Neues aus Buechnerland Peter Brunners Buechnerblog

23.12.2018

2019 – es gibt viel zu tun

Auf 20 von 8518 Zeilen kommt im soeben besiegelten hessischen Koalitionsvertrag Literatur vor:

Literatur
Hessen ist ein starkes Literaturland. Wir werden die Literaturförderung weiter ausbauen, weiterhin den hessischen Verlagspreis verleihen und mit einem Gemeinschaftsstand auf der Frankfurter Buchmesse präsent sein. Die Literaturbüros, -zentren und -häuser, die in der Fläche des Landes arbeiten, sollen weiterhin unterstützt werden.
Wir werden prüfen, ob wir z.B. zu den Themen „Brüder Grimm“, „Bettine von Brentano“, „Johann Wolfgang von Goethe“ und „Georg und Luise Büchner“ die verschiedenen Einrichtungen in unserem Land vernetzen und diese hessischen Autoren damit stärker in den Fokus rücken können.
Als Reaktion auf die zunehmende Verfolgung von Menschrechtsaktivisten, Künstlern, Autoren und Journalisten wollen wir einen Fonds „sicherer Hafen“ auflegen, aus dem Stipendien für 20 Verfolgte über einen Zeitraum von 3 Jahren finanziert werden können. Wir werden sie in dieser Zeit dabei unterstützen, sich ein Netzwerk aufzubauen und ihre Arbeit fortzusetzen. Wir wollen damit als Hessen einen Beitrag im Sinne der demokratischen Werte unserer Europäischen Union leisten. Wir werden dabei prüfen, ob wir dabei mit dem europäischen Projekt ProtectDefenders.eu kooperieren können”

Im vergangenen Jahr haben die kulturpolitischen Sprecher*innen der Grünen (Martina Feldmayer), der CDU (Karin Wolff) und der SPD (Gernot Grumbach) das Büchnerhaus besucht. Auch dem Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Patrick Burghardt, konnten wir vor Ort und im Ministerium erläutern, wie der Bedeutung Georg Büchners in Zukunft besser Rechnung getragen werden könnte.

Gerd Duttenhöfer: Georg Büchner

Der Förderverein Büchnerhaus, die BüchnerBühne und die Luise Büchner-Gesellschaft haben sich in den vergangenen Jahren mit großem, häufig ehrenamtlichem, Einsatz und einigem Erfolg um dieses „in den Fokus rücken” bemüht. Es freut uns, dass diese Bemühungen jetzt ihren Niederschlag unter anderem in dieser Formulierung  gefunden haben. Uns war und bleibt wichtig, dass die Büchner-Geschwister eben gerade nicht nur bedeutende historische Persönlichkeiten waren, sondern dass sich aktuelle Lehren aus ihrem Leben und Werk  ziehen lassen. Das gilt für Luises Engagement für „Mädchenbildung” ebenso wie für Georgs radikale Opposition gegen diktatorische Regierung. Sprachgewalt und Zeitlosigkeit von Georgs literarischem Werk heben es weit über die Texte seiner Zeitgenossen hinaus; wenige Dichter deutscher Sprache haben über Jahrhunderte Einfluss auf aktuelle Literatur genommen wie er.

Barbara Dieckmann: Luise Büchner

Die künftige hessische Landesregierung formuliert einen Vorsatz, der das als bedeutendes Erbe all derer beschreibt, die

„Hess*in sind, weil sie Hess*in sein wollen”.

Das ist ein guter Anfang. Und wir haben keinen Zweifel daran, dass mit Angela Dorn eine Ministerin das Amt übernimmt, die dem gerecht werden wird.

von Peter Brunner

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