Neues aus Buechnerland Peter Brunners Buechnerblog

20.3.2017

Einladung zur Sommerexkursion

Filed under: Genealogie,Geschichte,Veranstaltung,Wilhelm Büchner,Zeitgenossen — Schlagwörter: , , — peter brunner @ 18:15

Immer mal wieder war hier schon die Rede vom holländischen Gouda, wo sich Verwandtschaft der Büchners niederließ, zuletzt hier über die Recherche nach dem Haus, in dem Wilhelm Büchner (*1780 in Reinheim, + 1855 in Gouda) mit seiner Familie wohnte und wo seine Tochter Elisabeth (*1821 in Gouda + 1908 in Pfungstadt), die später ihren Cousin Wilhelm heiratete und in Pfungstadt Hausherrin der Villa Büchner wurde, geboren wurde.

W. F. Büchner

Es hat sich nun ergeben, dass die Luise Büchner-Gesellschaft entschieden hat, ihre diesjährige Exkursion nach Gouda zu machen, und dafür ist ein spannendes Programm entstanden, das zu wichtigen Teilen zwei Niederländern zu verdanken ist. Paul Abels und Jan Gielkens  haben wunderbare Hinweise gegeben und Unterstützung angeboten, beide werden sich mit der Reisegruppe treffen und ihr Wissen weitergeben.

Hier ein Einblick in den vorläufiger Reiseplan (Änderungen vorbehalten)
für die Exkursion der Luise Büchner-Gesellschaft nach Gouda vom 14. bis 18. Juni 2017

Fahrt mit einem komfortablen Reisebus der Firma Brückmann, Darmstadt,
Unterbringung in Einzel- oder Doppelzimmern (incl. Frühstück) im Hotel Best Western Plus City Hotel Gouda. Stadtführungen, Moderation und Begleitung.

Mittwoch, 14. 6.
Anreise

Donnerstag, 15. 6.
vormittags Gouda. Besuch des Käsemarktes und Bummel durch die Innenstadt
mittags Altstadtführung in Gouda
anschl. Besuch des Hauses, in dem Dr. Wilhelm Büchner lebte
Jan Gielkens und Paul Abels über die Büchners in Gouda
Besuch des Museums Gouda
Vortrag von Hans Trapman über Erasmus von Rotterdam

Freitag, 16. 6.
Fahrt nach Rotterdam
Führung durch die Innenstadt
nachmittags Besuch des Museums Boymans van Beuningen
Begegnung mit der deutsch-niederländischen Autorin Britta Böhler

Samstag, 17. 6.
Fahrt nach Den Haag
Führung durch die Innenstadt
nachmittags Besuch des Museums Mauritshuis
Über Anna Barbara van Meerten-Schilperoort, Goudaer Frauenrechtlerin (1778 – 1853). Aktivistin für Bildung, Armenfürsorge und Gefangenenbetreuung

Sonntag, 18. 6.
Fahrt nach Doorn, Besichtigung von Schloss Doorn, dem Aufenthaltsort des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II
Heimreise
Ankunft in Darmstadt gegen 20 Uhr

 

Den Vereinsmitgliedern ist das vorläufige Reiseprogramm inzwischen zugegangen, die meisten der maximal 30 Plätze sind auch schon vergeben. Auf die wenigen Restplätze können sich Interessentinnen zum Preis von 754 € (Nicht-Mitglieder im im Einzelzimmer) bis 490 € (Mitglieder im Doppelzimmer) unter ilse.kuchemueller@t-online.de bewerben.
von Peter Brunner

Peter Brunner

Peter Brunner

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30.12.2016

Ein neues Bild Luise Büchners

Was würde sich in einem Blog, das sich meist dem Vergangenen widmet, zum Jahresende als Beitrag besser eignen als die Nachricht über ein verloren geglaubtes und wieder aufgefundenes Dokument? Schließlich ist keine Nachricht mehr Ansporn zu Forschung und Dokumentation als ein neuer Fund.

Jan-Christoph Hauschild hat mich kürzlich darauf aufmerksam gemacht, dass die Österreichische Nationalbibliothek einen ganzen Batzen neuer Digitalisate online gestellt hat, und dass er da gleich drei Büchner-Bilder gefunden hat.

 

Zwei davon sind bekannt und bereits an verschiedenen Stellen veröffentlicht:

Ludwig Büchner s/w Negativ Glasplatte des Portraits von Hermann Heid. Nach 1875. ÖNB NB 519649-B

 

 

Wilhelm Friedrich Büchner (1780 – 1855), der Goudaer Onkel der Geschwister Büchner und, als Vater von Elisabeth Büchner, der Schwiegervater Wilhelm Büchners Lithographie. Re. unten gez. H. J. Backer ÖNB PORT_00025595_01

 

Ein drittes allerdings ist ein regelrechtes Weihnachtsgeschenk gewesen und verschafft uns endlich ein weiteres gesichertes Portrait:

 

„Luise Büchner. Porträt in reiferen Jahren.“ Emilie Bieber. ÖNB Pf 16670:B (1)

 

 

Luise Büchner. Bekannte und vielfach veröffentlichte Grafik. Offenbar nach der jetzt aufgefundenen Fotografie. Hess. Staatsarchiv

 

Auf der Suche nach der Provenienz des Bildes hat die ÖNB höchst freundlich und sensationell schnell – noch am gleichen Tag – geantwortet. Mathias Böhm vom Bildarchiv schrieb mir: „Informationen zur Provenienz liegt uns nur folgende vor: 01.08.1947 von Graf Danholovsky (als Teil seiner Sammlung) übernommen.” und übermittelte einen Scan der Bildrückseite:

 

 

Rückseite der o.a. Fotografie mit versch. Vermerken. „16.670″ ist leider kein Datum, sondern die ÖNB-Signatur

 

Über Herrn von Danholovsky und seine Sammlung konnte ich nichts in Erfahrung bringen. Ein paar Details zum Foto allerdings konnte ich mit Hilfe von Klaus Niermann aus Hamburg, der den Nachlass der Fotografendynastie Bieber verwaltet, inzwischen klären. Leider widersprach er meiner Vermutung, dass das Foto von einer Glasplatte gefertigt wurde, die Luise Büchner ganz abbildete – offenbar war es üblich, solche Visitenkartenfotos mit einem Filter aufzunehmen, der nur die Mitte des Portraits abbildete. Auch meine Hoffnung, das Negativ könne sich finden, konnte er nicht bestärken.  Mit Staunen lernte ich die Fotografin kennen – Emilie Bieber war eine selbständige, ledige Unternehmerin, die ihr Atelier zunächst zusammen mit einer Freundin gründete und dann jahrzehntelang erfolgreich und prämiert führte. 1877, nach 25 Jahren Tätigkeit, beschäftigte sie 30 Angestellte.

Agnes Schmidt weiß von einem längeren Hamburg-Aufenthalt. In einem ausführlichen Brief vom 26. Oktober 1873 schreibt Luise Büchner an Karl Gutzkow, dass sie „auf dem Hammerdeich .. bei Frau Wüstenfeld“ wohnte.  Der bedeutenden Hamburgerin hat wikipedia nur einen bescheidenen Eintrag gewidmet, etwas ausführlicher finden sich Informationen über sie, die zahlreiche Parallelen zum Leben und zur Arbeit Luise Büchners aufweisen, auf der website der nach ihr benannten Schule. Während dieses monatelangen Aufenthaltes traf Luise Büchner im Juli 1873 an der Ostsee auch die Schwester der Darmstädter Prinzessin Alice, die spätere Kaiserin Friedrich, Victoria von Großbrittanien und Irland, und ihren Mann, den späteren unglücklichen 99-Tage Kaiser, und im August war sie für drei Wochen auf Föhr.

Es steht außer Frage, dass  das jetzt neu gefundene Bild während dieser Zeit angefertigt wurde; das Bieber’sche Atelier war seit 1868 in den Räumlichkeiten am Neuen Jungfernstieg, die auf dem Foto als Adresse angegeben sind.

Kleiner Nachtrag: 

Agnes Schmidt schickt mir noch ein Zitat aus Luise Büchners Ratgeber für heranwachsende Mädchen („Über weibliche Berufsarten“):

„Was die Photographie anbelangt, so ist schon bekannt, dass sie sehr wohl durch Frauen ausgeführt werden kann und gibt es, namentlich in Norddeutschland sehr tüchtige Photographinnen. Sehr gesucht sind überdies Damen, welche Geschicklichkeit im Retouchieren besitzen. Wir machen auf diesen Zweig ganz besonders aufmerksam, denn es ist Tatsache, dass viele Photographen oft in Verlegenheit sind, weibliche Hilfe dafür zu finden”

 

 

von Peter Brunner

Peter Brunner

Peter Brunner

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25.10.2016

Und nach und nach ward’s allen klar, dass Michel doch betrogen war

Filed under: Alexander Büchner,Darmstadt,Genealogie,Geschichte,Texte — Schlagwörter: , , , — peter brunner @ 10:38

Vor 189 Jahren, am 25. Oktober 1827, wurde Alexander Büchner in Darmstadt im Haus der Familie in der Grafenstrasse, geboren.

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Das Haus der Büchners in der Darmstädter Grafenstrasse 39, 1944 zerstört. Fotografie, um 1900. Stadtarchiv Darmstadt

Als alte Männer haben Alexander und Wilhelm Büchner mit wehmütiger Distanz auf ihre Hoffnungen und Taten vergangener Zeiten zurückgeblickt. „Heute, als gereifter Mann, der während seines ganzen Lebens vielfach mit den politischen Verhältnissen in Deutschland vertraut geworden ist, kann es mir nicht einfallen, die fast kindlichen Bestrebungen jener Zeit als solche anzusehen, die jemals auf einen practischen Erfolg rechnen konnten, – aber als Vorläufer jugendlicher Hoffnungen, bei dem Mangel der gesetzlichen Möglichkeiten, Deutschlands Kräfte zu einigen, bleiben sie ein Zeichen der Zeit und ein Fingerzeig für Solche, die glauben mit Ausnahme Gesetzen, den sich regenden Geist in Banden schlagen zu können.” schreibt Wilhelm Büchner an Karl Emil Franzos am 9. September 1878.

 

1851 ließ Alexander Büchner eine Reihe von Gedichten drucken, die im Umfeld seiner Revolutionsaktivitäten 1848/49 entstanden waren.

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Darunter diese beiden, die von zweimal vergangener Hoffnung zeugten:

 

Zwei Geschichten vom Michel.

Erste Geschichte.

1813.

Zum deutschen Michel sprachen einst die Herren:
(Sie legten sich voll Angst zu seinen Füßen,
denn für sie leuchtete keine Rettung Stern)
„wir wollen einen neuen Bund beschließen!
Die Freiheit sei das Unterpfand
und Einheitsband.“

der Michel nahm das Neue Testament,
(das neueste und schlechteste von allen)
sein Schwert ergänzt, die Kriegesfackel brennt,
und Michel´s Kriegsruf hört man laut erschallen.
Bald fliehet aus dem Vaterlande
der Feinde Bande.

Und als der Michel wieder heimgekehrt,
da warf er seine blut´gen Waffen nieder
und legte sich, von seinem Sieg betört
vertrauensvoll auf seine Steine wieder
und träumte von der Preßfreiheit
und Einigkeit.

Da haben ihn die Herren zugedeckt,
mit Ketten und mit Kettchen, grob und fein,
das Testament ward aber nicht vollstreckt –
die Herren wollten wieder Herren sein;
und nach und nach ward’s allen klar,
dass Michel doch betrogen war.

 

Zweite Geschichte.

1848.
Jüngst aber hatte ich einen schönen Traum –
(dass er sich so erfüllte, hofft‘ ich kaum)
da war der liebe Michel aufgetaut
und hatte sich einmal rings umgeschaut.

Da sah er sich mit Ketten ausgeziert,
an Kopf und Magen jämmerlich geschnürt,
die Herren saßen breit auf seinem Bauch
und Tafel nach altem, deutschem Brauch.
Da sprach der Michel: „Liebe Herren, verzeiht,
ist das denn Freiheit, was man mir so beut?
Wie? Ketten um den Hals und um die Hand,
und um die Füße ein gewaltig Band?
Ist das die Preßfreiheit, dass ihr euch jetzt
also auf meinem alten Bauch ergötzt?“

Die Herren riefen: „Alter Michel, still!
Du siehst ja, dass man euer Bestes will,
denn kannst du Hals und Arm und Bein nicht regen,
so wirst auch Hals, Arm und Bein nicht brechen!“

Da ist im Michel ‚mal der Zorn erwacht,
die schweren Fesseln sprengte er mit Macht
und sprang auf seine eigenen Füße wieder –
die Herren fielen jämmerlich darnieder,
„gebt ihr mir nicht, was ihr gesollt,
so packt euch nun, wohin ihr wollt!
Ich nehme mir, was mir gehört,
will sehen, wer es mir verwehrt!“

 

 

Alexander_oval

Alexander Büchner 25.10.1827 – 7.3.1904

von

Peter Brunner

Peter Brunner

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18.9.2016

Ein schönes Geburtstagsfest hatte Wilhelm Büchner

Um mit dem Wichtigsten anzufangen: das Tortenatelier hat seine Sache super gut gemacht, die leckeren frischen Kuchen und Torten waren ganz ausgezeichnet und der Service perfekt. Vielen Dank dafür!

Ein kleiner Teil der Gäste vor einem kleinen Teil der Kuchen
Aus Heidelberg war ein Gast gekommen, mit dem ich schon lange korrespondiere, den ich aber zum ersten Mal persönlich traf: Ludwig Steinmetz, Ludwig Büchners Ur-Enkel, der gerade erst aus München umgezogen ist.

Die Vereinsvorsitzende Agnes Schmidt mit Ludwig Steinmetz, Ludwig Büchners Urenkel
Die Freundinnen von der BüchnerBühne hatten im Vorfeld Teile Ihres „LenzMachtLiebe”-Musikprogramms mit unseren Texten abgestimmt, und so ist eine dichte und überzeugende Präsentation von Wilhelm Büchners Leben entstanden, die die Gäste beansprucht, aber nicht überfordert hat (sagte eine zufriedene Teilnehmerin).

Bastian Hahn, Alexander Valerius, Mélanie Linzer, Tanja Marcotte

Linzer, Marcotte

Hahn, Valerius

Christian Suhr
Von Heiner Dieckmann und mir habe ich keine Bilder.
Am meisten bedauert habe ich – bei ausverkauftem Haus – dass nicht nur Wirtschaft, Politik und Kultur Pfungstadts durch Fernbleiben glänzte, sondern dass außerdem dies die einzige Reminiszenz an den „Begründer des modernen Pfungstadts” bleibt.

Das Grab von Elisabeth und Wilhelm Büchner auf dem Pfungstädter Friedhof am 2. August 2016, Wilhelm Büchners 200. Geburtstag
Sowohl diese Veranstaltung wie weitere zu Themen um Georg Büchner, seine Geschwister und das Deutschland des 19. Jahrhunderts sind „auf Abruf zu haben” und Anfragen danach stets willkommen.
Peter Brunner

Peter Brunner

von Peter Brunner

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1.9.2016

„ … bei meinem Bruder Wilhelm, welcher in Pfungstadt, nah bei Darmstadt, eine große Ultramarinfabrik aufgetan hatte.”*

Die Luise Büchner-Gesellschaft veranstaltet ihr alljährliches Sommerfest 2016 anlässlich Wilhelm Büchners 200. Geburtstag in seiner Pfungstädter Villa und lädt mit der Bitte um Anmeldung bei Ilse Kuchemüller (mail: ilse.kuchemueller@t-online.de , tel: 06151 / 44 400) herzlich ein:

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  • aus Alexander Büchners Erinnerungen „Das tolle Jahr. Von einem, der nicht mehr toll ist“ (mehr dazu hier) 

Peter Brunner

 

von Peter Brunner

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