Neues aus Buechnerland Peter Brunners Buechnerblog

20.4.2017

20. April 2017 – 202. Geburtstag von Mathilde Büchner

Unweit von Georg Büchners Geburtshaus in Riedstadt-Goddelau, ursprünglich wohl sogar auf einem direkt angrenzenden Grundstück, steht das schöne Fachwerkhaus in der Hospitalstraße, in das Ernst und Caroline Büchner mit ihrem Sohn umzogen, als der junge Hausstand auch nach eigenem Haushalt verlangte. In der Weidstraße lebte die Familie ja als Untermieter im ersten Stock, und es steht außer Frage, dass die junge Mutter, zum zweiten Male schwanger, mindestens nach einer eigene Wohnung verlangte. Die fand sich nebenan, und so wurde im nächsten der zahlreichen Häuser, die die Büchners bewohnten, am 20. April 1815 das zweite Kind, die Tochter Mathilde Büchner, geboren.

Hier im Blog wurde sie vielfach erwähnt, wer das nachlesen will, findet hier alle Erwähnungen.

 

Riedstadt-Goddelau, Hospitalstraße. Geburtshaus von Mathilde Büchner

 

Erinnerungsplakette am Haus

 

31.3.2017

Ein rührendes Erinnerungsstück – Kleine Sensation im Keller des Büchnerhauses gefunden

Filed under: Büchner,Büchnerhaus,Georg Büchner — Schlagwörter: , , , , — peter brunner @ 17:22

Mit einem Nachtrag vom 1.4. (s.u.)

In einer kleinen Schatulle im Keller des Goddelauer Büchnerhauses fand ich gestern Nachmittag ein zusammengefaltetes, französisch besticktes Leinentüchlein, das ohne Zweifel Georg Büchners „Schnuller“, sein Lutschbeutel, war.

Die geöffnete Kellertreppe im Boden von Georg Büchners Geburtshaus

Name und Datum lassen keinen Zweifel zu.

Charles George Buechner

XVII Octobre MDCCCXIII

Der eingestickte Text – besonders liebenswert
durch den Schreibfehler des fehlenden „s“ bei „Georges“

Ein erster Augenschein lässt bei den kleinen dunklen Überresten in den Stofffasern auf Mohn schließen, ein weiterer Beweis für die Verwendung des Stoffstückes als Schnuller: Schlafmohn, der in der Gegend angebaut wurde, war ein probates Mittel, schreiende Säuglinge zu beruhigen.

Es darf vermutet werden, dass das Tüchlein von der Großmutter Reuß für ihr erstes Enkelkind bestickt wurde, das erklärt auch die französische Form von Name und Datum. Der Enkel Alexander schildert anschaulich, dass sie noch als alte Frau in Darmstadt französisch parlierte.

Das Tüchlein wird nach einer ausführlichen Untersuchung in den Labors der Darmstädter Firma Merck, die freundlicherweise ihre Bereitschaft zur Unterstützung bei der Analyse angeboten hat, einen Platz in der Dauerausstellung des Museums finden. Merck war ein großer Abnehmer des von den Bauern der Umgebung Darmstadts angebauten Schlafmohns.

Im Büchnerhaus, das seine Ausstellung mit dem Schicksal beginnen musste, dass kein einziges Originalstück aus dem Leben Georg Büchners gezeigt werden konnte, findet sich in Zukunft neben dem mittlerweile in Pfungstadt aufgefundenen Fragment des Grabsteins aus Zürich als Memento auf den frühen Tod dieser kleine Schatz als ebenso wirksame Erinnerung an die allererste Zeit des kleinen Riedstädter Doktorkindes.

In einer dieser Vitrinen wird das Stofffragment künftig gezeigt werden

Ob und welche Schlüsse die Forschung auf mögliche Folgen des frühen Kontakts des jungen Georg mit Schlafmohn, (dessen lateinischer Name Papaver somniferum, schlafmachender Mohn, auf seine verbreitete Verwendung deutet) zieht, bleibt zunächst dahingestellt.

Nachtrag vom 1.4.2017:

Während Herr Worm im Kommentar (s.u.) die Glaubwürdigkeit der Nachricht anzweifelt, haben mich andererseits mehrere Büchnerfreunde auf durchaus bemerkenswerte Hinweise zu Büchner und Drogen aufmerksam gemacht:

Eine ganz besondere Brisanz erhält die Abbildung einer Mohnkapsel in Alexis Mustons Skizzenbuch von der Wanderung aufs Felsenmeer:

Skizzenbuch von Alexis Muston. Büchner auf dem Felsenmeer. Abbildungsnachweis: Jean Pierre Trouchaud, Fonds Muston; Leihgabe an das Freie Deutsche Hochstift Frankfurter Goethe-Museum

Und schon Dezember 1833 schreibt Georg Büchner an die Eltern (!): „Ich bete jeden Abend zum Hanf und zu d. Laternen.“, im März 1835 an Gutzkow: „Wenn es einmal ein Misjahr gibt, worin nur der Hanf geräth!“ Das könnte wörtlicher gemeint sein, als es bisher interpretiert wurde.

Von Eugene Boekel, dem Freund, wissen wir aus seinem Brief vom 11.1.1837 zwar, dass Büchner Tabakrauch mied, wenn er allerdings, was immerhin nach dem neuen Fund möglich erscheint, an die orale Aufnahme von Drogen gewöhnt war, hat ihm Minna vielleicht in Straßburg das eine oder andere Plätzchen gebacken?

 

 

von Peter Brunner

Peter Brunner

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4.3.2017

Was ist neu im Büchnerhaus, Peter Brunner?

Filed under: Ausstellungen,Büchnerhaus,Georg Büchner,in eigener Sache,Publizistik — Schlagwörter: , , , — peter brunner @ 12:57

ist der Titel, den sich der Hessische Rundfunk für ein Gespräch mit mir im „Kulturfrühstück“ von hr 2 ausgedacht hat.

Ria Raphael erzähle ich am Sonntag, dem 5. März, frühmorgens um 9:05 Uhr, auch, warum es mir gar nicht um „Neues” geht und was es in Georg Büchners Geburtshaus zu besichtigen und zu erfahren gibt.

Nach der Ausstrahlung gibt es das Gespräch auch unter dem o.a. link zum Anhören.

Auf bald im Büchnerhaus! 

von Peter Brunner

Peter Brunner

Peter Brunner

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5.2.2017

I’ll be there!

Filed under: Büchnerhaus,Georg Büchner,in eigener Sache — Schlagwörter: , , , , — peter brunner @ 17:22

Ab dem 15. Februar werde ich für das Büchnerhaus, das kleine Museum in Georg Büchners Geburtshaus mitten im Ried, als neuer Leiter arbeiten. Die höchst verdienstvolle Rotraud Pöllmann, die diese Aufgabe jahrzehntelang ehrenamtlich versehen hat, möchte sich – ich hoffe peu a peu und während sie ihre wertvolle Erfahrung teilt – ins Private zurückziehen.

Leiter im Garten

Mit der Moderation einer Matinee zum geplanten biographischen Roman über Georgs Büchners Schwester Luise, an dem die Darmstädter Künstlerin Iris Welker-Sturm arbeitet, durfte ich heute sozusagen mit einem soft opening antreten.

Ob und welche Folgen meine neue Beschäftigung für dieses Blog, meine Überlegungen zum Büchnerland und die Präsenz Georg Büchners in der Öffentlichkeit haben wird, bitte ich ganz besonders die treuen Besucherinnen des Geschwisterblog aufmerksam, kritisch und hilfreich zu begleiten.

Bei Gelegenheit mehr.

von Peter Brunner

Peter Brunner

Peter Brunner

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