Neues aus Buechnerland Peter Brunners Buechnerblog

29.11.2016

„Dass wir die Geschlechterhierarchie bestärken, wenn wir die Herrschaftssprache unkritisch reproduzieren“

Am 27. November erhielt Prof. Dr. Luise F. Pusch im voll besetzten Vortragssaal des Darmstädter Literaturhauses den 5. Luise Büchner-Preis für Publizistik. Die Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Eva Rieger hielt ihr die Laudatio. Das fast unverändert vorgetragene Manuskript darf ich hier mit ihrer freundlichen Genehmigung wiedergeben.

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Preisträgerin Luise Pusch, Laudatorin Eva Rieger und der Vorstand der Luise Büchner-Gesellschaft am 27.11. 2016

 

Eva Rieger: Laudatio für Luise Pusch    (Stand 21.11)

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

als ich gebeten wurde, eine Laudatio für Luise Pusch zu entwerfen, habe ich zuerst überlegt, ob und wo es Überschneidungen zwischen Luise Büchner und der heutigen Preisträgerin gibt. Zum einen haben sie denselben Vornamen. Zum anderen sind beide Vorkämpferinnen der Frauenbewegung, und beide haben mit ihren Schriften viel bewegt. Zum dritten liebten beide die Musik – Luise Puschs Sammlung an Radiomitschnitten ist mehr als riesig und die technisch ausgefeilte Medienecke in ihrer Küche berühmt-berüchtigt; Luise Büchner befasste sich einmal intensiv mit Richard Wagners Ring des Nibelungen. Hier kommt die vierte Gemeinsamkeit zum Tragen, nämlich der Humor. Ich zitiere aus Luise Büchners Kritik der Götterdämmerung:

„Um Siegfried nur einigermaßen moralisch zu erretten, greift Herr Wagner abermals nach seinem geliebten, aber allgemach sehr langweilig werdenden Zaubertrank, welcher ihm Vergessenheit Brunhildens und Liebe zu Gutrun gibt. Nun, ein Mann, der seine Frau verlässt, um gleich danach eine Andere zu heiraten, ist gewiss ein recht schlechter, erbärmlicher Wicht, aber auf der Bühne denn doch immer zehnmal erträglicher, als solch eine Marionette, die nur das Geschöpf eines Frühtrunks ist, und die dann, da es dem grimmen Hagen gutdünkt die Flaschen zu wechseln, gleich20161127_lubupreis_pusch_spbrunner_063 danach durch ein zweites Gläschen die Erinnerung wieder zurückerhält.“[1]

Hier offenbart sich eine Lust an schwarzem Humor – was auch ein elementarer Bestandteil von Luise Puschs Arbeit ist. Wir sehen also, es gibt mehrere Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Frauen.

Nichts aus ihrer Kindheit weist auf diese Fähigkeit, die Dinge zu ironisieren, hin. In Gütersloh geboren, kannte Luise Pusch ihren Vater, der Gemeindepfarrer gewesen war, kaum, denn ihre Mutter ließ sich von Luises Vater scheiden, als Luise 3 Jahre alt war. Die Lebenssituation der Mutter im Nachkriegsdeutschland, die mit einem bescheiden bezahlten Sekretärinnenjob drei Kinder durchbringen musste, prägte Luises Kindheit. Die Sorgen ums Überleben beherrschten den Alltag, die Mutter war gezwungen, die Kinder weitgehend sich selbst zu überlassen. Luise umgibt sich schon im frühen Alter mit technischen Geräten. Zunächst sitzt sie vor dem Radio, um während der Heimarbeit Musik- und Literatursendungen zu hören, dann vor dem Plattenspieler, schließlich vor dem Tonbandgerät. Musik sowie geistige Interessen sind für sie Strategien zur Bewältigung des Alltags. Als Kind ungewöhnlich schüchtern, kompensiert sie mit hohen intellektuellen Leistungen und verschafft sich so Anerkennung bei MitschülerInnen und LehrerInnen.

Um der Mutter zu imponieren, erbringt Luise beste Zensuren und Leistungen in den sprachlichen Fächern. Nach dem Abitur studiert sie Anglistik, Latinistik und Allgemeine Sprachwissenschaft in Hamburg. Von 1966 bis 1972 ist sie Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Sie schließt ihre Studien mit der Promotion zum Dr. phil. ab. Ihre Dissertation ist dem Thema Die Substantivierung von Verben mit Satzkomplementen im Englischen und im Deutschen gewidmet (Prädikat: sehr gut). Nach einer vierjährigen Tätigkeit als Wissenschaftliche Mitarbeiterin bekommt sie 1976 ein Habilstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

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Alles deutet auf eine vielversprechende akademische Laufbahn hin, als sie 1979 – nach ihrer Habilitation zum Thema Kontrastive Untersuchungen zum italienischen gerundio für das Fach Sprachwissenschaft – für fünf Jahre das in universitären Kreisen hochgeachtete Heisenberg-Stipendium erhält. 1985 ernennt die Universität Konstanz sie zur außerplanmäßigen Professorin. So schienen die Türen für eine glänzende Universitätskarriere als Hochschullehrerin weit geöffnet, mit einem Lehrstuhl an einer traditionsreichen Universität, mit AssistentInnen, Drittmitteleinwerbung, Gremienarbeit, der Ausbildung von DoktorandInnen, der Organisation von Fachtagungen und freier Forschung. Luise hätte sich dann vielleicht in die Sprachpartikeln des Russischen vertieft oder sich zum Stand der Sondersprachen in der friesischen Lexikographie auf linguistischen Tagungen Ruhm erworben. Doch es kam anders.

Aus der Beschäftigung mit der Frauenbewegung, die sich in den siebziger Jahren aus den USA kommend rasch in Deutschland ausbreitete, wurde ihr deutlich, dass die Sprachwissenschaft große Defizite aufwies. Wie in anderen geisteswissenschaftlichen Fächern auch, war es bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts hinein nicht üblich, das soziale, historische und kulturelle Umfeld in die Forschung mit einzubeziehen. Wer Sprache als ein soziales Zeichensystem sah und eine sozialwissenschaftliche Position einnahm, galt schon als AussenseiterIn. Die ersten Forschungen von Luise Pusch waren noch den traditionellen Themen ihres Faches gewidmet, nun aber entwickelte sie Ideen, wie man Sprache ändern könne. 1979 schrieb sie ihren ersten feministisch-linguistischen Aufsatz. Wohlmeinende Kollegen rieten ihr, diesen als einen kleinen „Ausrutscher“ anzusehen und zur „richtigen“ Linguistik zurückzukehren. Ihr war die Brisanz ihrer Aussagen wohl bewusst, aber sie hatte nach ihrer bis dato so steilen Karriere nicht voraussehen können, wie kaltschnäuzig man sie ausgrenzen würde. Die Versuche, gemeinsam mit Senta Trömel-Plötz in der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft eine Sektion für feministische Linguistik zu gründen scheiterten ebenso, wie zahlreiche Bewerbungen auf eine Professur an einer deutschen Universität.

Außerhalb der Universität wird Luise zunächst erst in der Frauenbewegung, später auch in anderen Institutionen des öffentlichen Lebens zur profiliertesten und gefragtesten feministischen Linguistin. In zahllosen deutschsprachigen Städten des In- und Auslandes wird sie zu Lesungen und Workshops eingeladen, und die Säle sind überfüllt. Sie hat entscheidend dazu beigetragen, in der Gesellschaft ein sensibilierteres Sprachbewusstsein durchzusetzen, und zwar nicht nur durch scharfsinnige Analysen und direkte Kritik, sondern auch durch das Mittel der intelligenten Ironie. Mit ihrer unerschöpflichen Phantasie, gekoppelt mit einem zum Teil schwarzen Humor, der sich in beißende Ironie verwandeln kann, fordern ihre Glossen zum Lachen auf – aber der Subtext spricht von der Einsicht in eine Machtstruktur, die die Sprache prägt und die Frau als zweitrangig abstempelt.  Viel hat sie damit erreicht. Zwar wird statt des generischen Maskulinums die Doppelform weitgehend benutzt, nicht, wie Luise es wollte, das umfassende (generische) Femininum. Doch erreichte sie einen geschlechtergerechten Sprachgebrauch, der sich weiterhin verfeinert.

Luise Pusch blieb bei ihrer Überzeugung, dass Sprache und Kultur in Beziehung stehen und sich wechselseitig bedingen. Ein Lexikon bringt es auf den Punkt: „Pusch hat aufgrund ihres kontinuierlichen sprachkritischen Engagements die allgemeine Wahrnehmung männlich orientierter Sprachnormen spürbar differenziert.“[2] Indem sie sich bewusst von dem herrschenden Diskurs absetzte und neue Wege ging, war es fast zwangsläufig, dass sie keine dauerhafte Aufnahme an den traditionsverhafteten linguistischen Fakultäten deutscher Universitäten fand. Ihre Radikalität, die so viele feministisch gesinnte Frauen begeisterte und für volle Säle sorgte, war manchem Akademiker ein Dorn im Auge

Ich lernte Luise Pusch Anfang der 1980er Jahre kennen. Ihr autobiographischer Roman Sonja war gerade erschienen, in dem sie ihre persönlichen Erfahrungen aus den Hamburger Studienjahren verarbeitet. Er erlebte mehrere Auflagen und wurde 20 Jahre später noch einmal aufgelegt, diesmal mit einem bewegenden Foto der „echten“ Sonja auf dem Titelblatt. Es ist die Geschichte des Zusammenlebens zweier Frauen, von denen die eine im Rollstuhl und suizidgefährdet ist, und frau erlebt eine ganz andere Seite der Autorin: die schonungslose Offenlegung einer schwierigen Liebesbeziehung mit allen Einzelheiten bis hin zum Tod. Sie veröffentlichte ihn zunächst unter dem Pseudonym „Judith Offenbach Ich fragte sie damals nach Judith Offenbach, die ich gerne kennengelernt hätte, und erfuhr, dass es sich um Luise selbst handelte.“. Später entschied sie sich, ihr Pseudonym zu lüften und half damit vielen lesbischen Frauen, sich ebenfalls nicht mehr zu verstecken.

Für mich war es ein aufregendes Ereignis, als Pusch 1983 den Band „Feminismus – Inspektion der Herrenkultur“ herausgab. In diesem Buch kritisierten verschiedene Fachvertreterinnen die Defizite ihres jeweiligen Faches aus weiblicher Sicht. Dass der renommierte Suhrkamp Verlag den Band herausbrachte, werteten wir als Hinweis, dass der Feminismus bei den klassischen Verlagen angekommen war. In ihrer Aufsatzsammlung Deutsch als Männersprache ein Jahr später analysierte Luise Pusch die genderbezogenen Asymmetrien unseres Sprachsystems. Dieses Buch ist heute mit 140 000 verkauften Exemplaren das bestverkaufte sprachwissenschaftliche Werk der Nachkriegsgeschichte.

Inzwischen wurden Empfehlungen oder Richtlinien von staatlichen Behörden, Berufsorganisationen, Gewerkschaftsverbänden, Universitäten und anderen Institutionen zu einem beide Geschlechter adäquat umfassenden Sprachgebrauch erlassen. Dieses ist ein Erfolg der feministischen Sprachwissenschaft und damit in hohem Maße auch derjenigen Person, der diese Veranstaltung gewidmet ist.

1987, als die Herausgabe des Kalenders Berühmte Frauen begann, gab es noch kaum Straßen oder Plätze, die nach einer Frau benannt worden waren. Statt dessen erinnerten die Namen von Gebäuden, Männerköpfe auf Geldscheinen und Männer-Denkmäler flächendeckend an die Leistungen von Männern. Dazu wollte Luise Pusch ein Gegengewicht, ebenfalls in der Alltagskultur, schaffen. Anstelle eines Lexikons über bedeutende Frauen wählte sie einen Kalender. Mit ihm sollen beim täglichen Gebrauch fortwährend Gesichter und Taten von Frauen vor Augen geführt werden, damit sich das weibliche Selbstwertgefühl erholt. Es galt, das bisher verborgene Wissen über Frauen präsent zu machen, und das jährliche Erscheinen zeugt bis heute von dem Erfolg eines unerschütterlichen Beharrungsvermögens, das Luises Arbeitsweise kennzeichnet. Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang ihre Herausgabe biographischer Aufsatzsammlungen, die eine feministische Sichtweise vertraten und sie zu einer Pionierin auf diesem Gebiet  machten: Schwestern berühmter Männer, Töchter berühmter Männer und  Mütter berühmter Männer.  Damit lenkte sie den Blick auf solche Frauen, die meist unbeachtet und ohne Anerkennung im Hintergrund agierten, während ihre Brüder, Ehemänner, Liebhaber oder Söhne für ihr Schaffen das Lob der Allgemeinheit einheimsten. Diese Perspektive einzunehmen war für eine feministisch orientierte Forschung ein wichtiger Schritt, denn es zeigt sich, dass trotz der in den achtziger Jahren postulierten Kritik an großen Traditionen jede Gesellschaft solche benötigt – und Frauen benötigen sie mehr denn je.

Sie ahnen sicherlich schon, wohin die Reise ging, denn diese vielen Frauenbiographien hat Luise Pusch in ihre Datenbank eingefüttert, die sie 1982 begründete. Während Literaturwissenschaftlerinnen nach marginalisierten Autorinnen und Kunsthistorikerinnen nach Künstlerinnen suchten, lag ihr daran, fächerübergreifend bedeutende Frauen aller Sparten und Fachrichtungen der Vergessenheit zu entreißen und in das gesellschaftliche Bewusstsein zu verankern. Luise sammelte zunächst aus dem fünfundzwanzigbändigen Meyer-Lexikon in dreißig Ringbüchern die Daten von 2000 bedeutenden Frauen, denen „der Meyer“ an der Seite der 100.000 Männer ein Plätzchen gegönnt hatte. Diese übertrug sie ein Jahr später auf ihren ersten Computer, wo sie als FemBio-Datenbank mit inzwischen über 32.000 biographischen Einträgen nach 250  verschiedenen Parametern (z.B. Geburtstag, Berufszugehörigkeit, Ortsname) abgefragt werden können. Suchen Journalistinnen nach spezifischen Informationen zu einzelnen Frauen und vor allem Frauengruppen, wollen LehrerInnen mehr über bedeutende Frauen im Mittelalter aus ihrer Region erfahren oder Frauenbeauftragte einen Stadtrundgang organisieren, ist die Datenbank ein unverzichtbares Hilfsmittel. Luise Pusch ist mit dieser systematischen Betrachtungsweise, die sie aus der Linguistik mitbrachte,  die Begründerin der systematischen Frauenbiographieforschung. Die besten Beispiele für ihre Kunst der analytischen Zusammenschau sind ihre Nachworte in ihren frauenbiographischen Sammelbänden. Forschungsreisende, Schriftstellerinnen, Frauenrechtlerinnen, Physikerinnen, Varietékünstlerinnen – entscheidend ist, dass sich die Erinnerung an sie lohnt. Die Leben und  Taten dieser Frauen bilden einen großartigen Kanon weiblicher Leistungen.

Gemeinsam mit Sibylle Duda gab Luise Pusch 1992 den ersten der insgesamt dreibändigen Ausgabe der WahnsinnsFrauen heraus. Wahnsinn wird darin einleitend weniger als ein psychiatrisches oder individuelles Problem denn vielmehr als ein gesellschaftliches gedeutet, nämlich als Protest gegen die Zumutungen der weiblichen Rolle. Trotz des guten Verkaufserfolges waren kritische Untertöne von feministischer Seite zu hören[3], auf die einzugehen sich lohnt, weil sich darin Argumente einer jüngeren feministischen Generation niederschlagen. So wurde bemängelt, dass die Frau im binär organisierten westlichen Denken die Rolle des Irrationalen zugesprochen bekommt, so dass „der Wahnsinn zu einer Essenz des Weiblichen“ wird. Hierbei wird jedoch die bewusste Polemik in Puschs These übersehen, nämlich dass „der Wahnsinn der Frauen … verschwinden wird, wenn das patriarchale Wahnsystem verschwindet“ und ebenso ihren siebenzeiligen „Minimalkatalog für einen Neuanfang“. Die bittere Ironie entging der Kritikerin ebenso wie die Tatsache, dass Pusch  einen Text zu verfassen hatte, der eine Anzahl von Biographien thematisierte und inhaltlich bündeln sollte. Pusch verweist in ihrer Replik[4] auf die Naivität eines Glaubens, demzufolge Wissenschaft sich chronologisch entwickele und immer genauer oder besser werde.

Im Lauf der Jahre hatte sich die Frauenbewegung von der Kritik am Mann verabschiedet und begriffen, dass die Geschlechterungleichheit ein Herrschaftsverhältnis ist, das auf allen Bühnen des sozialen, kulturellen und politischen Lebens bedient werden kann – in der Wirtschaft, im Internet, durch die Kultur, und eben durch die Sprache. Luise Pusch nimmt hier einen wichtigen Platz ein, denn sie schafft eine Vernetzung zwischen Wissenschaft und Praxis. Macht- und Herrschaftsverhältnisse können durch die Sprache hergestellt werden, und genauso kann die Zerstörung dieser Verhältnisse durch einen kritischen oder ironischen Sprachgebrauch angepeilt werden.

In diesem Zusammenhang ist eine Stellungnahme von Gudrun-Axeli Knapp nützlich,[5] die anregende Gedanken zu der immer wieder aufgegriffenen Behauptung entwickelt, wonach man Frauen nicht mehr unter dem Begriff „Frau“ subsumieren könne und es heute nur noch wichtig sei, „Vielfalt und Widersprüchlichkeit zuzulassen“. Knapp lehnt die postmoderne Annahme ab, wonach man nicht über Gruppen sprechen könne, da das ihrer Ansicht zufolge darauf hinauslaufen würde, die sozialen Strukturzusammenhänge von Frauenunterdrückung aus dem Blick zu verlieren. Sie hält an einer doppelten Aufgabe der feministischen Theoriebildung fest und fordert, dass man „die Unterdrückung von Frauen in ihrer endlosen Varietät und monotonen Ähnlichkeit“ analysieren solle. Also: zum einen die Frau als Einzelperson mit ihren eigenen Erfahrungen, und zum anderen die Frau innerhalb einer Gruppe innerhalb gesellschaftlicher Herrschaftszusammenhänge.

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Erste Reihe v.l.n.r.: J. Breckner, E. Rieger, L. Pusch, A. Schmidt, J. Partsch, D. Wagner, B. Akdeniz

Eine solche janusköpfige erkenntnistheoretische Position scheint mir für die künftige Geschlechterforschung und –publizistik sinnvoll, und Luise Pusch nimmt darin ihren wichtigen Platz ein. Würde man das binäre Denken abschaffen, hätte das die Ignorierung der noch immer binär gespaltenen gesellschaftlichen Machtverhältnisse zur Folge. Man sollte angesichts der noch immer erschreckenden Benachteiligung von Frauen in vielen gesellschaftlichen Bereichen auch Frauen als Gruppe nicht aus dem Blickfeld verlieren. Es kann sonst passieren, dass die „neue“ Richtung von der nachfolgenden Generation ebenso der Einseitigkeit geziehen wird, wie es die „alte“ Generation heute erlebt. Das heißt nicht, dass feministisches Gedankengut sich nicht selbst hinterfragen darf. Jede lebendige Wissenschaft muss sich weiter entwickeln, und es bleibt den jungen nachfolgenden Wissenschaftlerinnen unbenommen, sich von „traditioneller feministischer Argumentation“ abzusetzen und die feministischen „Mütter“ abzustrafen. Das ist der Gang der Geschichte. Zugleich muss aber die Leistung Luise Puschs gesehen werden, die darin bestand und besteht, feministisches Gedankengut mit beißender Ironie und schwarzem Humor sprachlich so treffend „an die Frau“ zu bringen, dass Veränderungen auf breiter gesellschaftlicher Ebene stattfanden. Ist das ein unhinterfragter Zirkelschluss? Nein, es ist ein Stück historischer Wirklichkeit.

In der Musikwissenschaft, die ich vertrete, sind neuerdings Versuche zu finden, Identitätsentwürfe und Konstruktionen des Geschlechterverhältnisses nicht nur ideengeschichtlich festzumachen, sondern auch die Materialitäten und Auswirkungen auf Körper und Gefühlsweisen zu erfassen. Hier wird klar, wie wichtig Luise Puschs Auseinandersetzung mit der Sprache ist. Man hat endlich gemerkt, dass die Geschlechterhierarchie nicht allein durch Quotenregelungen, Frauenbeauftragte oder Gesetzestexte angegangen werden kann, sondern dass sie unserer Kultur inhärent ist und wir sie unbewusst bestärken, wenn wir die Herrschaftssprache, die Frauen ausblendet oder unterordnet, unkritisch reproduzieren..

Es ist doch erstaunlich, wie der gute alte Feminismus durch die Grapschereien des designierten  US-Präsidenten Trump medial aufgewertet wurde und Tausende von Frauen begannen,  sich Demütigungen, die ihnen durch zynische Bemerkungen oder sprachliche Diffamierung von männlicher Seite zugefügt wurden, öffentlich bekannt zu machen. Gleichzeitig müssen wir mit der Tatsache umgehen, dass, um aus einem Blog von Luise Pusch zu zitieren, 42% von den weißen Frauen für Trump stimmten, von den weißen Frauen ohne Collegeausbildung waren es sogar 53%. Das zeigt uns wiederum, wie modern und wichtig der Ansatz von Luise Pusch ist, und wie viel noch zu leisten ist. Es geht hier nicht um einen Kampf Mann gegen Frau, da auch Frauen sexistische Grundsätze vertreten können. Es geht darum, sich bewusst zu machen, wie viele Millionen Frauen auf unserem Erdball noch an ihrer gesellschaftlichen Zweitrangigkeit zu leiden haben. Mehr als 100.000 Frauen erleben Gewalt in Partnerschaften in Deutschland, so war Anfang der Woche in der Presse zu lesen, und das sind nur diejenigen, die sich bei der Polizei melden. Ich denke an Millionen genitalverstümmelte Mädchen, an verheiratete Minderjährige und an Zwangsprostituierte. Jede einzelne erleidet einen psychischen Mord und kann kein normales Leben mehr führen.  Der Abbau des Sexismus ist genau wie der Abbau von Rassismus einzuüben, und da sind die Glossen unserer heutigen Preisträgerin ein ideales Fundament, da sie auf leichtem Wege zu Verhaltensänderungen führen.

Dafür und für ihre jahrzehntelange Hartnäckigkeit gebührt ihr Dank.

 

 

 

[1] Luise Büchner: Weibliche Betrachtungen über den Ring des Nibelungen, in: Die Frau. Hinterlassene Aufsätze, Abhandlungen und Berichte zur Frauenfrage. Halle 1878, 358-369. Nachgedruckt in: Frau und Musik, hg. von Eva Rieger, Frankfurt/M. 1980, 218.

[2] Stichwort Pusch, Luise F., in: Metzler Lexikon Gender Studies Geschlechterforschung, hg. von Renate Kroll, Stuttgart/Weimar 2002, S. 327.

[3] Annette Schlichter: „Frauen Wahnsinn WahnsinnsFrauen: Überlegungen zur Re/Produktion einer Analogie“, in: Freiburger FrauenStudien 1.(1). 1995, S. 7-22.

[4] Luise Pusch: „Streng, aber ungerecht. Antwort auf Annette Schlichter“, in: Freiburger FrauenStudien 1.1. (1995), S. 23-24.

[5] „Macht und Geschlecht. Neuere Entwicklungen in der feministischen Macht- und Herrschaftsdiskussion“, in: Gudrun-Axeli Knapp, /Angelika Wetterer (Hg.): Traditionen Brüche. Entwicklungen feministischer Theorie, Freiburg 1995, S. 287-321.

17.11.2016

Bald steht das Denkmal für Luise Büchner!

Filed under: Darmstadt,Feminismus,Luise Büchner,Veranstaltung — peter brunner @ 13:37

Gute Nachrichten zum Projekt eines Denkmals für Luise Büchner!

Die beauftragte Künstlerin, Barbara Dieckmann aus Berlin, hat die Vorbereitungen für den Guss abgeschlossen und uns ein Foto ihrer bisherigen Arbeit übermittelt. In Kürze wird die kleine Büste gegossen werden und dann nach Darmstadt kommen.

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Mit Ruth Andres, die schon den Grabstein für Mathilde Büchner gestaltet hat, haben wir ein erstes Gespräch über die Ausgestaltung des Sockels geführt und sind sehr zuversichtlich, dass sie eine gute Lösung finden wird.

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Die „Kunstkommission“ der Stadt Darmstadt hat bei einer Ortsbegehung unseren Vorschlag angenommen, das Denkmal vor das Pädagog zu platzieren – vor dem Treppenaufgang  in  der Döngesborngasse. Das DARMSTÄDTER ECHO meldete aus der Stadtverordnetenversammlung: „In der Sitzung teilte Stadträtin Iris Bachmann zudem mit, dass die Kunstkommission einen Standort für die Luise-Büchner-Büste gefunden habe: gegenüber vom Pädagog am Abgang zum Liebighaus.“

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Und der Vorstand der Luise Büchner-Gesellschaft hat sich vorgenommen, das Denkmal am 1. Juni 2017 der Öffentlichkeit zu übergeben.

Bis dahin soll nicht nur der Kopf auf dem Sockel montiert sein, sondern auch ein Text auf dem Säulchen angebracht werde, die dahinter liegende Wand saniert werden und vielleicht auch mit dem einen oder anderen Zitat versehen sein. Wir denken, dann werden wir dorthin einladen und an dieser dafür bestens geeigneten Stelle daran erinnern, dass noch vor 150 Jahren Mädchen keine Chance hatte, das – damals einzige – Darmstädter Gymnasium zu besuchen. Und natürlich feiern wir da mit den Schülerinnen der Alice-Eleonoren-Schule und allen anderen, die kommen wollen, zur Erinnerung an die Begründerin der Mädchenbildung in Darmstadt. Papa Legbas Blues Lounge hat den Termin schon mal vorgemerkt …

Dieses schöne Projekt, das inzwischen viele freundliche Stifterinnen und Helferinnen bei Benefiz-Aktionen gefunden hat, verdient weitere Unterstützung – hier findet sich der Prospekt mit dem Aufruf zu Aktionen und Spenden 

 

von Peter Brunner

Peter Brunner

Peter Brunner

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25.1.2016

Luise Büchner-Gesellschaft e.V.: Veranstaltungen im ersten Halbjahr 2016

Donnerstag, 4. Februar

Erstaufführung am 4. Februar,

programmkino rex, Wilhelminenstraße 9, Darmstadt, 20:30 Uhr
Suffragette – Taten statt Worte

Ein Film von Sarah Gavron

Mit Carey Mulligan, Helena Bonham Carter, Meryl Streep

„In der stargespickten Geschichtsstunde geht es nicht nur um die Entstehung der Suffragetten-Bewegung, sondern auch um Einzelschicksale, wie das von Maud (Mulligan), die sich im Kampf für die Gleichstellung von Mann und Frau entschließt, auch radikalere Wege zu beschreiten. ” (Verleih)
Zum Thema

Was erreicht wurde

und

was noch zu erreichen ist
sprechen im Anschluß

Barbara Akdeniz,
Stadträtin der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Dr. Ursula Eul,
Abteilungsleiterin Strategisches Management, Fraunhofer LBF, und
Prof. Bascha Mika, Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau und Trägerin des Luise-Büchner-Preises für Publizistik
Eintritt 8,50 €. Vorverkauf ab sofort online unter http://www.kinopolis.de/rx

p://www.kinopolis.de/rx

Sonntag, 20. März um 17 Uhr
Konzert-Lesung mit Carmen Piazzini und Katja Behrens
Literaturhaus (Kennedy-Haus)

Diese Benefizveranstaltung für das geplante Luise-Büchner-Denkmal kreist um die deutsche Romantik. Katja Behrens liest aus ihrem Buch „Alles aus Liebe, sonst geht die Welt unter“ und Carmen Piazzini spielt aus ihrem Repertoire.
Eintritt: 12 Euro (zugunsten des Luise-Büchner-Denkmals)

Sonntag, 12. Juni um 17 Uhr
Konzert-Lesung zu Luise Büchners Geburtstag
Literaturhaus (Kennedy-Haus)

Bei dieser Benefizveranstaltung zugunsten des Luise-Büchners-Denkmals spielt die Konzert­pianistin Susanne Hardick Kompositionen von Chopin u.a. Zwischen den Stücken werden Texte von Luise Büchner gelesen.
Eintritt 12 Euro

Freitag, 19. Februar um 19 Uhr (Todestag von Georg Büchner)
„Anwendung der Anatomie auf die Tragödie“ – Georg Büchners Werk in Frankreich
Vortrag und Buchvorstellung von Dr. Thomas Lange (Darmstadt)
Literaturhaus (Kennedy-Haus)

Georg Büchner ist durch seine Begegnung mit Frankreich entscheidend geprägt worden. Aber wie wurde sein Werk in Frankreich aufgenommen? Thomas Lange stellt in seinem neuen Buch „Georg Büchner in Frankreich“ bisher unbekannte Zeugnisse von Georg Büchners Wirkung in Frankreich vor. Während man im 19. Jahrhundert vor allem seine Geschwister kannte, wurde der Autor des „Woyzeck“ und des „Lenz“ seit den 1920er Jahren als früher Dichter der literari­schen Moderne geschätzt. Sein Revolutionsdrama „Dantons Tod“ kam allerdings erst 1948 auf die französische Bühne.
Eintritt: 6 Euro, für die Mitglieder der Luise Büchner-Gesellschaft frei

Donnerstag, 24. März um 19 Uhr
Als die Soldaten kamen: Die Vergewaltigung deutscher Frauen am Ende des Zweiten Weltkriegs. Lesung mit Dr. Miriam Gebhardt (Isartal/München)
Literaturhaus (Kennedy-Haus)

Miriam Gebhardt, Historikerin und Journalistin liest aus ihrem Buch über sexualisierte Gewalt im Umfeld des Zweiten Weltkriegs. Gewalt gegen Frauen im Krieg wird oft tabuisiert und ist bis heute mit Stereotypen behaftet. Miriam Gebhardt greift eine besonders stark verdrängte Seite des Themas auf: deutsche Frauen als Opfer alliierter Soldaten im Zuge der Niederrin­gung des NS-Regimes.
Gemeinsame Veranstaltung mit dem Frauenbüro der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Eintritt: 6 Euro, für Mitglieder der Luise Büchner-Gesellschaft frei
Donnerstag, 7. April um 19 Uhr

Donnerstag, 7. April 2016 um 19 Uhr
Dirndl mit Flecken. Vortrag von Dr. Elsbeth Wallnöfer (Wien)
Literaturhaus (Kennedy-Haus)

Zu unserer Veranstaltung schreibt sie: „In dieser kleinen Erzählung werde ich von der Verän­derung der Silhouette bei Dirndl und Tracht sprechen – eine Veränderung, die von der Oberdirndlbeauftragten der NS-SS-Trachtenforschung eingeführt wurde. Es wird von der Pro­grammatisierung durch diese „Wissenschaft“ erzählt und vom Verschwinden der traumhaft vielfältigen Trachtenlandschaft in Deutschland. Über das Dirndl, das es so nur in Ös­terreich gibt und dort vom jüdischen Bürgertum erfunden wurde. Enden werde ich mit dem popkulturellen Trend und wie er mit oder ob er mit dem Trend des gesell­schaftlichen Rechtsruckes korrespondiert. Ja, und am Ende der Evolution des Dirndl steht der Gipfel der Zivilisation namens BARBIE!!!!”
Gemeinsame Veranstaltung mit dem Historischen Verein Hessen
Eintritt 6 Euro, für die Mitglieder der Luise Büchner-Gesellschaft und des Hist. Vereins frei

Freitag, 22. April, Nachmittags
Exkursion. Die Grüneburg: Über IG-Farben zur Universität
Führung durch den Campus Westend der Frankfurter Goethe-Universität

Der immer noch „neue“ Campus Westend der Frankfurter Universität ist Ziel einer Exkursion, bei der uns Dr. Astrid Jacobs mit Geschichte und Gegenwart der beeindruckenden Anlage be­kannt machen wird. Von der Gründung als Verwaltungsbau der IG Farben als modernster Ver­waltungsbau seiner Zeit über die düste­ren Verwicklungen des Konzerns in die Morde der Nazis und die Deutsch-Amerikanische Nach­kriegs­ge­schich­te bis zur Umgestaltung in einen hochmodernen und funktionalen Universitätscampus haben Anlage und Gebäude viel zu erzählen.
15 €, für Mitglieder der Gesellschaft 10 €
Anmeldung bei Peter Brunner: Tel.: 06157-9111595, E-Mail: Post@EntwicklungUndKultur.De

Dienstag, 24. Mai 2016 um 19 Uhr
Susanne Kern und Petra Plättner : Frauen in Rheinhessen
Literaturhaus (Kennedy-Haus)

Mit den Neuordnungen des Wiener Kongresses entstand 1816 auch die Provinz Rheinhessen als neuer, westlicher Teil des ebenfalls neuen Hessischen Großherzogtums. Dieses Jubiläum und immerhin knapp 130 Jahre Geschichte Rheinhessens als Teil Hessens, die erst mit den Neuregelungen durch die Alliierten Befreier 1945 endete, wird mit zahlreichen Ausstellungen, Symposien und Veranstaltungen in Rheinland-Pfalz begangen. Als Beitrag zum Jubiläum ha­ben die Herausgeberinnen Susanne Kern und Petra Plättner von der Akademie der Wissen­schaften und der Literatur in Mainz in ihrem Buch „Frauen in Rheinhessen von 1816 bis heute“ 35 Frauenportraits zusammengefasst. Mit einigen von ihnen werden sie uns bei der Buchvor­stellung bekannt machen.
Gemeinsame Veranstaltung mit der Programmleitung des Literaturhauses.
Eintritt: 6 Euro, für die Mitglieder der Luise Büchner-Gesellschaft frei

Freitag, 3. Juni um 19:30 Uhr
Utopia staatlicher Mädchenerziehung Ende des 19. Jahrhunderts
Vortrag von Dr. Yvonne Wolf, Mainz
Literaturhaus (Kennedy-Haus)

Dr. Yvonne Wolf macht uns mit dem vielfach als sehr merkwürdig empfundenen Erziehungs­roman Frank Wedekinds „Mine-Haha“ bekannt, den der Autor in Anspielung auf Thomas Morus berühmtes Werk eine „Utopia“ nannte. Wedekinds Erzählung bezieht sich inhaltlich auch auf die feministische Streitschrift „Die Gleichstellung der Geschlechter und die Reform der Jugenderziehung“ (1888) der österreichischen Frauen­rechtlerin Irma von Troll-Borostyáni. Hier wie bei Wedekind wird thematisiert, wohin es sozialpolitisch führt, wenn der Staat von Anfang an jenseits der Familie die Erziehung der Jugendlichen organisiert und lenkt.
Gemeinsame Veranstaltung mit der Wedekind-Gesellschaft
Eintritt frei

27. Juni um 18 Uhr
Jahreshauptversammlung der Luise Büchner-Gesellschaft
Literaturhaus (Kennedy-Haus)

Außer unseren Mitgliedern sind auch Gäste willkommen!

Sonntag, 10. Juli
Sommerfest

Zu Wilhelm Büchners 200. Geburtstag wollen wir an unserem diesjährigen Sommerfest an Georg Büchners Bruder erinnern. Ort und Zeit wird noch bekannt gegeben.

 

LUISE BÜCHNER-GESELLSCHAFT e.V.
Kasinostraße 3, 64293 Darmstadt Tel.: 06151/599 788
www.LuiseBuechnerGesellschaft.De E-Mail: Post@LuiseBuechnerGesellschaft.De

SPeterBrunner
von Peter Brunner

30.11.2015

Köpfe, Koryphäen und Konkurrentinnen

Im überfüllten Vortragssaaal des Darmstädter Literaturhauses hat die Luise Büchner-Gesellschaft einen Tag nach Luise Büchners Todestag (am 28. November 1877) den diesjährigen Preis für Publizistik an die Berliner Autorin Barbara Sichtermann übergeben.

 

Die Preisurkunde

Die Preisurkunde

 

Nach Begrüßung durch die Vorsitzende Agnes Schmidt

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Agnes Schmidt

 

und Grußworten des Oberbürgermeisters

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OB Jochen Partsch

 

und der Präsidentin des Darmstädter Lions-Club Louise Büchner,

Dagmar Basting

Dagmar Basting

hielt die Verlegerin Brigitte Ebersbach die Laudatio (hier im Wortlaut).  Nicht mehr „Kinder, Kücher, Kirche” seien die drei K im Leben einer Frau, sondern „Köpfe, Koryphäen, Konkurrentinnen”.

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Brigite Ebersbach

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Übergabe der  Urkunde

In ihrem Dank zog Barbara Sichtermann Parallelen zu Luise Büchner, die angesichts der Zuwanderungen nach Deutschland sicher gewusst hätte, dass nur eine kluge Integrationspolitik „Rückschritte sogar verhindern muss” und das Vollverschleierung darauf hindeute, dass Frauen in der Öffentlichkeit „nicht anwesend sein sollen”.

 

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Barbara Sichtermann

Sarkowicz Pöhlmann

Im Publikum: Jury Mitglied hr2 Kultur-Leiter Hans Sarkowicz mit Rotraud Pöhlmann vom Riedstädter Büchnerhaus

 

Bachmann Engels

Im Publikum: Jurymitglied und Stadträtin Iris Bachmann mit Stadtarchivar Dr. Peter Engels

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Preisträgerin und Laudatorin mit dem Vereinsvorstand (v.l.n.r.: Dr. Schütz, Schmidt, Dieckmann, Sichtermann, Brunner, Ebersbach, Kuchemüller, Dr. von Prümmer)

 

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von Peter Brunner

11.7.2015

Das Herbstprogramm der Luise Büchner-Gesellschaft 2015

Zum Sommerfest am 12.7. legt die Darmstädter Luise Büchner-Gesellschaft ihr Herbstprogramm 2015 vor.

Darunter:

Samstag, 19. September, 15.30 Uhr
Altes Pädagog, Pädagogstraße 5
„Ich fühle in meiner Seele einen Reichtum an Liebe“
Vortrag zum 200. Geburtstag der Darmstädter Schriftstellerin Louise von Gall von Agnes Schmidt

Donnerstag, 15. Oktober, 19 Uhr
Literaturhaus – Vortragssaal
Veranstaltung zum 150. Jahrestag der Gründung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF) in Leipzig

Sonntag, 15. November, 17 Uhr,
Literaturhaus – Vortragssaal
„Denk ich an Deutschland in der Nacht …“ – Die Folgen des Wiener Kongresses
Eine Konzert – Lesung mit Ute Büchter-Römer (Vortrag) und Nadja Bulatovic (Klavier)

 

Die Broschüre mit allen Informationen kann hier mit klick auf das Bild downgeloaded werden.

Stets aktuelle Informationen des Vereins stehen hier auf dessen Homepage.

 

 

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SPeterBrunner
von Peter Brunner

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