn er nur kurz hier gelebt hat, so ist er doch für immer mit seinem Heimatort verbunden, sei es auch mit einer Persiflage, mit der im Nachbarort davor gewarnt wird, sich darauf allzu viel einzubilden.

Zur Goddelauer Kerb am Sonntag, dem 8. Oktober 2017,  bleibt das Museum traditionell geschlossen.

* Georg Büchner am 20. Januar 1837, kurz vor seinem Tod, an die Geliebte Minna

Nachtrag am 26.9.:

Gerade schreibt mir Klaus Lohr vom legendären Mundart-Duo „Bees denäwe”:

„ … das Zitat ist auf meinem geistigen Misthaufen gewachsen. Das hat auch nix mit der Eweller Kerb zu tun.

 Ich hatte früher bei meinen Auftritten erzählt, dass ich im Büchnerhaus in Golle einen Job als Fremdenführer machen wollte und dass die Herren und Damen vom Förderverein Zweifel an meinem Wissensstand gehabt hätten.

Da ich aber schon in der Schule Büchners gesamten Lebenslauf in Gedichtform niedergeschrieben hätte, habe ich versucht sie mit diesem Gedicht zu überzeugen. 

 Das Gedicht fing mit diesem Reim an ….. und es geht aber dann auch nicht weiter ….. weil mich der Förderverein schon nach diesen Zeilen entrüstet des Hauses verwiesen hätte.

 Dabei hatte ich doch recht: Denn der Büchner-Schorsch konnte nie in Golle Kerweborsch sein  — weil er (nach meinem Wissensstand) schon mit 3 Jahren nach Darmstadt gezogen ist …. da war er für einen Kerweborsch viel zu Jung. Viel zu jung zum Autoscooterfahren und zum Saufen.

Ich weiß nicht, wer dem Renneisen den Vers hat zukommen lassen. 

Bees denäwe ist immer noch das Kokolores-Dichtkunst-Original.“

Freut mich, dass so zur historisch-kritischen Quellensicherung beigetragen werden kann. An meiner Bemerkung zum Übergang ins Volkstümliche ändert das ja nichts, denn der Spruch fiel tatsächlich auf der Erfelder Kerb.

Und: Im Büchnerhaus wird niemand wegen kritischer Bemerkungen „des Hauses verwiesen”!

 

von Peter Brunner

 

Peter Brunner

Peter Brunner

1.9.2016

„ … bei meinem Bruder Wilhelm, welcher in Pfungstadt, nah bei Darmstadt, eine große Ultramarinfabrik aufgetan hatte.”*

Die Luise Büchner-Gesellschaft veranstaltet ihr alljährliches Sommerfest 2016 anlässlich Wilhelm Büchners 200. Geburtstag in seiner Pfungstädter Villa und lädt mit der Bitte um Anmeldung bei Ilse Kuchemüller (mail: ilse.kuchemueller@t-online.de , tel: 06151 / 44 400) herzlich ein:

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  • aus Alexander Büchners Erinnerungen „Das tolle Jahr. Von einem, der nicht mehr toll ist“ (mehr dazu hier) 

Peter Brunner

 

von Peter Brunner

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