Im vergangenen August konnte ich Zuschauer einer spektakulären Installation sein: die Schaubühne Lindenfels stellte die (schon damals deutschlandweit beachtete) letzte öffentliche Hinrichtung der Stadt am historischen Ort nach. Ich habe hier im Blog darüber berichtet.

Ich selbst werde Anfang Mai in Leipzig sein. Der „Büchner-Zyklus” wird ab dem 19. April fortgesetzt, hier die Ankündigung der Veranstalter:

„Zum Höhepunkt des „Büchner-Zyklus“ lädt die Schaubühne Lindenfels gemeinsam mit dem Institut für Theaterwissenschaft Leipzig unter Beteiligung zahlreicher lokaler und internationaler Partner zu einer dreiwöchigen Erkundung des vielschichtigen Werkes von Georg Büchner ein. Im Zusammenspiel von künstlerischer Forschung und wissenschaftlicher Praxis bietet das „Fragment Festival Büchner“ vom 19. April bis 6. Mai 2018 in der Schaubühne Lindenfels und an weiteren Orten in Leipzig vier Theaterinszenierungen, ein mehrtägiges Symposion, Filme, Lectures, Gesprächsrunden, Führungen und Aktionen im öffentlichen Raum. Die Uraufführung von „Georg Büchner Fragmentstück“ eröffnet am 19. April um 20 Uhr in der Schaubühne Lindenfels die besondere interdisziplinäre Werkschau.

Das Programm umfasst vier Theaterinszenierungen: Den Auftakt bildet am Eröffnungsabend das Ensemble der Schaubühne Lindenfels mit der Uraufführung seiner Produktion „Georg Büchner Fragmentstück“. Zudem feiert während des Festivals „Purge“ (nach „Dantons Tod“) von Dinoponera/Howl Factory aus Strasbourg Premiere, während die Inszenierung „Lenz“ des Schweizer Regisseurs Nils Torpus mit der Schauspielerin Mona Petri das erste Mal in Deutschland zu sehen ist. Ergänzt werden diese drei im Rahmen des „Büchner-Zyklus“ erarbeiteten Produktionen durch Bridge Marklands Gastspiel „leonce + lena in the box“. Die Stücke werden im Zeitraum des Festivals mehrfach aufgeführt.

Daneben laden weitere Formate zum Hören, Sehen und Mitgestalten ein. Auf Grundlage von „Dantons Tod“ findet ein Theaterworkshop statt, für Kinder gibt es eine Hörbuchbearbeitung von „Leonce und Lena“. Die Reihe „Based on Büchner“ zeigt sechs Filme, die alle auf ganz eigene Art und Weise Büchner adaptieren bzw. seine Themen aufgreifen. Unter dem Titel „Woyzeck – letzte Szene“ werden anhand eines Hörstücks und einer Ausstellung die historischen Begebenheiten um die letzte öffentliche Hinrichtung in Leipzig 1824 rekonstruiert. Passend dazu setzen sich zwei Veranstaltungen von Amnesty International Leipzig mit moralischen und völkerrechtlichen Fragen hinsichtlich der Todesstrafe auseinander, Führungen durch die ehemalige zentrale Hinrichtungsstätte der DDR und das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig komplettieren diesen Themenblock.

Zum Kulminationspunkt des Festivals am letzten Wochenende veranstaltet das Institut für Theaterwissenschaft in Kooperation mit der Schaubühne Lindenfels ein mehrtägiges Symposion. „Echo Raum Büchner“ bietet vom 3. bis 6. Mai eine wissenschaftliche Auseinandersetzung in Kombination mit künstlerischer Praxis.

Das „Fragment Festival Büchner“ wurde von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen als Referenzprojekt im Bereich „spartenübergreifend“ ausgewählt.

Ausführliche Informationen zu den Veranstaltungen des Festivals sind hier zu finden oder hier online.”

 

von Peter Brunner

 

Peter Brunner

Peter Brunner