Neues aus Buechnerland

Peter Brunners Buechnerblog

Kategorie: Büchnerhaus (Seite 3 von 8)

2019 – es gibt viel zu tun

Auf 20 von 8518 Zeilen kommt im soeben besiegelten hessischen Koalitionsvertrag Literatur vor:

Literatur
Hessen ist ein starkes Literaturland. Wir werden die Literaturförderung weiter ausbauen, weiterhin den hessischen Verlagspreis verleihen und mit einem Gemeinschaftsstand auf der Frankfurter Buchmesse präsent sein. Die Literaturbüros, -zentren und -häuser, die in der Fläche des Landes arbeiten, sollen weiterhin unterstützt werden.
Wir werden prüfen, ob wir z.B. zu den Themen „Brüder Grimm“, „Bettine von Brentano“, „Johann Wolfgang von Goethe“ und „Georg und Luise Büchner“ die verschiedenen Einrichtungen in unserem Land vernetzen und diese hessischen Autoren damit stärker in den Fokus rücken können.
Als Reaktion auf die zunehmende Verfolgung von Menschrechtsaktivisten, Künstlern, Autoren und Journalisten wollen wir einen Fonds „sicherer Hafen“ auflegen, aus dem Stipendien für 20 Verfolgte über einen Zeitraum von 3 Jahren finanziert werden können. Wir werden sie in dieser Zeit dabei unterstützen, sich ein Netzwerk aufzubauen und ihre Arbeit fortzusetzen. Wir wollen damit als Hessen einen Beitrag im Sinne der demokratischen Werte unserer Europäischen Union leisten. Wir werden dabei prüfen, ob wir dabei mit dem europäischen Projekt ProtectDefenders.eu kooperieren können”

Im vergangenen Jahr haben die kulturpolitischen Sprecher*innen der Grünen (Martina Feldmayer), der CDU (Karin Wolff) und der SPD (Gernot Grumbach) das Büchnerhaus besucht. Auch dem Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Patrick Burghardt, konnten wir vor Ort und im Ministerium erläutern, wie der Bedeutung Georg Büchners in Zukunft besser Rechnung getragen werden könnte.

Gerd Duttenhöfer: Georg Büchner

Der Förderverein Büchnerhaus, die BüchnerBühne und die Luise Büchner-Gesellschaft haben sich in den vergangenen Jahren mit großem, häufig ehrenamtlichem, Einsatz und einigem Erfolg um dieses „in den Fokus rücken” bemüht. Es freut uns, dass diese Bemühungen jetzt ihren Niederschlag unter anderem in dieser Formulierung  gefunden haben. Uns war und bleibt wichtig, dass die Büchner-Geschwister eben gerade nicht nur bedeutende historische Persönlichkeiten waren, sondern dass sich aktuelle Lehren aus ihrem Leben und Werk  ziehen lassen. Das gilt für Luises Engagement für „Mädchenbildung” ebenso wie für Georgs radikale Opposition gegen diktatorische Regierung. Sprachgewalt und Zeitlosigkeit von Georgs literarischem Werk heben es weit über die Texte seiner Zeitgenossen hinaus; wenige Dichter deutscher Sprache haben über Jahrhunderte Einfluss auf aktuelle Literatur genommen wie er.

Barbara Dieckmann: Luise Büchner

Die künftige hessische Landesregierung formuliert einen Vorsatz, der das als bedeutendes Erbe all derer beschreibt, die

„Hess*in sind, weil sie Hess*in sein wollen”.

Das ist ein guter Anfang. Und wir haben keinen Zweifel daran, dass mit Angela Dorn eine Ministerin das Amt übernimmt, die dem gerecht werden wird.

von Peter Brunner

Peter Brunner Peter Brunner

Mahdi Ehsaei am 8. 12. 2018 im Büchnerhaus

Mahdi Ehsaei, geboren 1989 in Münster, NRW, ist ein deutsch-iranischer Fotograf, Künstler und Designer. Ehsaei ist graduierter Designer der Hochschule für Gestaltung, Darmstadt.

 

(C) M. Ehsaei (http://www.mahdi-ehsaei.com/about/)

An der „Büchner-Biennale“ 2013/14 in Darmstadt beteiligte er sich mit zwei aufsehenerregenden Beiträgen:

rund um das große Zierbeet vor dem Darmstädter Hauptbahnhof platzierte er zahlreiche Metallschilder – „quote signs“ – , die auf den ersten Blick wie botanische Erläuterungen wirkten, tatsächlich aber die Blütenpracht der Beete um die Pracht zahlreicher Büchnerzitate erweiterten.

                    

 

Im „Königreich Popo“ dem kleinen, versteckten Gärtchen am Hauptbahnhof stellte er „listening stations“ auf – Betonwürfel mit eingebauten mp3-playern, die über ein Dosentelefon wie aus Kinderspielen Büchnerzitate, gesprochen von Stefan Schuster, wiedergaben. Aus dieser Arbeit ist eine Internetinstallation geblieben, die unter http://pretaparsi.com/buechner/# bis heute auf Mausklick Büchnerzitate liefert.

 


Bluespapa Reiner Lenz an der Hörstation

 

Mit der freundlichen Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst ist es gelungen, Mahdi Ehsaei zu einem Vortrag ins Büchnerhaus einzuladen.

Am Samstag, dem 8. Dezember, wird er um 19 Uhr während des gleichzeitigen Weihnachtsmarktes im Büchnerhaus über seine Arbeit sprechen. Neben einem Rückblick auf die Darmstädter Arbeiten, die künftig am Büchnerhaus gezeigt werden, wird er im Gespräch mit dem Museumsleiter Peter Brunner schildern, was ihn an Georg Büchners Leben und Werk interessiert und was die Interaktion von Geschichte und Literatur des 19. Jahrhunderts mit der bildenden Kunst des 21. Jahrhunderts erreichen kann.

von Peter Brunner

 

Peter Brunner Peter Brunner

Europa heißt Menschen zu einen

Hunderte von Theatern und Kultureinrichtungen beteiligen sich am 10. November 2018 an der virtuellen Ausrufung der Europäischen Republik.

Das darf wer will träumerisch, phantastisch oder unrealistisch finden. Das ist nicht die schlechteste Voraussetzung für den Weg zum Besseren.

 

 

2018 haben zwei Themen Büchnerhaus und BüchnerBühne beschäftigt: die republikanische Idee und der Nationalismus.

Mit Vorträgen und Diskussionen hat das Büchnerhaus nach den „langen Linien republikanischer Tradition“ gefragt, und mit Inszenierungen wie Büchners Danton, zusammen mit aus Syrien Geflüchteten, einer aktualisierten Fassung des „Jedermann“ und der Nibelungen-Parodie „Niegelungen“ stellt sich die BüchnerBühne dem Diskurs.

Der 9. November mit seinen zahlreichen welterschütternden Ereignissen ist auch der Tag der deutschen Niederlage am Ende des ersten Weltkriegs, auf dessen Trümmern die Deutsche Republik ausgerufen wurde. Am 10. November begann damit für Deutschland der Weg in eine Demokratie, die eine bessere Zukunft verdient hätte als das bittere Ende im Nationalsozialismus 1933.

Für den 10. November 2018, einhundert Jahre und einen Tag später, hat ein internationales Projekt dazu aufgerufen, Europa nicht den Bürokraten und Ökonomen alleine zu überlassen. Stattdessen sollen Aktivist*innen in ganz Europa ein neues Europa ausrufen:


„Europäer ist, wer es sein will.

Die Europäische Republik ist der erste Schritt auf dem Weg zur globalen Demokratie

 

In Hessen hat Ministerpräsiden August Zinn 1961 zur Eröffnung des ersten Hessentages einen programmatischen Satz gesprochen, dem sich der regierende Ministerpräsident Volker Bouffier kürzlich angeschlossen hat:

 

„Hesse ist, wer Hesse sein will!“

 

Das soll und muss auch für das zukünftige Europa gelten, und dass ein erfolgreiches Europa ein Europa der Regionen sein muss, steht für uns außer Frage.

 

Daher haben der Leiter der Riedstädter BüchnerBühne, Christian Suhr, und der Leiter des Museums Bücherhaus, Peter Brunner, zeitgleich mit tausenden von Aktivisten auf hunderten von Balkonen in ganz Europa

 

am Samstag, dem 10. November 2018 um 16 Uhr

 

aus dem Geburtshaus von Georg Büchner heraus das Manifest des European Balcony Projects verlesen und damit symbolisch die Europäische Republik auf dem Grundsatz der allgemeinen politischen Gleichheit jenseits von Nationalität und Herkunft ausgerufen. 

Ab 16 Uhr am 10. November 2016 findet sich eine Aufzeichnung der Proklamation hier im youtube-Kanal der Büchnerbühne.

 

von Peter Brunner

 

Peter Brunner Peter Brunner

„ Auch + wenn + man + unglaublich + wenig + erreichen + kann.”

Térezia Mora hat den Büchnerpreis entgegengenommen und eine wunderbare Rede gehalten.

„Ich dehnte mein dörfliches Kinderdeutsch vom Rand des Sprachgebiets mit Wörtern aus wie: … Ich bin eine honette Person. Ich bin eine honette Person, aber Sie! Und dann noch: Er! Wenn ich sag‘: Er, so mein ich Ihn, Ihn – Das hat mich wochenlang beschäftigt.”

Auf der website der Akademie für Sprache und Dichtung findet sich der vollständige Text, auch die Laudatio von Daniela Strigl.

Nächstes Jahr, ich hoffe schon im Frühjahr, wird sie das Büchnerhaus besuchen und in der Kunstgalerie lesen.

 

von Peter Brunner

 

Peter Brunner Peter Brunner

Zwölf mal Darmstadt für 2019

Die Darmstädter Künstlerin Nicole Schneider hat mich vor einiger Zeit im Büchnerhaus besucht. Sie war auf Recherchereise für ihren Darmstädter*innen-Kalender 2019, und da hat auch der Goddelauer Doktorssohn seinen Platz gefunden.

Georg Büchner (c) Nicole Schneider

Sie hat Ihre Überlegungen ausführlich und mit Bildern hier dokumentiert, und hier finden sich die Verkaufsstellen für den schönen Kalender. Zugegeben sind auch die weiteren dargestellten Persönlichkeiten durchaus ein Kalenderblatt wert, und es kann ja nicht jeder Kalender Tag für Tag bloß Büchnerbilder zeigen. Obwohl – wir hätten bestimmt 365 …

Im Bücherhaus allerdings ist für die nächsten 15 Monate Juli 2019 angesagt:

 

von Peter Brunner

 

Peter Brunner Peter Brunner

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