Neues aus Buechnerland Peter Brunners Buechnerblog

16.10.2018

Am 205. Geburtstag in Goddelau unvergessen

Filed under: Georg Büchner,Goddelau,Riedstadt — Schlagwörter: , , — peter brunner @ 22:22

Georg Büchners Geburtshaus steht in Goddelau, auch wenn auf seinem Züricher Grabstein Darmstadt als Geburtsort steht. Im Haus des großherzoglichen Schultheißen wurde das erste Kind des Amtschirurgen Ernst Büchner und seiner Frau Caroline geb. Reuß am 17. Oktober 1813 geboren.

Schon lange informiert mich ein Darmstädter Mitglied der Luise-Büchner-Gesellschaft freundlich und regelmäßig über die Verhältnisse, die sein Zürcher Freund am dortigen „Rigiblick” vorfindet, dort, wo Georg Büchner heute begraben liegt.

Immer wieder war dabei Thema, wer eigentlich Grund und Verpflichtung habe,  dort mit Blumenschmuck Verbundenheit zu dem viel zu früh im Exil gestorbenen zu zeigen.

Es hat in der Vergangenheit verschiedene Ansätze dazu gegeben, dass die Stadt Riedstadt, die sich stolz „die Büchnerstadt“ nennt, oder der Trägerverein des Museums an Büchners Geburts- oder Todestag einen Blumengruß niederlegen.

Meine Recherchen ergaben, dass das Protokoll der Stadt Darmstadt jährlich Blumen schickt. Ganz freundlich,  entgegenkommend und unkompliziert konnte ich verabreden, dass dies künftig regelmäßig am 19. Februar, dem Todestag, geschieht.

Der Darmstädter Blumengruß im Februar 2018

Zum 205. Geburtstag am 17. Oktober 2018 grüßt also der Förderverein Büchnerhaus. Ich bin sehr froh, dass ich beim ambitionierten Zürcher Theater Rigiblick, das direkter Nachbar des Grabes ist, ganz offene Ohren für die Bitte fand, das Büchnerhaus dabei mit Rat und Tat zu unterstützen.

Das

Daniel Rohr, der Impressario, hat wiederholt liebenswürdig und engagiert mit mir telefoniert. Ich erfuhr dabei, dass er sich schon heftig für das Grab engagierte, als vor einigen Jahren nach einem Sturmschaden die große Linde gefällt wurde – Rohr fand und findet, zu Unrecht. Immerhin ist es nicht zuletzt ihm zu verdanken, dass wenigstens ein neuer Baum gepflanzt wurde. Und es ist müßig zu erwähnen, dass er den Dichter, den Forscher und den Politiker Büchner schätzt, ja verehrt.

Offenbar hat sich in den letzten Tagen das halbe Ensemble darum bemüht, die richtigen Blumen, die richtigen Kranzschleifen, den richtigen Text und nicht zuletzt den richtigen Lieferanten für uns zu finden. Dafür den allerherzlichsten Dank – ich verspreche: bei Gelegenheit treffen wir uns persönlich (im Büchnerhaus habt Ihr eine Exklusivführung gut!)

Die Bilder verdanken wir Isabelle Kroetsch und Brigitta Stahel, die natürlich das Urheberrinnenrecht daran haben, aber bei Namensnennung die Veröffentlichung gestatten.

 

Zusammen mit dem Schauspieler Hans Kremer (rechts) hat Daniel Rohr  den Kranz niedergelegt, vielen Dank dafür! In der NZZ hat Kremer gesagt „Es ist, als ob sich in dem Moment ein Licht konzentriert, und ein Ganzheitsgefühl stellt sich ein. Man ist eins mit dem Text, und er kommt in seiner ganzen Dimension zum Klingen. Ich als Instrument hebe Büchners Poesie für die Menschen auf, die sie heute hören. Per-sonare heisst ja ‹klingen lassen›, ‹durchklingen›. Auch Büchners wegen liebe ich Zürich sehr.”

Und für die vielen Nachfragenden:

So sah es mit der leider gefällten Linde bei meinem letzten Besuch 2013 aus:

19. Oktober 2013

 

 

 

 

 

 

von Peter Brunner

 

Peter Brunner Peter Brunner

21.9.2018

Zwölf mal Darmstadt für 2019

Filed under: Büchnerhaus,Georg Büchner — Schlagwörter: , — peter brunner @ 10:45

Die Darmstädter Künstlerin Nicole Schneider hat mich vor einiger Zeit im Büchnerhaus besucht. Sie war auf Recherchereise für ihren Darmstädter*innen-Kalender 2019, und da hat auch der Goddelauer Doktorssohn seinen Platz gefunden.

Georg Büchner (c) Nicole Schneider

Sie hat Ihre Überlegungen ausführlich und mit Bildern hier dokumentiert, und hier finden sich die Verkaufsstellen für den schönen Kalender. Zugegeben sind auch die weiteren dargestellten Persönlichkeiten durchaus ein Kalenderblatt wert, und es kann ja nicht jeder Kalender Tag für Tag bloß Büchnerbilder zeigen. Obwohl – wir hätten bestimmt 365 …

Im Bücherhaus allerdings ist für die nächsten 15 Monate Juli 2019 angesagt:

 

von Peter Brunner

 

Peter Brunner Peter Brunner

1.8.2018

Veranstaltungen im Büchnerhaus II/2018

Zum Ende der hessischen Sommerferien legt der Förderverein Büchnerhaus sein zweites Halbjahresprogramm 2018 vor und beginnt im August gleich mit vier Veranstaltungen.

Bitte nutzen Sie die Gelegenheit und tragen sich jetzt gleich unsere Termine ein; gerne dürfen Sie dieses Informationsmaterial weitergeben, gerne auch per Mail oder in sozialen Medien auf diesen Eintrag hinweisen! 

 

 

Hier findet sich das Programm als pdf zum Download – es eignet sich in dieser zweiseitigen Form auch als kleines Plakat zum Aushang, worum alle mit dieser Möglichkeit herzlich gebeten sind. Gedruckte Exemplare versenden wir gerne.

Für das Benefizkonzert unserer Freunde von Le Cairde aus Darmstadt am 12. August gibt es auch ein eigenes kleines Plakat, auch das hier to whom it may concvern als pdf. 

Spätestens seit der Umbenennung der Bus-Verbindungslinie vom Darmstädter Hauptbahnhof nach Riedstadt in „Büchnerlinie“ (hier der direkte link zum Fahrplan: günstige Verbindung ins Ried) lässt sich der Busanschluss übrigens nicht nur gut nutzen, sondern auch leichter finden!

Natürlich sind Fahrräder herzlich willkommen, und ein paar Autoparkplätze gibt es sogar im Hof des Büchnerhauses.

Die Ausstellung im Büchnerhaus ist regelmäßig Donnerstags und Sonntags geöffnet, außerdem öffnen wir das Museum eine Stunde vor den Veranstaltungen in der Galerie.

Also auf bald!

 

 

Peter Brunner Peter Brunner

11.7.2018

„Für das Land ist Georg Büchner ein sehr wichtiger Mann“

Am 9. Juli hat der hessische Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Patrick Burghardt, das Büchnerhaus besucht.

 

Männer vor Museumstür

vlnr: Museumsleiter Brunner, Bürgermeister Kretschmann, Staatssekretär Burghardt und Kulturamtsleiter Hardy

In der Reihe der Lobbygespräche, die der Riedstädter Bürgermeister Marcus Kretschmann, seit April auch Vorsitzender des Fördervereins Büchnerhaus, mit mir zusammen seit einem Jahr geführt hat, folgte er damit den Parlamentarier*innen, die wir als kulturpolitische Sprecher ihrer Fraktionen eingeladen hatten: Martina Feldmayer für die Grünen, Karin Wolff für die CDU und Gernot Grumbach für die SPD.

Seit über zwanzig Jahren betreibt der Förderverein Büchnerhaus die Ausstellung „Von Goddelau zur Weltbühne“, die im Geburtshaus des Dichters, Forschers und Revolutionärs Georg Büchner sein Leben und sein Werk schildert. In der angegliederten Galerie im ehemaligen Kuhstall des Anwesens finden Vorträge, Konzerte, Vernissagen und Diskussionsrunden statt, der Raum dient auch als Vortragsraum für Besuchergruppen und kann für Eheschließungen im sehr besonderen Umfeld des schönen Anwesens gemietet werden.

 

 

Bis auf Zuschüsse und Spenden zu einzelnen Aktivitäten sind Unterhalt und Betrieb des Museums stets alleine durch intensive Ehrenamtsarbeit und wirtschaftliche Unterstützung durch die Stadt Riedstadt (Büchners Geburtsort Goddelau ist ein Stadtteil Riedstadts) geleistet worden.

Die Gespräche hatten alle ein gemeinsames Ergebnis, das der Staatssekretär mit

 

„Für das Land ist Georg Büchner ein sehr wichtiger Mann“

 

knapp und prägnant zusammenfasste – Büchners Bedeutung ist heute auch in der Landespolitik völlig unumstritten, die Museumsarbeit wird geschätzt und anerkannt.

Schon um die aktuelle Arbeit fortzusetzen, muss diese Anerkennung Ausdruck in angemessener finanzieller Form finden, auch das war Tenor aller Gespräche. Dies gilt um so mehr, wenn die Wünsche und Pläne des Vereins realisiert werden sollen: mehr und angemessen honorierte Arbeit, weitere Öffnungszeiten (regelmäßig ist das Museum zur Zeit Donnerstags und Sonntags zwischen 14 und 18 Uhr geöffnet), mehr Besuche von Schulklassen, Reisegruppen und Individualtourismus, Intensivierung digitaler Aktivitäten, Ergänzung und Aktualisierung der Dauerausstellung, Ausbau der „Scheune“, des begonnenen Ergänzungsbaus auf dem Gelände, kontinuierliche Finanzierung der Veranstaltungen und Intensivierung der Kontakte mit Büchner-Aktivitäten in Deutschland und darüber hinaus, Katalogisierung, Ausbau und Ergänzung der Bibliothek, Arbeitsmöglichkeit für Forschende und Studierende, Betreuung und Edition von neuen und vergessenen Texten, zusätzliche Wechselausstellungen, Intensivierung der Marketingaktivitäten und so weiter und so fort.

Staatssekretär Burghardt hat die außergewöhnliche Ehrenamtsarbeit ausdrücklich gelobt – sie soll und wird ein wichtiger Baustein für das Museum bleiben.  Zur Förderung einzelner Aktivitäten sieht er zahlreiche Fördermöglichkeiten, die in den nächsten Monaten im Gespräch mit dem Verein aufgezeigt und genutzt werden können. Darüber hinaus hat er Bereitschaft gezeigt, auf Dauer eine regelmäßige, „institutionelle“ Förderung des Büchnerhauses durch das Land Hessen freundlich zu prüfen.

Es scheint, als wären die Zeiten vorbei, in denen der einzige authentische Erinnerungsort an Georg Büchner alleine zu Lasten des kleinen Vereins und der „Büchnerstadt” Riedstadt gehen. Dafür spricht nicht zuletzt das außergewöhnliche Presseecho, das der Besuch hatte. Neben der stets sehr hilfreichen  befreundeten Presse vor Ort hatten wir Berichte in der Frankfurt Rundschau und der Frankfurt Neuen Presse  sowie eine Meldung von bei dpa, und die wurde bundesweit zitiert. Vielen Dank an den Landesdienst Hessen von dpa und an alle aufmerksamen Feuilletonredakteur*innen, die das übernommen haben!

von Peter Brunner

Fotos: Anja Stark (Stadt Riedstadt)

 

Peter Brunner Peter Brunner

18.4.2018

Büchner am Tag für die Musik – 6. Mai 2018 – auf der BüchnerBühne

Im jährlichen Wechsel unterstützt hr2 in Hessen Veranstaltungen zu einem Tag der Literatur und einem Tag der Musik.

 

2018 beteiligen sich auch die Riedstädter Büchner-Aktivisten mit einem gemeinsamen Musikprogramm: BücherHaus und BüchnerBühne haben einen hochkompetenten Referenten gewonnen, der wie kaum ein anderer literarische und musikalische Kompetenz verbindet:

 

Georg Büchner und die Musik

Chefdramaturg der Oper Frankfurt zu Gast bei der BüchnerBühne Riedstadt – Vortrag mit Hörbeispielen am 6. Mai 2018

In einer gemeinsamen Veranstaltung der BüchnerBühne Riedstadt und des Fördervereins Büchnerhaus zeigt Prof. Dr. Norbert Abels, dass Büchner nicht nur in der Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts, sondern eben auch in der Musik zahlreiche Spuren hinterlassen hat.

Vortrag und Gespräch mit Christian Suhr und Peter Brunner sowie mit zahlreichen Hörbeispielen findet am Sonntag, 6. Mai 2018 um 16:00 Uhr im Theatersaal der BüchnerBühne in Riedstadt-Leeheim (Kirchstraße 16) statt.

Das Theatercafé öffnet für die Gäste bereits um 15:00 Uhr. An diesem Tag bleibt das Museum BücherHaus geschlossen.

 

Alban Berg komponierte seinen Wozzek schon, als die korrekte Lesung „Woyzeck“ noch gar nicht erkannt worden war. Auch die 1926 erstaufgeführte Oper von Manfred Gurlitt ist, nicht zuletzt durch die Doppelinszenierung der Darmstädter Bühne, als Büchner-Musikstück bekannt. Norbert Abels, der Chefdramaturg der Oper Frankfurt, hat sich als Germanist und als Musikwissenschaftler mit Büchner in der Musik beschäftigt; für die Wozzek-Aufführung der Oper Frankfurt führte er die Dramaturgie.

In seinem Vortrag wird er mit zahlreichen Hörbeispielen erläutern, wie sich „ … die singuläre Position Büchners … Gegensätze unversöhnt gelassen zu haben“ (Abels) in zeitgenössischer Musik wiederfindet.

Tatsächlich kennt Abels sehr viel mehr musikalische Annäherungen an Büchners Werk als „nur“ die Woyzeck-Adaptionen; in Wien und Magdeburg ist beispielsweise gerade Gottfried von Einems „Danton“ auf der Bühne (bei youtube findet sich hier eine Aufzeichnung der Inszenierung unter Lothar Zagrosek 1983 in Salzburg), unter anderem wird Abels auch erstmals von einer neu komponierten, noch unaufgeführten Oper zu Leonce und Lena berichten.

Norbert Abels studierte Literatur- und Musikwissenschaft, Philosophie und Judaistik. Er ist Autor zahlreicher kulturkritischer Studien und Bücher. Seit 1980 Literaturdozent am Media-Campus Frankfurt. Seit 1985 an der Oper Frankfurt tätig, ab 1997 als Chefdramaturg. Seit 2005 Professor für Theaterdramaturgie an der Folkwang-Universität der Künste, seit 2006 Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Zahlreiche Gastdramaturgien, u. a. von 2003 bis 2010 bei den Bayreuther Festspielen sowie auf internationalen Bühnen.

Die Vortragsveranstaltung ist Bestandteil des hessenweiten Aktionstages „Musikland Hessen – Ein Tag für die Musik“ unter der Federführung von hr2-kultur, dem Kulturprogramm des Hessischen Rundfunks. Gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK), dem Landesmusikrat Hessen, musikfördernden Institutionen, Archiven, Initiativen und Vereinen in zahlreichen hessischen Städten und Gemeinden soll Musik aus, über und in Hessen erlebbar gemacht werden.

Das Projekt wird von all diesen Partnern mitgetragen und soll kontinuierlich wachsen. Ein wichtiges Ziel ist die Erschließung des musikalischen Erbes unseres Bundeslandes. Dieses soll einer breiteren Öffentlichkeit ebenso näher gebracht werden, wie die gegenwärtige lebendige musikalische Vielfalt Hessens.

Eintrittskarten für die Veranstaltung zum Preis von 15 Euro sind online über den Ticketshop unter www.buechnerbühne.de und bei allen bekannten Vorverkaufsstellen über Reservix erhältlich. Zusätzlich fungieren die Buchhandlungen Bornhofen in Gernsheim und Faktotum in Wolfskehlen, die Infothek des Landratsames in Groß-Gerau sowie „Florales & Handgemachtes“ in Goddelau, Weidstraße 5 F als örtliche Vorverkaufsstellen des Veranstalters. Karten an der Abendkasse kosten generell zwei Euro mehr.

von Peter Brunner

 

Peter Brunner

Peter Brunner

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